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Wittstock/Dosse Wittstocker können ihr Radwegenetz bewerten
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wittstock/Dosse Wittstocker können ihr Radwegenetz bewerten
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00:27 24.11.2018
Jürgen Paul wirbt dafür, dass möglichst viele Wittstocker beim Fahrradklima-Test mitmachen.
Jürgen Paul wirbt dafür, dass möglichst viele Wittstocker beim Fahrradklima-Test mitmachen. Quelle: Christian Bark
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Wittstock

Der Touristiker Jürgen Paul gehört zu den passioniertesten Radfahrern in der Region. „Das ist auch ein Stück Lebensqualität, wenn Radwege und Straßen in Ordnung sind und man auf zwei Rädern bequem von A nach B kommt“, sagt er.

Deshalb nimmt er jedes Jahr am Fahrradklima-Test des Allgemeinen Deutschen Fahrrad-Clubs (ADFC) teil. Dabei haben Bürger die Möglichkeit, die Fahrradfreundlichkeit ihrer Region zu bewerten.

„32 Fragen werden gestellt - beispielsweise, ob das Radfahren Spaß oder Stress bedeutet, ob Radwege von Falschparkern frei gehalten werden und ob sich das Radfahren auch für Familien mit Kindern sicher anfühlt“, erklärt ein ADFC-Sprecher. Fast 3900 Radfahrer aus Brandenburg hatten 2016 beim jüngsten Test mitgemacht.

Kaum Kommunen aus der Region dabei

„Wittstock hat aber die Mindestteilnehmerzahl nie erreicht“, moniert Jürgen Paul. Die liegt laut ADFC zwischen 50 und 75. Aus der Prignitz waren das 2016 Bad Wilsnack und Perleberg sowie Neuruppin für das Ruppiner Land.

In diesem Jahr haben erst 15 brandenburgische Kommunen die Mindestteilnehmerzahl erreicht, darunter Cottbus und Potsdam. Zu den Aspiranten, in der aktuellen Bewertungsreihe aufzutauchen, gehört laut ADFC auch Wittenberge mit bisher 40 Teilnehmern Anfang November.

„Die Bewertung ist eine gute Möglichkeit, auf Erreichtes und Mängel aufmerksam zu machen“, sagt Jürgen Paul und appelliert an die Wittstocker, mitzumachen. Der Fahrradtourismus aber auch das Fahrradfahren im Alltag hätten in der Region großes Potenzial. „Deshalb hat sich unser Tourismusverein ,Wittstocker Land’ auch von vornherein den Tourismus auf zwei Rädern auf die Fahnen geschrieben“, erklärt Jürgen Paul, der dem Verein mit vorsteht.

Radweg nach Mirow wäre ein Traum für den Tourismus

Die Verbindungen in Richtung Heiligengrabe sowie nach Norden Richtung Sewekow seien in der Vergangenheit – nach sehr viel Druck und Wartezeit – gut ausgebaut worden. Auch der neue Radweg Richtung Freyenstein würde gut angenommen. In Richtung Süden, also Dossow und Fretzdorf, muss Jürgen Paul zufolge aber noch einiges geschehen.

Häufig von Wittstockern bemängelte Verhältnisse für Radler in der Innenstadt beziehungsweise in der Ringstraße bezeichnet Jürgen Paul als die „berühmten Kleinigkeiten“, denen sich die Stadt in Zusammenarbeit mit dem Tourismusverband intensiver nach der Landesgartenschau 2019 zuwenden könne.

Ein Mammutprojekt hingegen sei der mögliche Radweg, der auf dem alten Bahndamm nach Mirow führen könnte. „Wir brauchen etwas Neues, das in die Urlaubsregion Mecklenburgische Seenplatte führt“, betont der Touristiker. Diese Strecke würde durch eine einmalige Naturlandschaft verlaufen – zumal die Tourismusvereine ohnehin von der Idee straßenbegleitender Radwege mehr und mehr abrücken würden.

Für jede Idee und Bewertung der Region durch Radfahrer sei sein Verein dankbar. „Vielleicht machen ja dieses Jahr genug mit“, so Jürgen Pauls Hoffnung.

Beim Fahrradklima-Test mitmachen kann jeder bis zum 30. November, der gerne Rad fährt unter: www.fahrradklima-test.de

Von Christian Bark