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Wusterhausen Das ganze Dorf gratuliert zum 100. Geburtstag
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Das ganze Dorf gratuliert zum 100. Geburtstag
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16:13 08.01.2020
Zu den unzähligen Gratulanten zählte am Mittwoch auch die komplette Nackeler Kita. Quelle: Alexander Beckmann
Nackel

Ob die Luftballons am Gartentor wohl eine Sonderanfertigung sind? So oder so ließ die aufgedruckte 100 keinen Zweifel daran, dass am Mittwoch in der Nackeler Friedensstraße ein ganz besonderes Ereignis anstand: Als ältester Einwohner des Ortes feierte Johann Flagtmeyer seinen 100. Geburtstag.

Auch Bürgermeister Philipp Schulz (l.) und der Vorsitzende des Sportvereins Albrecht Gottschalk gratulierten. Johann Flagtmeyer hat in seinen 100 Jahren den Fußball im Dorf maßgeblich mitgeprägt. Quelle: Alexander Beckmann

„Unsre guten Wünsche haben einen Grund: Bitte bleib noch lange glücklich und gesund“, sangen die Mädchen und Jungen der Kindertagesstätte Nackel. Mit der kompletten Mannschaft waren sie gekommen: 32 Kinder samt Erzieherinnen.

Johann Flagtmeyer strahlte. Mit den Kindern verbindet ihn längst etwas. „Sie kommen jedes Jahr. Nur einmal, da konnten sie nicht. Da hat’s so geregnet.“ Mit Kuchen und Keksen ließen der Jubilar und seine Familie die kleinen Besucher am Fest teilhaben.

Gratulanten gaben sich die Klinke in die Hand

Im Haus wurde der Platz schnell knapp. Schon wegen der vielen Blumen, die der Strom der Gratulanten mitbrachte. Eingereiht hatten sich auch der Bürgermeister der Gemeinde Wusterhausen Philipp Schulz und als Vertreterin des Landkreises die Dezernentin für Gesundheit und Soziales Waltraud Kuhne.

Albrecht Gottschalk kam gleich in doppelter Funktion: in Vertretung für die verhinderte Ortsvorsteherin und als Vorsitzender des SV Blau-Weiß Nackel. Schließlich ist Johann Flagtmeyer das älteste Mitglied des 1924 gegründeten Vereins. „Als es mit dem Fußball losging, war er schon mit dabei.“

Berufliche Wurzeln in der Landwirtschaft

Ursprünglich stammt Familie Flagtmeyer aus Ostfriesland und Berlin. Anfang der 1920er Jahre ließen sich die Eltern des heutigen Jubilars in Nackel nieder. Der erlernte nach acht Jahren Schule den Beruf des Landwirtes. Die Familie übernahm einen Teil des 1935 „aufgesiedelten“ Nackeler Guts.

Nur kurz konnte Johann Flagtmeyer seinem Beruf nachgehen. Er gehörte schon früh zu denen, die in den Zweiten Weltkrieg ziehen mussten. Der endete für ihn in amerikanischer und französischer Gefangenschaft.

Bis heute im Kreis der Familie

Erst spät konnte sich der Nackeler wieder der Landwirtschaft widmen – unter anderem eine Zeit lang als LPG-Vorsitzender – und eine eigene Familie gründen. Johann Flagtmeyer war 39 Jahre alt, als der erste Sohn zur Welt kam. Zwei Töchter folgten. Sieben Enkel und zahlreiche Urenkel machen die Familie inzwischen komplett. „Unser Vater hat schon viel durchgemacht“, sagt Horst Flagtmeyer (60). „Aber er ist immer fröhlich.“

Das zeigte sich auch am Mittwoch, wo der Jubilar all den Trubel auf dem heimischen Hof durchaus zu genießen schien und sich rege an der bunten Runde beteiligte.

Von Alexander Beckmann

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