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Wusterhausen Kevin Jerke forscht und spendet für Gesundheit in Ostprignitz-Ruppin
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen

Kevin Jerke aus Wusterhausen scheibt Masterarbeit zu E-Health in Ostprignitz-Ruppin

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10:14 29.07.2021
Kevin Jerke (v.l.), Diana Schumacher und Landrat Ralf Reinhardt bei der Spendenübergabe an das Netzwerk Gesunde Kinder.
Kevin Jerke (v.l.), Diana Schumacher und Landrat Ralf Reinhardt bei der Spendenübergabe an das Netzwerk Gesunde Kinder. Quelle: Ulrike Gawande/Landkreis OPR
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Kyritz

Das Netzwerk Gesunde Kinder in Kyritz kann sich über eine Spende von 500 Euro freuen. Das Geld wurde jetzt vom Ostprignitz-Ruppiner Landrat Ralf Reinhardt und dem Studenten Kevin Jerke an Diana Schumacher, Netzwerkkoordinatorin für die Kleeblattregion, übergeben.

Zustande kam die Spende, weil zahlreiche Menschen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin einen Fragebogen für die Masterarbeit von Kevin Jerke ausgefüllt hatten – dazu hatte Jerke aufgerufen und dafür eine Spende in Aussicht gestellt.

Kevin Jerke stammt aus Wusterhausen

Der gebürtige Wusterhausener, der in Kyritz zur Schule gegangen ist und jetzt in Berlin lebt, hat nach seiner Ausbildung bei einer Krankenkasse seine Leidenschaft für das Thema Gesundheitsmanagement entdeckt.

An der Hochschule für Oekonomie und Management (FOM) in Hannover hat er im Masterstudiengang Business Consulting und Digital Management seine Masterarbeit zum Thema „Perspektiven für die Digitalisierung der Gesundheitsversorgung unter der Verwendung von E-Health am Beispiel des Landkreises Ostprignitz-Ruppin“ geschrieben.

„Es war eine zweiteilige Forschungsarbeit“, erklärt der 30-Jährige. Für diese führte er zum einen Expertengespräche unter anderem mit Landrat Ralf Reinhardt dem Präsidenten der Medizinischen Hochschule Brandenburg (MHB) in Neuruppin, Edmund Neugebauer,, sowie mit Ärzten der Ruppiner Kliniken, um den Handlungsrahmen für den Einsatz von E-Health – der Anwendung von elektronischen Medien im Gesundheitswesen – in der Region abzustecken.

Masterarbeit zur digitalen Gesundheit in Ostprignitz-Ruppin

Zum anderen führte Kevin Jerke für die Masterarbeit eine Patientenbefragung durch. „Es ist wichtig, so eine Analyse in einem ländlich geprägten Kreis zu machen“, betonte Ostprignitz-Ruppins Landrat Ralf Reinhardt.

Er halte die Arbeit von Kevin Jerke für unterstützenswert, besonders da es eine Verknüpfung zur MHB gegeben habe, und auch in der Hoffnung, dass das eine oder andere Ergebnis der Arbeit letztlich auch einen Nutzen für den Landkreis bringe.

Das sieht auch Kevin Jerke so, der sich wünscht, dass mindestens eine der Handlungsempfehlungen zum Thema E-Health aus der Thesis im Landkreis entwickelt und zukünftig als digitales Produkt deutschlandweit für die Gesundheitsversorgung genutzt wird. Damit einhergehend erhofft sich der 30-Jährige zugleich eine Attraktivitätssteigerung für seine Heimat.

Student lobte Spende aus für jeden Fragebogen

Um aber erst einmal möglichst viele Antworten zu seinem Fragebogen, der über die Sozialen Medien und andere Formate an mehrere hundert Menschen im Landkreis Ostprignitz-Ruppin verschickt wurde, zu erhalten, kündigte Kevin Jerke eine Spende von einem Euro für jedes zurückgesandte Exemplar an.

Als Empfänger für die Spende standen das Netzwerk Gesunde Kinder, der Initiative Jugendarbeit Neuruppin sowie der Verein Stattwerke zur Auswahl. 235 ausgefüllte Fragebögen erhielt Jerke letztlich zurück.

Jeder Teilnehmende der Umfrage durfte zudem abstimmen, an welche der drei Organisationen das Spendengeld gehen sollte. Die meisten Stimmen erhielt das Netzwerk Gesunde Kinder. Der Landkreis Ostprignitz-Ruppin stockte daraufhin die Spendensumme auf den vollen Betrag von 500 Euro auf.

Netzwerk Gesunde Kinder musste plötzlich digital werden

Die Idee der Arbeit findet Diana Schumacher überaus interessant, zumal die vergangenen Monate während der Corona-Pandemie gezeigt hätten, wie wichtig es sei, auch digitale Möglichkeiten zu haben, um den Kontakt zu den Familien nicht zu verlieren.

„Wir mussten von jetzt auf gleich digital werden, aber eine Homepage alleine reicht nicht, um alle Familien zu erreichen.“ So werden jetzt auch soziale Medien genutzt, um die Arbeit des Netzwerkes nach außen zu tragen, etwa mit einem Facebook-Auftritt.

Treffen vor Ort wieder möglich

Durch die jüngste Rücknahme der Corona-Beschränkungen sind jetzt auch wieder Gruppen-Treffen vor Ort oder Vorträge für Familien möglich. „Aber man merkt noch eine gewisse Zurückhaltung“, berichtet Diana Schumacher.

Rund 350 Familien in ganz Ostprignitz-Ruppin werden derzeit von rund 60 ehrenamtlichen Patinnen und Paten betreut, wobei die Betreuung bei der Schwangerschaft beginnen kann und mit dem dritten Geburtstag des Kindes endet. Es ist ein kostenloses Angebot für alle Familien im Landkreis.

Ausbildung zum Paten erstmals digital

„Unsere Paten müssen ein offenes Ohr und ein offenes Herz haben“, erklärt die Netzwerkkoordinatorin, die der Überzeugung ist, dass man Gesundheit ganzheitlich denken muss. Dies wird auch den Paten vermittelt. Der letzte Durchgang der Paten-Ausbildung über vier Tage wurde aufgrund von Corona erstmals digital durchgeführt. „Das lief besser als erwartet“, so Diana Schumacher.

Einig war sie sich mit Landrat Ralf Reinhardt, dass jedoch nicht komplett digital gearbeitet werden sollte. „Der Mensch kommuniziert nicht ausschließlich über Sprache“, so Ralf Reinhardt, der E-Health jedoch als wichtige Ergänzung der Gesundheitsversorgung im ländlichen Raum sieht. Es sei die schnellste Möglichkeit, um die Ort-Zeit-Barriere zu überwinden und einen schnellen Austausch von Arzt und Patient zu ermöglichen.

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Von MAZ-online

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