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Wittstock/Dosse Rasseschau vergibt 14 Mal die Höchstnote „vorzüglich“
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Rasseschau vergibt 14 Mal die Höchstnote „vorzüglich“
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14:06 24.11.2019
Katja Kühling und ihre Söhne Max (l) und Tobi bewundern die Rassetiere in Wittstock. Quelle: Christamaria Ruch
Wittstock

Das Geschnatter und Gegacker ist wie Musik in den Ohren der Kleintierzüchter. Während Karl-Heinz Schneider am Samstagvormittag die Kleintierausstellung für Rassegeflügel und –kaninchen in der Waldringturnhalle in Wittstock eröffnet, verschaffen sich die Hauptdarsteller auf zwei und vier Beinen immer mehr Gehör.

Ein Hobby für die ganze Familie

Karl-Heinz Schneider ist Vereinsvorsitzender beim Kleintierzuchtverein Cypria D 274 und freut sich vor allem über die hohe Qualität und den Zuspruch. 535 Hühner, Tauben, Enten, Gänse und Kaninchen stellten sich dem Urteil der sieben Preisrichter. 14 Tiere erlangten die Höchstnote „Vorzüglich.“ Darüber hinaus gesellten sich gut 70 Tiere für den Verkauf hinzu. „Kleintierzucht ist ein Hobby für die ganze Familie“, sagt Karl-Heinz Schneider.

„Die Tiergeräusche sind doch eine Zustimmung zur Rede“, fand Burkhard Schultz, Vorsitzender der Stadtverordnetenversammlung in Wittstock. „Früher gehörten Tiere zum Alltag in den Dörfern, heute ist nicht mehr viel davon übrig“, so Schultz. Umso mehr schätzt er es, wenn Kleintierzüchter die Vielfalt der Tiere erhalten. „Die Stadt hat eine große Vielfalt, auch durch die Kleintierzüchter“, würdigte Bürgermeister Jörg Gehrmann den Verein.

Jörg Gehrmann (l.) überreicht Karl-Heinz Schneider (2.v.l) den Pokal für den Jugendförderpreis. Quelle: Christamaria Ruch

Mit im Gepäck hatte er den Pokal für den Jugendförderpreis. Diesen nahm dann Sarah Jansen für ihre Kaninchen „Helle Großsilber“ entgegen. Zehn Züchter von Cypria D 274 wurden für die beste Zucht und für das beste Tier geehrt.

Erstmals in Wittstock zu sehen: Die „Maleien gold-weizenfarbig“ sind eine uralte Hühnerkämpferrasse. Quelle: Christamaria Ruch

Mit der Hühnerrasse „Maleien gold-weizenfarbig“ von Ralf Achterberg aus Silmersdorf (Prignitz) präsentierte sich ein Neuling bei der Schau. Dabei handelt es sich um eine uralte Kämpferrasse und ein Urhuhn Indiens. Anfang des 19. Jahrhunderts kam diese Hühnerrasse nach Europa. Bis zu 80 Zentimeter hoch und 5,5 Kilogramm schwer, gehören die Maleien zu den sehr großen und muskulösen Tieren. Dieses Kampfhuhn zeigt einen entschlossenen und kampflustigen Charakter.

Der elf Jahre alte Tim Wichmann aus dem mecklenburgischen Wredenhagen begann mit fünf Jahren mit der Hühner- und Taubenzucht. Den Grundstein dafür legte sein Opa Heiko Marquardt, mit dem Tim Wichmann nun nach Wittstock kam. „Ich habe Vorwerkhühner und Mittelhäuser-Tauben und kümmere mich intensiv um die Tiere“, sagt Tim Wichmann.

Der elfjährige Tim Wichmann züchtet seit sechs Jahren Mittelhäuser-Tauben. Quelle: Christamaria Ruch

Drei Tiere ergeben eine Suppe

Der Wittstocker Thomas Grimm setzt hingegen auf „Arabische Trommeltauben“ und Tauben der Rasse „Schöneberger Streifige rotstreifig.“ Für die letztgenannte Rasse holte er Höchstnoten und das Urteil „vorzüglich. „Bei den Schöneberger Tauben ergeben drei Tiere eine Suppe“, sagte Thomas Grimm.

Bestnote: Thomas Grimm erlangte mit seiner Taubenrasse „Schöneberger Streifige rotstreifig“ das Urteil „Vorzüglich.“ Quelle: Christamaria Ruch

Randolf Drescher aus Zermützel bei Neuruppin züchtet seit 15 Jahren, trat aber erst in diesem Jahr dem Verein Cypria D 274 bei. Weiße Laufenten und weiße Zwergenten fühlen sich bei ihm wohl. „Wenn es wie in diesem Sommer zu warm wird, kann das Wassergeflügel nicht durchmausern“, sagte er. Für Randolf Drescher stehen nicht die Höchstnoten im Vordergrund, vielmehr erfreut er sich „immer an der Zucht.“

Randolf Drescher züchtet weiße Zwergenten. Er trat in diesem Jahr dem Verein Cypria D 274 bei. Quelle: Christamaria Ruch

Jana Queiser kurbelt im Verein die Nachwuchsförderung an. „Das war in diesem Jahr eine spontane Idee“, sagte sie. Dafür trommelte sie die Spendenbüchse und stellt die Einnahmen für die Jungzüchter bereit. „Wir wollen den Nachwuchs anregen, sich mit Nutztierrassen mehr zu beschäftigen“, sagt sie.

Jana Queiser fördert den Züchternachwuchs. Quelle: Christamaria Ruch

Katja und André Kühling kamen mit ihren beiden Söhnen Max und Tobi aus Perleberg nach Wittstock. „Wir sind Kaninchenzüchter und halten drei Rassen“, sagte Katja Kühling. Das sind blaue und graue Wiener sowie Thüringer. „Wir züchten diese gängigen Rassen, weil wir uns dann mit vielen anderen Züchtern vergleichen können“, sagt André Kühling.

Der vier Jahre alte Max wird bereits im kommenden Jahr in die Kaninchenzucht einsteigen. „Dann erhält er eigene Tiere“, sagte Jana Kühling. Doch am Samstag stand für die ganze Familie ausschließlich ein Rundgang auf der Kleintierschau an.

Katja Kühling und ihre Söhne Max (l) und Tobi bewundern die Rassetiere in Wittstock. Quelle: Christamaria Ruch

Von Christamaria Ruch

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