Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wusterhausen Fontanes heitere Seite im Literatur-Café präsentiert
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Fontanes heitere Seite im Literatur-Café präsentiert
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
09:29 28.03.2019
Christel Weimar berichtet im Literatur-Café aus dem Leben Fontanes, begleitet am Klavier von der Kantorin Hayan Kim (l.). Quelle: Renate Zunke
Wusterhausen

Fontanejahr in Brandenburg anlässlich des 200. Geburtstages des märkischen Dichters – daran kommt auch die beliebte Veranstaltungsreihe Literatur-Café der Wusterhausener Bibliothek nicht vorbei. Etwa 60 Leute füllten am Mittwochnachmittag den Alten Laden des Herbst`schen Hauses, um sich bei Kaffee und Kuchen auf die Spuren von Theodor Fontane zu begeben.

Rezitatorin Christel Weimar aus Neuruppin hatte dann auch ganz viel Fontane im Gepäck. Kantorin Hayan Kim bereicherte das Programm musikalisch am Klavier.

Pflichtlektüre in der Schulzeit

Um es gleich vorweg zu sagen: So mancher, der nur die Pflichtlektüre aus der Schulzeit in Erinnerung hatte, lernte den jungen sowie den alten Fontane an diesem Nachmittag von einer ganz neuen Seite kennen, nämlich der heiteren. Dafür hatte die Rezitatorin eine Fleißarbeit geleistet.

Christel Weimar sagte: „Ich saß in Vorbereitung des Programms mit vielen, vielen Büchern um mich herum da, die ich dann alle durchgewälzt habe. Es war eine Arbeit von Monaten.“ Im Programm durfte eingangs natürlich nicht der Hinweis fehlen, dass in Theodor Fontanes „Wanderungen durch die Mark Brandenburg“ auch Wusterhausen Erwähnung findet.

Apothekerlehre in Berlin absolviert

Am 30. Dezember 1819 in Neuruppin geboren, besuchte er von 1832 bis 1833 das Neuruppiner Gymnasium. Als nicht sehr nett, hätte er später seine Geburtsstadt betitelt, berichtete Christel Weimar. Fontane begann 1836 in Berlin eine Apothekerlehre. 1849 gab er den Beruf des Apothekers auf, um sich als freier Schriftsteller zu betätigen.

Nächste Lesung am 24. April

Zum nächsten Literatur-Caféwird am Mittwoch, 24. April, um 14.30 Uhr in den Alten Laden des Herbst’schen Hauses in Wusterhausen eingeladen.

Zu Gastist dann die Autorin Barbe Maria Linke. Sie liest aus ihrem Buch „Wege, die wir gingen – Zwölf Frauen aus Ost- und Westdeutschland geben Auskunft“.

Platzreservierung unter der Telefonnummer 033979/8 77 60 oder per Mail an: Bibliothek@wusterhausen.de

Anlässlich seiner Verlobung mit Emilie Rouanet-Kummer entstand das Gedicht „Gewonnen“, das Christel Weimar vortrug und das die Zuhörer berührte. Der Dichter hätte später seine Ehefrau als nicht besonders zartfühlend bezeichnet und ihr sogar Lieblosigkeit vorgeworfen, erklärte Weimar. Sie zitierte zur Erheiterung des Publikums seine Vorstellung von einer guten Frau: „Sie muss alles sehen aber nicht alles sehen wollen.“ Und: „Über Ehen kann nur sprechen, wer sie auch durchfochten hat.“

Liebevolle Briefe an die Tochter Martha geschrieben

Viele liebevolle Briefe schrieb der Romancier an seine einzige Tochter Martha, genannt Mete, so Weimar. Fontane gab der geliebten Tochter Ratschläge wegen ihre angeschlagenen Gesundheit und unterschrieb mit: „Es grüßt Dich Dein alter Papa.“

Zu seinen Lebensmaximen zählte: Die kleinen Freuden aufpicken, bis das große Glück kommt. Und wenn es nicht kommt, dann hat man wenigstens die „kleinen Glücke“ gehabt.

Komische Episoden rund ums Thema Essen

Dazu gehörte für ihn das Essen. In Briefen, aus denen Christel Weimar vortrug, schildert der Dichter etliche komische und peinliche Episoden, die Mahlzeiten im Ausland betreffen. Sowieso war Fontane der Meinung, dass ein gesunder Magen fast wichtiger wäre als ein gesundes Herz, erfuhren die Zuhörer. Die englische Küche bezeichnete er als schandbar, die ihm einen verdorbenen Magen beschert hätte.

Lebensbilanz zieht Theodor Fontane in einem Brief an seine Frau, indem er unter anderem schreibt: „Es ist alles leidlich geglückt.“ Er sei ruhig und friedlich gestorben, ein Philosoph noch im Tod, wird berichtet.

Dass er einer der ganz Großen war, wird jedem bewusst, der sich mit dem umfangreichen Werk des märkischen Dichters beschäftigt. „Er war ein Weltdichter, nicht nur ein Schriftsteller der Mark“, sagte eine Zuhörerin nach der Lesung in Wusterhausen.

Von Renate Zunke

In Nackel steht im Juli die 700-Jahr-Feier an und das Dorf putzt sich schon jetzt heraus. Aktuell lässt die Gemeinde für über 230.000 Euro das Gelände rund ums Nackeler Gemeindezentrum herrichten.

30.03.2019
Wusterhausen Kommentar zu Kandidaten in Wusterhausen - Ortspolitik geht auch ohne Parteibuch

Für die Wahl der Gemeindevertretung in Wusterhausen schicken die etablierten Parteien SPD, Bündnis 90/Die Grünen sowie die FDP keine eigenen Kandidaten ins Rennen. Das muss kein Nachteil sein, meint Axel Knopf. Schwerer wiegt, dass Dörfer ohne Ortsvorsteher bleiben.

29.03.2019

In der am Montag vom Gas-Alarm in Wusterhausen betroffenen Tankstelle läuft der Betrieb wieder. Die Gemeinde kam insgesamt mit einem Schrecken davon.

29.03.2019