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Wusterhausen Wunderkammer im Wegemuseum
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Wunderkammer im Wegemuseum
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10:25 14.04.2019
Museumsleiterin Katharina Zimmermann, Daniela Dörfel als Margarete, Reinhard Zabka, Chady Seubert als Ilse (v.l.n.r.). Quelle: Frauke Borchardt
Wusterhausen

Wanderschuh und Selfie-Fontane durch die Brille der Kunst gesehen“ heißt die neue Sonderausstellung im Wusterhausener Wegemuseum. Am Samstag wurde sie eröffnet als Auftakt der Kulturland-Schauen im Fontanejahr.

Reinhard Zabka hat in der Dossestadt eine „Wunderkammer“ voller Installationen mit Licht und Klang eingerichtet. Der 69-Jährige führt in Radebeul das deutschlandweit einzige Lügenmuseum, dessen Wiege 1990 in Babe bei Roddahn stand.

Seit 2012 in Radebeul

Später zog es nach Gantikow um. Hier setzte der „Kunstdetektiv“, der sich auch Richard von Gigantikow nennt, ab 1997 sein Lebenswerk fort. Seit 2012 zieht Reinhard Zabka mit seinem Museum in Radebeul Besucher an. Die Stadt hat ihn mittlerweile zum Träger ihres Kunstpreises gekürt.

Was Illusionen erzeugen kann, zeigen nun bis zum 14. September knapp zwei Dutzend skurrile, mobile, in jedem Fall überraschende Exponate. Der kleine Ausstellungsraum wird zum Spielzimmer für Erwachsene, wenn sie per Knöpfchendruck Mechanismen in Gang setzen, die wie von Geisterhand Stäbe und Speichen bewegen, ein Geläute bimmeln, Lämpchen blinken lassen.

Eröffnung mit Bürgermeister

Die Eröffnung mit Bürgermeister Philipp Schulz im voll besetzten Alten Laden fiel seriös aus. Was dann kommen sollte, wusste keiner so genau – bis auf zwei Damen in scheinbar reifem Alter, etwas wunderlich, gebrechlich, immer im Kampf mit zu niedrigen Stühlen. Daniela Dörfel als Margarete und Chady Seubert als Ilse huldigten Reinhard Zabka, hatten es aber eigentlich auf einen Jubilar abgesehen. Es „fontante“ immerfort, wie es Ilse nannte.

Das Duo vom Theater „Vogelfrei“ philosophierte über Leben und Werk des Dichters aus Neuruppin, der angeblich noch sechs andere Berufe hatte – Apotheker, Theaterkritiker und Journalist inklusive. Die Frauen lasen rot Angestrichenes von Zetteln vor, beleuchteten auch die Rolle des schwachen Geschlechts in Fontanes Romanen.

Lieber mit der Kutsche

Nebenbei entlarvten sie den Wanderer als einen, der sich viel lieber kutschieren ließ, als zu Fuß zu gehen. Das hielt sie allerdings nicht davon ab, „Fontanes Wanderschuh“ – Namensgeber der Ausstellung – ins Licht zu rücken.

Zabka bekam einen von wo auch immer aufgestöberten arg bemoosten Damen-Halbschuh überreicht, „Der Schuh ist von Fontanes Frau Emilie“, schluchzte Ilse ergriffen. Der Lügenverwalter konnte sich ob der Flunkerei das Lachen nicht verkneifen.

Absonderliche Schau

Als sich dann alle Besucher aufmachten, die absonderliche Schau zu begucken, stand das Schuhchen schon an des Meisters Stiefel. „Eigentlich passt Fontanes Wanderschuh besser ins Profil des Wegemuseums als nach Radebeul.“ Susanne Köstering vom Museumsverband, schlug einen Ortswechsel vor. Zabka will drüber nachdenken.

Von Wolfgang Hörmann

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