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Wusterhausen Schock an der Dosse: Feuerwache in Wusterhausen abgebrannt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Schock an der Dosse: Feuerwache in Wusterhausen abgebrannt
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14:19 17.10.2019
Der Dachstuhl des Gebäudes stand in Flammen. Quelle: Julia Redepenning
Wusterhausen

Bei der Feuerwehr brennt es. Dieser Satz, der sonst metaphorisch verwendet wird, um Nachwuchssorgen oder Personalmangel zu umschreiben, wurde in Wusterhausen in der Nacht zum Donnerstag bittere Wahrheit. Die Feuerwache fiel den Flammen zum Opfer.

Schock in Wusterhausen an der Dosse! Feuerwehrleute mussten dort ihr eigenes Gebäude löschen. Der Schaden ist immens.

Der Dachstuhl des Gebäudes wurde völlig zerstört. Dass er in Flammen steht, bemerkten Polizisten rein zufällig. Sie kamen auf ihrer Streifenfahrt um 1.48 Uhr dort vorbei, wie Dörte Röhrs, Sprecherin der Polizeidirektion Nord in Neuruppin, erklärt.

Aus zwei umliegenden Gebäuden mussten sicherheitshalber mehrere Menschen evakuiert werden. Verletzte gab es nicht.

Fahrzeuge noch rechtzeitig aus dem schon brennenden Gebäude geholt

Den Feuerwehrleuten gelang es, ihre Fahrzeuge noch rechtzeitig aus der Wache an der Kyritzer Straße zu holen. „Neben allen fünf Fahrzeugen haben wir auch alles andere herausgeholt, was wir nur irgendwie noch greifen konnten“, berichtet Gemeindewehrführer und Einsatzleiter Ralf Hohmann.

Dass das überhaupt noch möglich war und das Gebäude am Ende auch nicht einstürzte, sei laut Hohmann wohl allein der recht starken Betondecke zu verdanken.

Zudem hatte laut dem Feuerwehrchef noch am Abend zuvor der reguläre Dienstabend in diesem Gebäude stattgefunden – wie an jedem Mittwoch.

Die Fahrzeuge konnten rechtzeitig aus dem Gebäude geholt werden. Quelle: Julia Redepenning

Die Löscharbeiten dauerten bis in die Morgenstunden gegen 6.30 Uhr. Mehr als 50 Feuerwehrleute waren daran beteiligt. Zum Einsatz eilten sämtliche Einheiten der Gemeinde, aber auch die Nachbarn aus Kyritz und Neustadt mit ihren Drehleitern.

Einer von ihnen war der Kyritzer Olaf Lehmann, der zugleich Ostprignitz-Ruppins Vize-Kreisbrandmeister ist. „Das ist bei uns im Landkreis noch nie vorgekommen, dass es bei der Feuerwehr selbst brennt.“ Nur einen Fall aus Oberhavel kenne er bisher.

Technischer Defekt als Brandursache

Wie es dazu kommen konnte, ermittelte die Kriminalpolizei, die den Brandort sofort beschlagnahmte. Wohl recht schnell stand fest: Es handelte sich um einen technischen Defekt. Genauere Infos dazu wollte die Polizei nicht an die Öffentlichkeit geben.

Während die Kyritzer Straße nur in der Nacht gesperrt wurde, blieb es die angrenzende Schulstraße noch am Folgetag. Der Busverkehr musste umgeleitet werden. Die Haltestelle für die nahe Schule erhielt einen anderen Platz.

Der Fußboden wurde erst kürzlich erneuert

Viel zu koordinieren gibt es seither also auch von Seiten des Rathauses von Wusterhausen: Von der Suche nach einem Ausweichquartier für die Technik der jetzt nur noch sehr eingeschränkt einsatzfähigen Wehr bis hin zu Versicherungsfragen.

„Das ist natürlich alles ein riesiger Schock“, sagt Bürgermeister Philipp Schulz. Zwar ist die Höhe des Sachschadens noch unklar. „Doch wir hatten vor zwei Wochen gerade erst den Fußboden unten bei den Fahrzeugen sanieren lassen.“ Etwa 30.000 Euro kostete allein das die Gemeinde.

Kurioser Umstand: Ein Neubau war ohnehin geplant

Das Gebäude sollte schließlich so lange fit gehalten werden, bis eine neue Wache errichtet oder die alte umgebaut ist. Denn seit langem war in Wusterhausen klar, dass das bisherige Haus so nicht länger tragbar ist. Von Platznot war die Rede.

Nach Diskussionen darum, wie es weitergehen könnte, wurde sich zuletzt auf einen Neubau geeinigt. Wie jetzt bekannt wird, ist auch schon ein neuer Standort gefunden: hinter dem ehemaligen Discounter auf der Fläche, an die auch die Dosse-Halle grenzt.

„Es hat uns kalt erwischt“

„Die Baugrunduntersuchungen wurden erst vor Kurzem abgeschlossen. Darauf mussten wir noch warten“, erklärt der Bürgermeister.

Nun werde das für den Neubau also ohnehin benötigte Geld in den für 2020 zu erarbeitenden Haushalt einzustellen sein. Fördergeld- und Bauanträge müssen auf den Weg gebracht werden.

Der Druck, das alles umzusetzen, sei aber enorm gestiegen. Schulz: „Es hat uns kalt erwischt.“

Von Axel Knopf und Matthias Anke

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