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Wittstock/Dosse Brandschützer auch im Ruhestand aktiv
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00:22 28.01.2019
Klaus Krüger (3.v.r.) steht Jörg Krüger (2.v.r.) nach wie vor mit seinen Erfahrungen zur Seite, hier beim Gemeindeausscheid der Brandschützer aus Heiligengrabe im Jahre 2017. Quelle: Christamaria Ruch
Königsberg

„Das ist wirklich schwer, das alles auf diesem Niveau so weiter zu führen“, sagt Jörg Krüger. Seit zwei Jahren ist er der Vorsitzende der Seniorenkameradschaft (SK) im Altkreis Wittstock. Dort sind die über 65 Jahre alten Mitglieder der Freiwilligen Feuerwehren organisiert – sie rücken mit 65 von der aktiven Laufbahn in die Alters- und Ehrenabteilung.

229 Frauen und Männer reihen sich derzeit bei der SK ein: 137 aus dem Altkreis Wittstock und 92 aus der Gemeinde Heiligengrabe. Jörg Krüger aus Königsberg ist dabei der Jüngste. Der 60-Jährige übernahm vor genau zwei Jahren den Vorsitz von seinem Vater Klaus Krüger. Der damals 79-Jährige stand 19 Jahre an der Spitze der SK und regte 1991 die Gründung der SK an.

Schnell entwickelte sich dieser freiwillige Zusammenschluss zu einem Sprachrohr für damals gut 300 Brandschützer aus 33 Feuerwehren im Altkreis Wittstock. Die Mitglieder sind beitragsfrei organisiert. „Die SK erhält regelmäßig Zuwendungen von verschiedenen Stellen und auch die Unkostenbeiträge bei den Veranstaltungen sichern den Fortbestand“, sagt Jörg Krüger.

Zweimal im Jahr gibt es ein großes Treffen der Feuerwehrsenioren

Zweimal im Jahr trommelt der Vorstand der SK die Mitglieder der Alters- und Ehrenabteilung zu einem großen Treffen: Ende Januar bietet die Zusammenkunft der SK die Gelegenheit, sich auszutauschen. Und Anfang Juli lockt der Frühschoppen mit Blasmusik an die Freilichtbühne in Herzsprung – in diesem Jahr zum 20. Mal.

Am Sonntag, 27. Januar, ab 14 Uhr erwartet Jörg Krüger wieder gut 120 Besucher im Weißen Haus in Wulfersdorf. Dabei wird Steffen Müller, Wittstocker Stadtwehrführer, mit einer Ansprache den Nachmittag eröffnen. Alle Kameraden, die im vergangenen Jahr gestorben sind, werden von Jörg Krüger verlesen. „Diese Totenehrung ist uns wichtig“, sagt er. Gäste aus Feuerwehr, Verwaltung und Politik folgen Jahr für Jahr der Einladung. Der Chor aus Zaatzke umrahmt den Nachmittag mit Gesang.

„Es geht immer um den Erfahrungsaustausch, der Zusammenhalt soll aufrechterhalten und gefestigt werden. Außerdem werden damit die langjährigen Dienste gewürdigt“, so Jörg Krüger. Die SK unterstützt die Wehrführungen bei der Traditionspflege und sichert gleichzeitig den Zusammenhalt über die Ortsgrenzen hinweg.

SK-Chef Jörg Krüger ist seit 44 Jahren Brandschützer

„Mein Vater hat sehr große Fußabdrücke in diesem Ehrenamt hinterlassen“, räumt Jörg Krüger ein. Nach wie vor stehen Vater und Sohn im engen Austausch; dabei nimmt sich Klaus Krüger zurück und gibt nur dann Ratschläge, wenn sein Sohn dies möchte. „Ich habe den Anspruch, die Arbeit perfekt zu machen“, sagt Jörg Krüger. Dabei kann er sich auf ein Netzwerk von Hilfen verlassen: Vom Kreisbrandmeister über die Gemeindeverwaltung in Heiligengrabe bis hin zu seiner Frau Ilona.

Jörg Krüger ist seit 44 Jahren beim Brandschutz aktiv und kennt viele Leute in der Region. „Das macht alles viel leichter, man kennt sich ja.“ Er setzt auch eigene Akzente in der SK. Saßen einst zehn Frauen und Männer bei den Treffen in Wulfersdorf im Präsidium, hat er das sofort auf die Hälfte gekürzt. „Es ist wichtiger, dass die Frauen und Männer mit den Gästen ins Gespräch kommen.“

Die Seniorenkameradschaft verleiht den ehemals aktiven Brandschützern eine Stimme. Alle Brandschützer werden ab dem 65. Geburtstag zu ihren runden und halbrunden Ehrentagen von den Vorstandsmitgliedern der SK besucht. 2018 gehörten 39 Jubilare zur Bilanz; außerdem zehn Ehejubiläen und 13 Beerdigungen. Dabei sind jeweils zwei Vorstandsmitglieder unterwegs. „Wir haben das Gebiet nach Regionen eingeteilt und sind immer zu zweit unterwegs“, sagt Jörg Krüger.

SK kümmert sich auch um den Nachwuchs

Bei diesem Ehrenamt sind die zehn Vorstandsmitglieder insgesamt 670 Stunden im Jahr im Einsatz. Nun schlägt die SK auch den Bogen zum Nachwuchs. „Das ist uns wichtig, denn der Brandschutz muss immer eine Zukunft haben“, sagt Jörg Krüger. Deshalb wird die SK in diesem Jahr erstmals Spenden an die Jugendfeuerwehren in Wittstock und Heiligengrabe überreichen – jede Gruppe erhält 50 Euro. Damit wird klar: Hinter der mitunter belächelten alten Herren- und Frauenriege in der Seniorenkameradschaft steckt noch viel aktives Engagement.

Am Sonntag, 27. Januar, beginnt um 14 Uhr im Weißen Haus in Wulfersdorf das Treffen der Seniorenkameradschaft Wittstock / Heiligengrabe.

Von Christamaria Ruch

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