Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wusterhausen Unfall mit vielen Verletzten: So trainiert die Feuerwehr für den Katastrophenfall
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Unfall mit vielen Verletzten: So trainiert die Feuerwehr für den Katastrophenfall
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:36 27.10.2019
Auch die Helfer des Dekontaminierungsteams brauchen Atemschutz und spezielle Anzüge. Quelle: Sandra Bels
Wusterhausen

Die Situation war schnell klar. Ein Pkw und ein Gefahrguttransporter waren zusammengeprallt. Der Fahrer des nachfolgenden Busses musste eine Gefahrenbremsung machen. Dabei wurden fast alle Fahrgäste leicht oder schwer verletzt. MANV heißt das in der Feuerwehrsprache: Massenanfall von Verletzten. Und dieser Fall wurde am Sonnabend in Wusterhausen trainiert.

Wenn aus einem Unfall mit einem Lkw und einem Pkw plötzlich ein Katastrophenfall wird, dann kommen Feuerwehrleute aus dem gesamten Landkreis Ostprignitz-Ruppjn zum Einsatz. Damit das im Ernstfall gut klappt, wird zusammen geübt.

Die Wusterhausener Feuerwehr war als erste vor Ort. Einsatzleiter Björn Haack sondierte die Lage, alarmierte Rettungsdienst und weitere Wehren über die Leitstelle in Potsdam. Für die beiden Insassen des Pkw kam jedoch jede Hilfe zu spät. Sie konnten nur noch tot aus dem Wagen geborgen werden. Indes kümmerten sich die herbeigerufenen Rettungskräfte um die Verletzten, die mit roten, grünen und gelben Karten ausgestattet wurden, je nach Art ihrer Verletzung.

Unfall war eine Simulation

Der Unfall war nicht echt. Aber: Er könnte sich genauso jeden Tag auf der Straße zutragen und zu einem Katastrophenfall entwickeln. Dann wird mehr als eine Feuerwehr gebraucht. Rettungskräfte aus dem gesamten Landkreis Ostprignitz-Ruppin sind in diesem Fall gefragt. Damit alles reibungslos klappt, üben sie alle zwei Jahre. Diesmal fand die kreisweite Übung in Wusterhausen im Gewerbegebiet statt.

Bis zur Rettung der Verletzten, die in der Patientenablage zunächst gesichtet, erstversorgt und anschließend zum so genannten Ablageplatz gebracht wurden, von wo sie dann unter anderem auf die Krankenhäuser verteilt wurden, lief alles reibungslos.

Salpetersäure trat aus dem Tank aus

Doch die Übung war noch nicht zu Ende. Während der Bergung der Toten und der Trennung der Zugmaschine vom Rest des Gespanns passierte es. Der Tank bekam ein Leck, Salpetersäure trat aus. Alle Rettungskräfte mussten den Unfallort sofort verlassen und in sicherer Entfernung von mindestens 50 Metern bleiben. Etwa ein Liter der Säure lief pro Stunde aus.

Nur die Retter mit den Spezialanzügen dürfen bei auslaufenden gefährlichen Stoffen noch an die Unfallstelle. Quelle: Sandra Bels

Einsatz mit Spezialanzügen

Sechs Feuerwehrmänner bereiteten sich indes auf den Einsatz im Dekontaminierungsanzug vor. Helm, Funkgerät und Atemschutzgerät gehören neben dem Anzug aus einem speziellen Kunststoff dazu. Alles zusammen wiegt gut 20 Kilogramm. Drei Retter gehen an den Unfallort, die anderen drei stehen als Ersatz bereit.

Den Katastrophenfall mit einem so genannten Massenanfall an Verletzten übten die Feuerwehren aus dem Landkreis OPR im Gewerbegebiet von Wusterhausen. Quelle: Sandra Bels

Das erste Trio hatte schnell die Gullys am Unfallort abgedichtet, damit die stark ätzende und mit Wasser reagierende Flüssigkeit nicht hineinlaufen kann. Dann kam das Leck an die Reihe. Dafür gibt es spezielle Kissen, mit denen es abgedichtet wird. Mit einem Bindemittel würde die Feuerwehr im Ernstfall den ausgelaufenen Stoff aufnehmen. Darauf wurde bei der Übung verzichtet.

Landrat und Bürgermeister dabei

Zuschauer waren unter anderem Landrat Ralf Reinhardt, der Wusterhausener Bürgermeister Philipp Schulz und Mitarbeiter des Landkreises. Kreisbrandmeister Wolfgang Hohenwald erklärte ihnen die Übung und war sehr zufrieden mit dem Gesehenen. Feuerwehren, Rettungsdienst und Katastrophenschutz arbeiteten Hand in Hand.

„Die Zusammenarbeit aller Teams hat gut funktioniert“, sagte Sven Kluge, Sachgebietsleiter Brand- und Katastrophenschutz beim Landkreis, nach der Übung. Die Rettungskräfte seien in einer beeindruckenden Stärke aufgetreten. Bestimmte Abstimmungen seien noch zu verbessern, so Kluge. Aber: „Alles in allem lief der Einsatz sehr gut“, so sein Fazit.

160 Feuerwehrleute im Einsatz

160 Feuerwehrleute aus dem Landkreis waren im Einsatz. Sie kamen wegen der Nachalarmierungen, wenn sich Lage geändert hatte, nach und nach zum Unfallort. So baute sich das Szenario langsam auf. Die Übung dauerte gute sechs Stunden.

Von Sandra Bels

Autor Robert Rauh stellte am Samstagabend in im Alten Laden von Wusterhausen sein Buch „Fontanes Ruppiner Land“ vor. Darin kommen Orte der Gemeinde Wusterhausen vor.

27.10.2019

Der Kulturverein Wusterhausen ist bald 20 Jahre alt – ein Grund zum Feiern nicht nur für die Mitglieder.

25.10.2019

Fast 40 Fünftklässler der Astrid-Lindgren-Grundschule Wusterhausen haben am Freitagvormittag acht Felder in der Seestraße mit Frühblühern bestückt. Sie wollen damit für ein schönes und buntes Stadtbild sorgen.

25.10.2019