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Wusterhausen Fliegende Milchkannen bei 42. Dossepokal
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Fliegende Milchkannen bei 42. Dossepokal
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19:22 19.08.2018
Nach zwei Tagen harten Wettkampfs gab es eine Siegerehrung. Bester unter den Dosse-Kämpfern wurde der aus Kyritz stammende Uwe Schmidt (3.v.l.). Quelle: André Reichel
Tornow

Fliegende Milchkannen, schwimmende Badewannen – seit mehr als 40 Jahren, immer am dritten Augustwochenende, treten die Dossekämpfer unweit von Tornow in ungewöhnlichen Disziplinen gegeneinander an. Ihre Arena ist eine kleine Waldlichtung am Dosse-Stauwehr bei Tornow. Am Wochenende war es wieder soweit, und aus allen Ecken des Landes reisten die Dosse-Kämpfer an.

Die Dossekämpfer sind sportlich und haben auch viel Ehrgeiz, doch die Disziplinen, in denen sie sich messen, sind alles andere, als gewöhnlich.

Einige, wie Detlef Wolter aus Schönberg, hatten es jedoch überhaupt nicht weit. Mit 67 Jahren ist Detlef Wolter der älteste Sportler in der Runde. Er bereitet auch immer das Areal an der Dosse für die Wettkämpfe vor. Dort mähte er auch diesmal den Rasen und räumte herabgefallene Äste und Zweige beiseite. Noch mehr Arbeit hatten Detlef Wolter und ein paar Helfer mit dem Aufstellen des Verpflegungszeltes und eines Mannschaftszeltes für die Dossekämpfer.

Herbssturm fällte mehrere Pappeln

Richtig schlimm sah es auf dem „Sportfeld“ nach den Herbststürmen aus. Einige große Pappeln waren umgestürzt. „Als ich das sah, dachte ich schon, wie schaffen das nicht“, sagt Detlef Wolter. Doch mit viel Elan wurde der Platz schließlich geräumt.

Bei allem Spaß, den die Dossekämpfer bei ihren verrückten Disziplinen, wie Streichholzweitwurf und Milchkannenwerfen haben, es gibt strenge Regeln, an die sich alle Sportler halten. So maraschierten sie am Freitagnachmittag zu Beginn mit den Fahnen der Bundesländer ein, aus denen sie angereist waren. Dabei ertönte jedoch das Brandenburg-Lied „Steige hoch du roter Adler“. Wegen der hohen Waldbrandgefahr loderte diesmal ausnahmsweise kein Lagerfeuer.

Am Freitag waren sechs Disziplinen zu absolvieren. Drei davon standen bereits fest, und drei weitere wurden nach und nach ausgelost. Mit Biathlon begannen die Kämpfer ihren Wettkampf. Sie schossen mit dem Luftgewehr geschossen und liefen.

Trinken ist Pflicht

Nach jeder Disziplin kamen die Sportler zusammen und sangen beim Pflichttrinken die selbst komponiere Dossehymne. Die Teilnehmer mussten also nicht nur stark und schnell sein, sondern auch äußerst trinkfest. Weitere Disziplinen am Freitag waren Rübenweitwurf mit einer Forke und Stabweitsprung, was wegen der Verletzungsgefahr gefürchtet ist.

Beim Beidbeinhochsprung schaffte der 18 Jahre alte Malte Schmidt 1,10 Meter – der Rekord liegt bei 1,15 Meter. Felix Jäckel hat ihn im Jahr 2010 aufgestellt. Nach Baumstammwerfen fast wie bei den Schotten, stand dann noch Tauchen in der 17 Grad warmen Dosse an, wo ein Hohlblockstein heraufgeholt werden musste.

Zuschauer waren nur am Samstag erlaubt

Am Sonnabend ging es in die zweite Runde. Anders als am ersten Tag, waren Zuschauer erlaubt. Verteilt über den ganzen Tag schauten mehr als 25 Menschen aus Tornow und anderen Orten dem ungewöhnlichen Treiben an der Dosse zu. Mit dem Wetttrinken fing alles an. Ein Glas mit einem halben Liter Bier musste auf Zeit geleert werden, und auch an diesem Wettkampftag wurde jedes mal beim Pflichttrinken die Dossehymne angestimmt.

Beim Boccia, Sachsensprung, Milchkannenwerfen, Streichholzwerfen und beim Badewannenrennen in der Dosse, gaben die Kämpfer alles.

Dann gab es die Siegerehrung: Uwe Schmidt belegte Platz 1. Der Gaststarter Kay Bismark aus Wusterhausen kam auf den letzten Platz und nahm es mit Humor. Uwe Schmidt resümierte: „Auf unser olympisches Feuer mussten wir diesmal zwar verzichten, doch alles andere klappte bestens.“

Von Andre Reichel

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