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Wusterhausen Gärtnermeister Reiner Lehmann lebt für seine Berufung
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15:54 11.02.2020
Gärtnermeister Reiner Lehmann hat den fachmännischen Blick für alle Gehölze. Quelle: Foto: Wolfgang Hörmann
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Wusterhausen

Wenn Reiner Lehmann einen Parkspaziergang machen will, dann hat er es nicht weit. Er geht einfach ums Haus. Hier kann der Gärtnermeister im Ruhestand der Natur nahe sein und selbst in diesem sogenannten Winter immer wieder schöne Seiten entdecken.

Besuchern präsentiert er gern einige von seinen Schätzchen – den Urwelt-Mammutbaum etwa oder die rotblättrige Birke. Neben üppigen Rhododendren reckt sich ein Tulpenbaum steil hoch in den Himmel. Die hängende Esche hat Lehmann so, wie eine Vielzahl anderer Gehölze, selber veredelt. Auf dem Grundstück in der Berliner Straße wächst es in allen Etagen. Was fehlt in diesen ersten Februartagen, ist noch das Blühen. Das fand sich dafür bis vor kurzem drinnen in Vasen in allen Größen. Blumen von Gratulanten erinnerten daran, dass der Herr des Hauses gerade 80 geworden ist.

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Rudolf senior gründete einst die Gärtnerei

Der Name Lehmann ist in der Stadt an der Dosse seit jeher mit Landschaftspflege verbunden. Die von Rudolf senior gegründete Gärtnerei gab es 75 Jahre. Sie war ein Familienbetrieb. Mit dem Vater bildeten die Kinder Rudolf junior, Jürgen, Angelika und Reiner den Kern der Belegschaft. Letzterer ging von 1954 bis 1957 in Marzahne bei Brandenburg in die Lehre. „Ich hab’ schon mit 15 Jahren meine ersten Gehölze veredelt und lernte nun von der Pike auf alles dazu, was ein Fachmann wissen muss. Ich wurde ein Baumschulist“, erinnert sich der Jubilar. Der Begriff stammt aus der Schweiz und steht für alle jene, die sich jener Untergruppierung des Gartenbaus verschrieben haben.

Bäume und Sträucher blieben zeitlebens das Spezialgebiet von Reiner Lehmann. Er qualifizierte sich in den 60er Jahren an der Fachschule in Werder an der Havel und hatte 1965 den Meisterbrief in der Tasche.

Gärtnereibetrieb endete 2005

Gärtner in Wusterhausen zu sein, das bedeutete bei den Lehmanns, für einen großen Kundenkreis in der Region all das heranzuziehen, was in Beeten und auf Balkonen gedeihen sollte – von Blumen über Kräuter bis zum Gemüse. All das ist bekanntlich vergänglich. Da mag es den „Grünarbeiter“ trösten, dass er auch in der guten Lage war, bis heute unübersehbare Zeichen zu setzen.

Es sind die Bäume, die geduldig heranwuchsen und zu Streuobstwiesen oder zu Alleen wurden. Sie führen unter anderem von Wusterhausen aus in Richtung Gartow und Brunn, verschönern die Neustädter Gestütsanlage, nützen der Umwelt bei Kampehl, in den Prignitzdörfern Döllen und Schönhagen, an der Umgehungsstraße in Friesack und andernorts. Rudolf Lehmann senior starb 1996. Aus dem Privatbetrieb wurde eine Gesellschaft bürgerlichen Rechts. Letzter Chef war 2005 Reiner Lehmann. Zwei Jahre betrieb er dann noch als „Blumen-Lehmann“ ein Geschäft.

Lehmann kümmert sich um Baumschnitt im Arboretum Dreetz

Damit endete zwar das Berufsleben, nicht aber das Engagement des Ur-Wusterhauseners für seine Stadt. Man kennt ihn bis heute als Ratgeber und schätzt ihn als Mann der Tat mit der scharfen Astschere.

Im Arboretum in Dreetz ist Leiter Roland Protz froh, einen Fachmann an der Seite zu haben, der sich unentgeltlich um den Schnitt der rund 100 Gehölze kümmert. Auch im Wusterhausener Kulturverein hört man auf Lehmanns Wort, zum Beispiel, wenn er über Seidenraupenzucht an der Dosse berichtet, die einst Teile seines Schulalltags war und als interessantes Detail aus der Stadtgeschichte in Vergessenheit zu geraten droht.

Beschnitt der Rosen auf dem Museumshof auch in Lehmanns Obhut

„Er gibt gern von dem ab, was er weiß. Bei unseren Stadtspaziergängen kommt uns sein Insiderwissen als Hiergeborener sehr zugute“, schätzt Vorsitzende Bärbel Hartwig eine andere Seite am Mitglied im Kulturverein. „Er kann Geschichte und Gegenwärtiges gut gegenüber stellen.“

Dass Lehmann das Stadtgrün im Auge behält und die Rosen auf dem Museumshof so stutzt, wie es nur ein Profi kann, ist für ihn selbstverständlich. Das Gärtner-Gen hat er übrigens weiter gegeben. Sohn Fabian setzt mit einer eigenen Firma die Familientradition fort.

Von Wolfgang Hörmann

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