Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wusterhausen Große Party zum 700. Geburtstag
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Große Party zum 700. Geburtstag
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
22:41 13.07.2019
Mit im Festumzug fuhr ein Schmiedefeuer, an dem hart gearbeitet wurde. Quelle: Sandra Bels
Nackel

„Feuchter Ort“ oder „Insel im Sumpf“. Das sind die Bedeutungen für Nackel. Das erfuhren die Gäste des 700 Jahre alten Dorfes im Luch am Sonnabend beim großen Festumzug zum Geburtstag. Die Moderatoren Martina Ribbe und Hartmut Janschke gaben die Informationen an die Besucher weiter. Unzählige Schaulustige säumten die Straßenränder am Vormittag. Sie wollten sich die 50 Schaubilder nicht entgehen lassen.

Nackels Festwoche zum 700. Geburtstag des Dorfes gipfelte am Samstag im Parkfest, dass mit einem großen Festumzug mit 50 modernen und historischen Schaubildern eröffnet wurde.

Historisches und Modernes

Zu sehen gab es Historisches aber auch Modernes. Das Dorf zeigte, wie viel leben in ihm steckt. Groß und klein waren auf den beinen. Unterstützung bekamen die Nackeler von ihren Nachbarn unter anderem aus Läsikow, Segeletz, Ganzer und Bückwitz. Der Fanfarenzug des Amtes Neustadt führte den bunten Zug an. Die Kita war dabei. Die Vereine präsentieren sich, darunter gleich mehrere Angelvereine, aber auch die Landwirte. Die Siedler hatten ein Schaubild.

Siedler kamen vor 12 000 Jahren

Erste Siedlungszeichen in Nackel gibt es bereits vor 12 000 Jahren aus der Zeit der Jäger und Sammler. Erste Funde am ehemaligen Schützenplatz deuten auf ein Bronzedorf hin von vor etwa 2000 Jahren. Nackel wurde erstmals 1319 als „Nakel“ erwähnt. Mit der Christianisierung im 13. Jahrhundert folgten die deutschen Siedler.

Auch die Landwirte liefen im Umzug mit. Einst waren es Grafen und andere Adelige, wie von 1544 bis 1555 die Familie von Pfuel, denen Nackel gehörte. Um 1784 besaßen die Zieten einen Rittersitz und einen zweiten die Familie von der Hagen. Sie war bis 1945 ortsansässig.

Von den Gästen aus Lamsfeld gab es Gurken am Spieß. Quelle: Sandra Bels

Erste Schule 1860 eröffnet

1860 erhielt Nackel seine erste Schule. Eine kleine Schule war auch in der Dorfstraße aufgebaut mit alten Bänken und einer Lehrerin. Viele Häuser waren geschmückt. Tafeln erinnerten an ihre Geschichte zum Beispiel bei der Post. Im Umzug lief eine Delegations aus Lamsfeld am Schwielochsee mit, zu der Nackel schon seit 58 Jahren eine freundschaftliche Beziehung pflegt. Zum 700. Geburtstag überreichten die Gäste den Gastgebern eine Holzbank auf der Bühne.

Der zu den ältesten Nackelern zählende Fred Granzow dankte allen, die vor Monaten mit der Organisation des Jubiläums begonnen hatten. Gefeiert wurde nämlich nicht nur an einem Tag, sondern eine ganze Woche lang. Da gab es jede Menge Höhepunkte wie eine Ausstellungseröffnung, die Straßenübergabe nach Sanierung oder den Bericht über die Ausgrabungen während des Straßenbaus von einem Archäologen.

Ortsvorsteherin war überwältigt von den Gästezahlen

Die Festwoche gipfelte dann im Parkfest am Samstag, bei dem sich die Einwohnerzahl (aktuell 277) schlagartig sicher mindestens dreimal, wenn nicht sogar viermal so hoch wie normal war. „Ich bin völlig überwältigt von diesem großen Interesse an unserem schönen Ort“, sagte Ortsvorsteherin Karin Gülde und lud alle Gäste ein, einen wunderschönen Tag gemeinsam zu verbringen.

Der Festumzug hatte 50 Schaubilder. Quelle: Sandra Bels

Handwerkermarkt und Kinderbelustigung

Angebote dafür gab es jede Menge im Park. Auf einem kleinen Handwerkermarkt konnten die Besucher altes Handwerk wie die Scherenschleiferei oder einen Schmied beobachten. Außerdem gab es Dachbodenfunde wie alte Lampen, Waschbretter, Kisten oder Milchkannen, Handarbeiten aus Wolle und Weide und viele andere Sachen zu kaufen. Für die Kinder drehten Karussells ihre Runden und eine Hüpfburg stand bereit. Sie konnten selbst malen und sich im Gesicht bemalen lassen. Alpakas ließen sich immer wieder an den Ständen sehen und konnten gestreichelt werden. Für das leibliche Wohl gab es Süßes und Deftiges. Musik wurde auch gespielt, unter anderem von der Blaskapelle Premnitz.

Von Sandra Bels

Vor einer Woche hatte Axel Hermann sein Mandat im Wusterhausener Ortsbeirat niedergelegt, nachdem er nicht zum Ortsvorsteher gewählt worden war. Nun folgte ihm sein UWG-Fraktionskollege: Auch Marco Schimpke erklärte seinen Rücktritt.

12.07.2019

Eine 76-jährige Autofahrerin ist bei einem Verkehrsunfall in Wusterhausen (Dosse) verletzt worden. Die Frau hatte das Gaspedal mit der Bremse verwechselt. Das Auto kollidierte mit einer Wand.

12.07.2019

Die neue Parkstraße ist die „spannendste Straße im ganzen Dorf“. Das sagte der Archäologe Torsten Dressler bei seinem Vortrag innerhalb der Festwoche zum 700-jährigen Bestehen von Nackel. Scherben zeugen vom Beginn der Besiedlung um 1230.

12.07.2019