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Wusterhausen Umfassende Sanierung der Lindgren-Grundschule in Wusterhausen steht bevor
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10:41 16.09.2019
Auch die ehemalige Bibliothek (l.), die aktuell Horträume beherbergt, und die kleine Turnhalle werden weiterhin gebraucht. Quelle: Wolfgang Hörmann
Wusterhausen

In der Gemeinde Wusterhausen ist nach der Sanierung des Rathauses ein weiteres großes Bauvorhaben in Sicht. Auf der Tagesordnung der nächsten Gemeindevertretersitzung steht ein Beschlussentwurf „zur umfassenden Sanierung der Astrid-Lindgren-Grundschule, einschließlich der notwendigen Baumaßnahmen am Bildungscampus“, um „die notwendigen planungsseitigen Voraussetzungen zu schaffen“.

Als erstes geht es um die Planungsleistungen

Der Vorschlag der Verwaltung bekam vom Haupt- und Finanzausschuss bereits die volle Unterstützung. Bemerkenswert ist die Einordnung dieser Aufgabe. Sie soll „umfassend“ sein, was nichts anderes bedeuten kann, als: Am Bau aus dem Jahre 1976 wird nicht mehr gekleckert, sondern geklotzt.

Immerhin möge Bürgermeister Philipp Schulz die Ausschreibung der planerischen Leistungen gemeinsam mit dem Sanierungsträger BIG Städtebau bis zur Genehmigungsphase vorantreiben, wofür letztlich Fördermittel zu beantragen sind. Dafür muss die Kommune allerdings mit etwa 200 000 Euro zunächst in Vorleistung gehen.

Eine „inklusive Schule“ mit neuen Anforderungen

Für Birgit Kusche, seit 20 Jahren Leiterin der Grundschule, ist das Vorhaben längst überfällig. „Seit wir 2017 als Schule für gemeinsames Lernen eingestuft wurden, sind wir also eine inklusive Schule. Wenn ich Inklusion richtig leben will, müssen natürlich auch die Voraussetzungen dafür vorhanden sein“, sagt die Pädagogin.

Die heutige Astrid-Lindgren-Grundschule gibt es seit 1976. Sie gehörte damals zum „Typ Erfurt“, dem bekanntesten Modell in der DDR. Quelle: Wolfgang Hörmann

Es brauche mehr Räume für den Teilungsunterricht und auch Platz, um den aktuellen digitalen Anforderungen gerecht zu werden. Und trotz regelmäßig laufender Handwerkereinsätze auf allen Ebenen müsse dem Brandschutz, der Elektrik und der Akustik in den Räumen noch größere Aufmerksamkeit gelten.

Birgit Kusche ist seit 20 Jahren Leiterin der Wusterhausener Grundschule. Quelle: Wolfgang Hörmann

Räume werden ständig umgenutzt

Dabei gab es in den vergangenen Jahrzehnten, besonders seit Beginn der 2000er Jahre, immer wieder Baustellen im Gebäude, das in der DDR als Typ „Erfurt“ errichtet wurde: Kurz bevor die Grundschule 2006 den Namen der schwedischen Kinderbuchautorin Astrid Lindgren bekam, wurden Außenputz, Fenster und Sanitäranlagen erneuert. Horträume und die gesamte Haustechnik kamen 2014 an die Reihe. Seitdem gibt es neue Sanitäreinrichtungen im Kellergeschoss und hier einen barrierefreien Zugang zum Gebäude. Das Ganze kostete 700 000 Euro, finanziert zu gleichen Teilen aus einem Förderprogramm und dem Haushalt der Großgemeinde.

Die Raumnutzung unterliegt ständigen Veränderungen. Erst kürzlich sind Sekretariat und Lehrerzimmer umzogen. Ihre Plätze befinden sich jetzt auf einem Flur mit denen der Sonderpädagogen und des Sozialarbeiters.

Selbst der Abriss war im Gespräch

Bis zum Februar dieses Jahres lief eine Ideensammlung zum „Wie weiter?“. Als ein Punkt vornan stand danach die Entscheidung, das gesamte Gebäude zu sanieren und dabei die Bausubstanz zu erhalten. Auch über einen Abriss war nämlich zwischenzeitlich gesprochen worden.

Weitere Festlegungen deuten darauf hin, dass ähnliche Effekte wie bei einem Neubau zu erwarten sind. So ist vom Anbau einer Mensa oder Aula und die Inbetriebnahme eines Fahrstuhls über alle Ebenen die Rede. Für Brandschutz- und Elektroarbeiten in Fachkabinetten liegt seit dem Frühjahr eine Fördermittelzusage über 300 000 Euro vor, einschließlich 10 Prozent Eigenanteil.

Bauarbeiten erst, wenn Verwaltung die alte Schule verlässt

Im laufenden Schulbetrieb lässt sich dieses Geld nicht verbauen. Damit wird klar, weshalb in der Vorlage an die Gemeindevertreter ein ums andere Mal von einem „Bildungscampus“ die Rede ist: Man müsse bei den Planungen alle umliegenden Einrichtungen im Auge behalten, weil sie für das Unterrichten benötigt würden, hieß es bei der Sitzung des Haupt- und Finanzausschusses.

Wichtiger Teil vom Bildungscampus ist die alte Schule, zur Zeit Sitz der Gemeindeverwaltung. Quelle: Wolfgang Hörmann

Gemeint sind unter anderem die ehemalige Bibliothek und vor allem die alte backsteinrote Schule gleich nebenan. Sie beherbergt bekanntlich gegenwärtig die gesamte Gemeindeverwaltung und zwar so lange, bis das Rathaus am Marktplatz fertig saniert ist.

Der Rückzug dorthin soll 2020 erfolgen. Erst dann können in der Grundschule die Arbeiten beginnen. Sie dürften am Ende fünf Millionen Euro gekostet haben – lautet die Prognose.

Ein „Bildungscampus“

Träger der Grundschule „Astrid Lindgren“ ist die Gemeinde Wusterhausen mit ihren 22 Ortsteilen. Sie ermöglichte in der Vergangenheit ständig Unterhaltungsmaßnahmen im Gebäude. Dazu zählen neue Fußböden, malermäßige Instandsetzungen, punktuell Brandschutz- und Elektroarbeiten sowie IT-Installation.

Größere Investitionen gab es im Gemeindebereich seit dem Jahr 2009 schwerpunktmäßig im Kita-Bereich, so in Nackel, Lögow und Wusterhausen selbst sowie in sonstige kommunale Infrastruktur wie am Markt 3, Marktplatz und Rathaus in Wusterhausen, ebenso zur Dorferneuerung in Barsikow.

Unter einem Bildungscampus versteht man den organisatorischen Zusammenschluss von Einrichtungen gleicher inhaltlicher Ausrichtungen zur Förderung des Lernens und dem Zusammenbringen von Personen. In Wusterhausen werden die kommunale Kita und die kleine Sporthalle Am Burgwall einbezogen.

Von Wolfgang Hörmann

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