Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wusterhausen Zustimmung zum geplanten Feriendorf versagt
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Zustimmung zum geplanten Feriendorf versagt
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:08 14.08.2019
Architekt Patric F.C. Meier (2.v.r.) hatte am 30. April das Projekt vorgestellt. Quelle: Wolfgang Hörmann
Tornow

Ganz schlechter Start für ein Bauvorhaben der Zukunft im Wusterhausener Ortsteil Tornow: Der Bau- und Ordnungsausschuss von Wusterhausen verweigerte dem Aufstellungsbeschluss zum BebauungsplanFeriendorf Landleben Gut Tornow“ mehrheitlich seine Zustimmung. Einmal „Dafür“, einmal „Dagegen“ bei vier Enthaltungen reichten nicht aus für eine Beschlussempfehlung an die Gemeindevertretung.

Der Traum von 35 Kleinhäusern zum Urlaubmachen, dazu Gemeinschaftsgebäuden und -flächen ist damit für die Projektträger der „Vielleben eG“ mit Sitz in München zwar noch nicht ausgeträumt, aber der erwünschte Rückenwind aus der Region fehlt erst einmal.

Das Genossenschaftsmodell war anderswo erfolgreich

Dabei hatte sich Architekt Patric F.C. Meyer bei der Vorstellung seines Vorhabens Ende April im Gutshaus über fehlende Interessenten nicht beklagen können. Das Geschäftsmodell, über eine Genossenschaft Entspannung pur in ländlicher Region zu vermarkten, hatte auch schon anderswo in Ostdeutschland funktioniert.

Aber im Zusammenhang mit Gut Tornow scheint es schwieriger zu werden als zum Beispiel unweit der Ostseeküste bei Boltenhagen. Das mag auch daran liegen, dass ein Großteil der Einheimischen dem hiesigen Landwirtschafts- und Ferienbetrieb eine Abneigung entgegen bringt, was sich auch bei der Ausschusssitzung zeigte. Da erbat sich Ortsvorsteher Uwe Tackmann zu einer längeren Ausführung das Wort.

Uwe Tackmann hat die Einwohner befragt

Der Vorsitzender der Fraktion der Linken im Gemeindeparlament hat eine Umfrage in seinem Dörfchen gestartet, die mit klarem Ergebnis endete. Nur fünf Prozent der Angesprochenen mit „festem Wohnsitz“ konnten sich die Ferienanlage im Zusammenhang mit Gut Tornow vorstellen, 75 Prozent hingegen gar nicht. Der Rest reagierte eher uninteressiert.

Tackmann nannte nicht nur diese Zahlen, sondern zählte auch auf, was ihn und große Teile seiner Mitbürger im Zusammenhang mit dem Gut stört. Die Abrechnung reichte von frei laufenden Hunden, Rindern Schafen, Ziegen und Eseln (auch im Dunkeln) über nicht angeleinte Vierbeiner, ein ständig anwachsendes Mehr an Katzen, ruhestörenden Lärm von Feriengästen nachts auf dem Dorfanger bis hin zu Banketten an der Straße, die Berittene zerstörten. Uwe Tackmann machte klar: „Wir sind nicht gegen das Projekt an sich, lehnen es aber ab wenn es im Zusammenhang mit dem Gut steht.“

Burkhard Theiselmann weist Vorwürfe zurück

Burkhard Theiselmann, „Gutsherr“ und vom möglichen Investor mit Redebefugnis ausgestattet, wies die Vorwürfe als „böswilligen Unterstellungen“ entschieden zurück, räumte allerdings auch einige Nachlässigkeiten bei der Haltung seiner Nutztiere ein. Nur: „Meine Landwirtschaft hat nichts mit dem Ferienhausprojekt zu tun.“ Theiselmann bezeichnete Ortsvorsteher Tackmann als einen, der „Streit produziert“ und „die Dorfbevölkerung spaltet.“

Ausschussvorsitzende Barbara Linke und auch Ralf Langer, sachkundiger Einwohner im Ausschuss in der vergangenen Wahlperiode, setzten sich dafür ein, zur Tagesordnung überzugehen. „Das alles sind Befindlichkeiten, die mit der beabsichtigten Planung nichts zu tun haben“, hieß es. Das Versagen einer Befürwortung habe damit nichts zu tun, eher schon die Tatsache, dass ein Teil der beanspruchten Fläche im Außenbereich läge.

Am Freitag gibt es in Tornow eine Versammlung

Ausschussmitglied Burkhard Brandt wandte sich mit der Frage an Bürgermeister Philipp Schulz, ob er es denn fertigbrächte, die klar verfeindeten Parteien zu einer klärenden Aussprache an einen Tisch zu holen. Schulz, sichtlich überrascht, räumte das ein, wenn man einen Termin fände.

Den hatte Uwe Tackmann sofort parat. „An diesem Freitag ist Dorfversammlung im großen Festzelt, Beginn 19 Uhr.“ Burkhard Theiselmann will kommen.

Lesen Sie zum Thema auch:

Pläne für 35 Ferienhäuser auf dem Gut vorgestellt

Von Wolfgang Hörmann

Die Feuerwehr in Segeletz soll kurzfristig ein neues Löschfahrzeug erhalten. Prüfer hatten das alte Fahrzeug aus dem Jahre 1989 wegen verschiedener technischer Defekte aus dem Verkehr gezogen. Dass so schnell ein Ersatz beschafft werden kann, kommt einem Glücksfall gleich.

14.08.2019

Zum Jahresende war der Baustart für die B 5 durch Segeletz vorgesehen. Doch alles verschiebt sich um ein Jahr. Mal wieder. Diesmal aber haben es die Segeletzer mit verursacht – zu ihrem Vorteil.

12.08.2019

Knapp 100 Gäste kamen zum ersten „Dinner in Weiß“ auf den Marktplatz in Wusterhausen und feierten zusammen runde Geburtstage oder Vereinsjubiläen. Das Festkomitee der Stadt hatte dazu eingeladen.

12.08.2019