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Wusterhausen Heimatgeschichte liebevoll serviert
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12:06 31.12.2018
Vereinsmitglieder, verkleidet als Salzfrauen oder Pilger, zeigen auf Wunsch Gästen die Stadt. Quelle: Wolfgang Hörmann
Wusterhausen

Der Kulturverein Wusterhausen geht in sein 20. Jahr. Über das 2018 Erreichte und die nächsten Ziele sprach die MAZ mit der Vereinsvorsitzenden Bärbel Hartwig.

Wie fällt ihr Blick auf das zurückliegende Jahr aus?

Bärbel Hartwig: Ich finde, es war es ein gutes Jahr mit vielen Höhepunkten. Auf der kulturellen Schiene haben wir wieder so einiges bewegen können. Dafür danke ich meinen Mitstreitern im Vorstand und allen Mitgliedern, die sich engagiert haben.

Was hatte denn der Kulturverein im Angebot?

Wie gesagt, vor allem viel ehrenamtliches Engagement. Ich denke da nur an die sechs Ausstellungen im „Alten Laden“ in unserer Regie, an die Unterstützung des Musiksommers in der Kirche St. Peter und Paul, den traditionellen Osterspaziergang unweit der Dosse und die Teilnahme an mehreren Umzügen. So machten wir zum Beispiel den Brandenburg-Tag in Wittenberge, die 725-Jahr-Feier in Metzelthin und das Vereins- und Kreisschützenfest in Wusterhausen bunter. Erinnern will ich auch an den mittlerweile 3. Stadtspaziergang im September. Und dann sind es Vereinsmitglieder, die absichern, dass seit dem Juni das Wegemuseum auch sonntags besucht werden kann. Bei all dem hat der Verein mit dem Museum und der Bibliothek wieder als Team funktioniert.

Sechs Ausstellungen in einem Jahr – ist das nicht zu viel des Guten?

Tatsächlich. Deshalb sollen es ab 2019 weniger sein. Wir wollen in erster Linie, dass die Exponate länger in der Galerie verbleiben können. Außerdem sind wir 2018 an unsere Grenzen gestoßen, was die Organisation der Schauen betrifft. Immerhin sind Verträge auszuhandeln, Versicherungen abzuschließen, nicht selten Transporte zu organisieren, Flyer zu drucken – kein Pappenstiel für uns Ehrenamtler.

Wer stellt 2019 aus?

Zunächst ist es ab dem 16. Februar Jana Kuska aus Wusterhausen mit ihren Fotos aus der heimischen Natur. Am 28. Mai stellt die Kunstakademie Ganzer „Fontanes Kochbuch“ vor. Ab dem 7. September bringen die Malerinnen Inge Kretschmer und Ute König eine Auswahl ihrer Arbeiten in die Öffentlichkeit. Den Reigen beschließt ab dem 1. Dezember traditionell Schülerkunst.

Arbeitseinsätze zur Verschönerung

Der Kulturverein Wusterhausen hat sich im Jahr 2000 gebildet. Von den zwölf Gründungsmitgliedern sind noch Axel Wisotzki, Christiane Schael, Axel Herrmann sowie Gesine und Roland Tille dabei. Mitglied kann jeder Erwachsene werden. Die jährliche Beitragshöhe beträgt 30 Euro.

Als Förderverein für das „Herbst’sche Haus“ am Marktplatz Nummer 3, eines der ältesten Fachwerkbauten der früheren Ackerbürgerstadt, versteht sich der Kulturverein. Das Gebäude bekam im Jahr 2011 nach kompletter Sanierung eine neue Bestimmung.

Es beherbergt seitdem das Wegemuseum, die Bibliothek, die Galerie „Alter Laden“ und den Tourismusstützpunkt. Außerdem ist es Heimstatt des Kulturvereins, dem wichtigsten Förderer des Ganzen. Zu seinen Anliegen gehören auch Erforschung und Dokumentation der Heimatgeschichte sowie deren Publikation.

Der eingetragene Verein unterstützt kulturelle Aktivitäten in der Großgemeinde und widmet sich der Zusammenarbeit mit der Kirche. Das Stadtbild von Wusterhausen zu verschönern, ist den 56 Vereinsmitgliedern ebenfalls wichtig. Im April und im August 2019 wollen die Mitglieder ein Areal an der Stadtmauer reinigen.

Zu den Vorhaben des ­Vereins im Fontane-Jahr gehört eine Exkursion nach Neuruppin. Die Konkretisierung steht aber noch aus.

In Wusterhausen hat sich ein Komitee gegründet, das sämtliche öffentlichen Feste in der Stadt vorbereitet und organisiert. Mit Jacqueline Salih (Vorsitzende), Roland Tille und Jaques-Yves Henry gehören ihm auch Mitglieder des Kulturvereins an.

Sie erwähnten auch die Stadtspaziergänge. Was steckt dahinter?

Zwei bis drei Stunden Heimatgeschichte pur. Teilnehmer sind in erster Linie Wusterhausener, Interessenten kommen aber auch aus dem Umland. Weggezogene nehmen die Treffen zum Anlass, ihrer Heimatstadt mal wieder einen Besuch abzustatten. Die Idee, einzelne Straßen abzulaufen und dabei die Geschichte jedes der Häuser aufleben zu lassen, ist der Renner. Wir haben 2016 in der Berliner Straße angefangen, uns danach die Bahnhofstraße vorgenommen und waren im vergangenen September auf dem Marktplatz. Es ging dabei aus Zeitgründen nur um die ungeraden Hausnummern. Die geraden kommen 2019 dran. Danach geht’s weiter. Wir haben ja in Wusterhausen so viele Straßen ...

Was macht den Erfolg aus?

Ich denke, die Beliebtheit rührt daher, dass jeder einbezogen werden kann mit seinen Erinnerungen und kleinen Episoden. Das ergänzt, worauf sich der Ur-Wusterhausener Reiner Lehmann als Erklärer stets vorbereitet.

Haben Sie bei ihrer ehrenamtlichen Arbeit Unterstützung aus dem Rathaus?

Oh ja, das klappt ganz gut. Kontakte zur Verwaltung kamen auch 2018 problemlos zustande. Ex-Bürgermeister Roman Blank oder die Fachfrau fürs Bauen Melanie Füllgraf hatten immer ein offenes Ohr für uns. Ich wünsche mir für 2019, dass es so bleibt.

Was nimmt sich der Verein für das kommende Jahr vor?

Es bleibt bei dem Gewohnten, mit dem wir aber noch mehr Menschen erreichen wollen. Unsere Mitglieder beteiligen sich an allen Veranstaltungen im „Herbst’schen Haus“ und in der Stadt. Wir sichern wie bisher bei Lesungen der Bibliothek, wie innerhalb der Reihe „Literatur-Café“, und Vorträgen, bei Vernissagen und anderen Veranstaltungen die musikalische und kulinarische Betreuung ab, sind beim zweitägigen Sommerfest am Ufer des Klempowsees dabei und natürlich auch beim Nikolausmarkt unterm Weihnachtsbaum.

Gewählt wird ja bei Ihnen auch.

Ja, alle zwei Jahre bestimmt die Mitgliederversammlung den neuen Vorstand. Am 21. März ist es wieder soweit.

Werden Sie wieder kandidieren?

Ich habe es mir vorgenommen. Es wäre dann meine dritte Wahlperiode.

Von Wolfgang Hörmann

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