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Wusterhausen Robert Rauh liest über Fontane
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Robert Rauh liest über Fontane
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09:10 27.10.2019
Robert Rauh beantwortete nach der Lesung Fragen aus dem Publikum und signierte Bücher. Quelle: Wolfgang Hörmann
Wusterhausen

Robert Rauh ist ein Spurensucher auf Wanderschaft, was nicht immer ganz wörtlich zu nehmen ist, denn: Wie einst Theodor Fontane tauscht er zum Unterwegssein auch gern mal Schusters Rappen gegen rollenden Komfort ein. Wichtig ist ihm, ans Ziel zu kommen.Was er dort findet, hat er schon in mehreren Bänden geschildert. Dazu trat er die Fußstapfen des berühmtesten Dichters der Mark.

Neuestes Buch vorgestellt

Für seine neuestes Buch „Fontanes Ruppiner Land“ hat Rauh sie wieder gefunden. Er begab sich auf „Neue Wanderungen durch die Mark Brandenburg“, wie es im Untertitel heißt. Dabei macht er in 22 Orten Halt, auch in Tramnitz, Trieplatz, Ganzer und Wusterhausen. In diesen vier Orten informieren gerade unübersehbar Stelen darüber, dass Fontane sie einst besuchte und ihnen später literarische Unvergessenheit bescherte.

Fünf Passagen vorgelesen

Robert Rauh fand bei seinen Stippvisiten durchaus Anlässe, den Worten des großen Meisters „mit hochaktueller Skepsis“ zu begegnen. Bei der Buchvorstellung von „Fontanes Ruppiner Land“ am Samstagabend im „Alten Laden“ des Herbst’schen Hauses kamen dafür mehrere Beispiele zur Sprache. Rauh stellte eine Stunde lang Passagen aus fünf unterschiedlichen Ausgaben von Fontanes „Wanderungen“ Erhellendes, Enthüllendes, Ergänzendes gegenüber.

Notizbücher wurden ausgewertet

Dabei half ihm, dass er Notizbücher des Dichters der Mark einsehen und auswerten konnte. Ihr Schreiber selbst habe diese Hilfsmittel in aller Regel nie erwähnt, so Rauh. In Fontanes Wusterhausen-Kapitel allerdings kommt die Kladde vor. Darin hätte er ein bewohntes Storchennest auf dem Heiliggeist-Kloster – als Vorlage vor Augen – skizziert, schreibt der Wanderer. Tatsächlich findet sich unter rund 600 Darstellungen anderer Motive, die archiviert sind, kein Nest in luftiger Höhe. Das wäre auch schlecht möglich, war Familie Adebar zum Zeitpunkt der Fontane-Visite im September 1873 in der Dossestadt chon in warme Gefilde unterwegs. Sicher ist aber, dass er die Nacht zum 17. September des Jahres in der Stadt verbrachte, und zwar in der Gastwirtschaft „Schwarzer Adler“.

Autor schlägt den Bogen zum Heute

Robert Rauh schlägt von dieser Episode den Bogen zum Heute. So macht er es in allen Kapiteln. Zeitzeugen geben Auskunft, zum Teil aus überliefertem Wissen, zum Teil mit Hilfe alter Dokumente. In Wusterhausen gehört zum Heiliggeistkloster der Verweis auf das Seniorenheim mit Teilen der ehemaligen Klosteranlage. Eine bessere Auskunftei als Katharina Zimmermann hätte der interessierte „neue“ Wanderer an der Dosse nicht finden können. Die Museumsleiterin erwies sich als Wissensquelle, was wiederum die Plattform dafür bildete, dass Robert Rauh das Wegemuseum ausführlich beschrieb.

Brunn erscheint nur in einer Fußnote

Nach Wusterhausen kam auch Brunn an die Reihe. „Das ist kein klassischer Fontaneort“, so das Fazit von Rauh. Brunn kommt in den Wanderungen nur in einer Fußnote vor, als Fontane das von Friedrich Drake geschaffene Denkmal in Erinnerung an Vater und Sohn von Romberg erwähnt. Sie verstarben 1833 bzw.1835, der Sohn mit 16. Mit dem Ehepaar Leusmann, das gegenüber der Kirche wohnt, hat Rauh darüber gesprochen. Es versorgte ihn mit Informationen und führte ihn in den ehemaligen Gutspark. Hier stand besagtes Relief, bevor es 1989 seinen Platz vor der Kirche erhielt. Das Fundament des Monuments blieb bewusst am alten Ort und Stelle zurück. Für mehr Geschichte aus den Orten der Mark war die Zeit zu knapp. Viele Besucher kauften deshalb das Buch.

Es ist im Bebraverlag erschienen, ISBN 978-3-86124-723-4.Es ist

Von Wolfgang Hörmann

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