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Wusterhausen Dauerbewohnern auf Campingplatz droht Rauswurf
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Dauerbewohnern auf Campingplatz droht Rauswurf
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13:25 28.08.2019
Der Campingplatz in der Wusterhausener Seestraße ist für 57 Menschen der Hauptwohnsitz. Quelle: Alexander Beckmann
Wusterhausen

Wohnen inmitten der Natur, ein eigenes Fleckchen unter Bäumen dicht am Wasser für wenig Geld. Was sich wie der Traum schlechthin anhört, entpuppt sich für eine Reihe von Wusterhausenern jetzt als echte Zwickmühle – und auch für die Gemeinde.

Bei der Sitzung des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus der Gemeindevertretung am Dienstag Abend brachte Ausschussmitglied Barbara Linke (UWG) das Problem zur Sprache: 57 Bewohner seien gegenwärtig mit dem Hauptwohnsitz auf dem Campingplatz in der Wusterhausener Seestraße gemeldet. Doch wirklich legal ist das nicht.

Baurechtlich kein Wohngebiet

„Das Meldegesetz erlaubt es zwar, aber das Baugesetz nicht“, erklärte Barbara Linke den Ausschussmitgliedern. Denn das Areal ist baurechtlich als Sondergebiet für Erholungszwecke ausgewiesen. Damit wollte die Gemeinde verhindern, dass der Campingplatz irgendwann einem ganz normalen Wohngebiet weichen muss. Zugleich bedeutet es laut Bundes- und Landesgesetzgebung aber eben auch, dass das dauerhafte Wohnen dort ausgeschlossen ist.

Trotzdem ließen sich im Laufe der Jahre Menschen dauerhaft auf dem Gelände nieder – beispielsweise in Wohnwagen, für die der Campingplatzbetreiber dort ganzjährig Stellplätze verpachtet. Viele waren sich der Rechtslage offenbar nicht bewusst. Mancher hatte vielleicht auch gar keine Alternative: Kaum irgendwo sonst findet man für so wenig Geld ein halbwegs festes Dach überm Kopf.

Jahrelang stillschweigend geduldet

Jahrelang blieben die Dauerbewohner des Campingplatzes behördlicherseits weitgehend unbeachtet. Diese Praxis in Wusterhausen ist beileibe kein Einzelfall. Bundesweit, so besagen Schätzungen, leben bis zu 300.000 Menschen durchgehend in Wohnwagen und Ferienhäusern.

Jüngst allerdings wurde die Kreisverwaltung aktiv und machte sich daran, das Baurecht durchzusetzen. Die Bewohner des Wusterhausener Campingplatzes erhielten Post. Der Landkreis drohte ihnen an, innerhalb der nächsten Wochen das Wohnen zu untersagen.

Betroffene hoffen auf Hilfe

Die betroffenen Wusterhausener bemühen sich nun gemeinsam um einen Kontakt zur Kommunalpolitik, um eine Lösung zu finden, berichtete Barbara Linke. Offenbar hoffen sie, dass zumindest denen, die schon seit vielen Jahren sozusagen in stillschweigender Duldung auf dem Campingplatz wohnen, das Recht dazu zugestanden wird. Ob so etwas aber juristisch überhaupt möglich ist, diese Frage blieb bisher unbeantwortet.

Ganz neu für die Gemeinde Wusterhausen ist die Misere im übrigen nicht. Barbara Linke erinnerte daran, dass die Gemeindevertretung schon 2011 die Aufstellung eines vorhabenbezogenen Bebauungsplanes für den Campingplatz befürwortete, um dort die rechtlichen Grundlagen für das dauerhafte Wohnen zu schaffen. Der dafür nötige Vertrag mit dem Betreiber der Anlage kam aber nicht zustande. Die Sache verlief im Sande.

Lokalpolitik sucht nach Lösung

Zumindest Barbara Linke ist inzwischen auch gar nicht mehr sicher, ob so ein Vorgehen gut wäre. „Einen Bebauungsplan zu haben, würde bedeuten, aus dem Campingplatz ein Wohngebiet zu machen“, befürchtet sie. „Der Campingplatz ist eine tolle Einrichtung für die Gemeinde.“ Er mache Wusterhausen bekannt und ziehe immer wieder neue Besucher an.

Sie bat ihre vorerst ebenso ratlosen Ausschusskollegen: „Nehmen Sie das mit, damit wir vielleicht eine Lösung finden!“ Für kommenden Montag hat Bürgermeister Philipp Schulz zudem die Fraktionsvorsitzenden der Gemeindevertretung zu einer Gesprächsrunde über die Angelegenheit eingeladen.

Barbara Linke hält es in jedem Fall für wichtig, Härtefälle zu vermeiden. „Mir liegen die Menschen dort am Herzen, aber wir können nicht auf Dauer Recht brechen.“

Von Alexander Beckmann

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