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Wusterhausen Kunstaktion in Blankenberg: Was ein Bienenvolk aus Goethes Gesicht gemacht hat
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen

Kunstaktion in Blankenberg zum Tag des offenen Denkmals 2021

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12:16 07.09.2021
Die „Talking Heads“ sind eine Idee von Bärbel Rothhaar zum Tag des offenen Denkmals in Blankenberg.
Die „Talking Heads“ sind eine Idee von Bärbel Rothhaar zum Tag des offenen Denkmals in Blankenberg. Quelle: Privat
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Blankenberg

Nach der Premiere im vergangenen Jahr laden die Eigentümer des ehemaligen Gutshauses in Blankenberg (Wusterhausen) auch 2021 zum Tag des offenen Denkmals ein. Tobias Leipprand und Ed Velasco begrüßten damals mehr als 200 Interessenten auf ihrem Gelände.

Tobias Leipprand und Ed Velasco sind seit 2018 Besitzer des Blankenberger Gutshauses und bemühen sich um die Balance zwischen Historie und zeitgemäßer Nutzung. Quelle: Alexander Beckmann

Für dieses Jahr haben die beiden wieder etwas vorbereitet. „Wir bieten eine Kunstausstellung an“, so Leipprand. Am kommenden Sonntag sind am und im Gutshaus von 10 bis 18 Uhr Kunst-Installationen von Bärbel Rothaar zu sehen.

Sprechende Köpfe am Gutshaus Blankenberg

So gibt es die „Talking Heads“ an der Fassade des Gutshauses, eine Installation im Gutspark und eine Video-Installation im historischen Festsaal mit dem Titel „Goethe-Metamorphosen“. Die Ausstellung selbst trägt den Titel „Sein und Schein“.

In der Video-Installation ist zu sehen, wie Bienen an Wachsskulpturen, einem Porträt und einer Figur von Goethe arbeiten. Bärbel Rothhaar findet, dass Goethe ganz wunderbar zum Thema „Sein und Schein“ passt. Er selbst hat seine Autobiografie „Dichtung und Wahrheit“ genannt.

„Als ich in der Staatlichen Gipsformerei in Berlin gearbeitet habe, war ich fasziniert von der großen Sammlung an Gesichtsabformungen, unter anderem von Goethe. Er war ein guter Kunde der Gipsformerei und hat sich mit Mitte 60 vermutlich in dieser Werkstatt das Gesicht abformen lassen“, erzählt die Künstlerin.

Eine Totenmaske habe er aber wohl auf keinen Fall haben wollen. Das sei auch testamentarisch verfügt worden. Zudem sei er ja auch Naturforscher gewesen und hätte sich mit Metamorphosen, beispielsweise von Pflanzen befasst.

Bärbel Rothhaar macht Kunst mit Wachsabdruck von Goethe

Bärbel Rothhaar hat deshalb einen Wachsabguss der Maske anfertigen lassen und ihn direkt in der Werkstatt in einen Bienenschaukasten mit einem Bienenvolk eingesetzt. Über zwei Jahre verwandelten die Bienen seine Maske und eine kleine Skulptur von ihm. Dabei entstand ein Video.

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Bärbel Rothhaar hat Bildende Kunst an der Universität der Künste Berlin studiert und anschließend am Whitney Museum Independent Study Program in New York teilgenommen.

Sie bekam zahlreiche Stipendien unter anderem von der Studienstiftung des Deutschen Volkes und der Karl-Hofer-Gesellschaft Berlin. Seit 1980 stellt sie im In-und Ausland aus und führt Projekte durch. Auszüge ihrer Arbeiten sind nun am Sonntag in Blankenberg zu sehen.

Von Sandra Bels