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Wusterhausen Auf touristischem Neuland
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00:24 06.04.2019
Christian Glantz stellt seine Ideen für ein Ferienhausgebiet zwischen Wusterhausen und Bantikow vor.
Christian Glantz stellt seine Ideen für ein Ferienhausgebiet zwischen Wusterhausen und Bantikow vor. Quelle: Wolfgang Hörmann
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Wusterhausen

Bei der Sitzung des Bau- und Ordnungsausschusses der Wusterhausener Gemeindevertretung lag die Betonung am Dienstagabend eindeutig auf dem Thema „Bauen“.

Nachdem notwendige Regularien zum künftigen Windpark und einer Biogasanlage im Ortsteil Kantow diskutiert und beschieden worden waren – es ging um Empfehlungen zu Auslegungsbeschlüssen – rückten Bantikow, Tornow und Ganzer in den Mittelpunkt.

Das beliebte Ferienlager am Klempowsee wurde abgerissen

Alteingesessene Bantikower können sich noch gut an das zu DDR-Zeiten beliebte Ferienlager an der Straße nach Wusterhausen erinnern. Direkt am Ufer des Klempowsees gelegen, ging es viel später in privaten Besitz über, wurde abgerissen und teilweise für touristische Ziele neu erschlossen.

Danach geschah lange Zeit nichts. Dann gab es 2017 einen Eigentümerwechsel. Christian Glantz, Inhaber eines Fliesenhandels mit Niederlassungen in Kampehl, Neuruppin und der Stadt Brandenburg, nahm sich genug Zeit, fundierte Ideen für eine Ferienhausanlage zu sammeln.

15 kleine Unterkünfte uns mehrere fest bewohnte Häuser

Sie soll nun aus zehn bis 15 kleinen Unterkünften in leichter Bauweise bestehen, dazu aber auch aus drei oder vier festen Häusern, die dauerhaft bewohnt würden. Das sei, „schon aus Gründen der Sicherheit“ wichtig, lautet ein Argument des Unternehmers.

Der Ausschuss sah das ebenso. Auch ein Gebäude für Veranstaltungen brachte Glantz in die Diskussion. „Ich halte das Ganze für durchaus nachvollziehbar“, sagte das Ausschussmitglied Torsten Stürmer. Ralf Langer und Torsten Wacker stimmten ihm zu. Die konkreten Planungen können beginnen.

Baugemeinschaft für Gut Tornow

Interesse fanden danach auch die Ausführungen von Patrick F. C. Meier. Der Münchner Architekt und Stadtplaner will mit Partnern auf drei Hektar des Geländes von Gut Tornow unter dem Motto „Landleben“ eine Baugemeinschaft ansiedeln.

Auf dem Gelände von Gut Tornow könnte die Baugemeinschaft „Landleben“ entstehen. Quelle: Wolfgang Hörmann

Sie soll hölzerne Kleinhäuser zum Urlaubmachen errichten und großzügig angelegte „Allgemeinflächen“ gemeinsam nutzen.

„Wir sind keine Unternehmer, sondern verstehen uns als Ermöglicher“, stellte Meier klar. Interessenten sollen sich in einer Genossenschaft zusammenfinden.

Patric F.C. Meier, Architekt Quelle: Wolfgang Hörmann

Musterhäuser in unterschiedlichen Formen waren am Dienstag in einigen Power­point-Bildern zu sehen. Sie trugen Namen wie „Hoch hinaus“, „Weitsicht“ und „Durchblick“.

Dafür, dass ein solches Projekt gelingen kann, nannte Patric F. C. Meier die von ihm mitbegründete Baugesellschaft „Meerleben“ in Hohenkirchen unweit von Boltenhagen.

Konkrete Vorstellungen für das hiesige Vorhaben bekommen Interessenten am Dienstag, 30. April, auf Gut Tornow vermittelt. Die Einladung dazu ging gleich an die Anwesenden und an alle Tornower. Der Ortsvorsteher Uwe Tackmann, bis zum Dienstagabend zur eigenen Überraschung noch nicht eingeweiht, nahm sie mit auf den Heimweg.

Konzept für Ganzer

Der Ortsvorsteher Charles Mason Brown erläuterte dem Ausschuss das Konzept, nachdem Ganzer als „Fontanedorf“ historisch richtig eingeordnet, kulturell noch besser als bisher wahrgenommen und bei der Erhaltung alter Bausubstanz beispielhaft werden kann.

Charles Mason Brown, Ortsvorsteher in Ganzer. Quelle: Wolfgang Hörmann

Dazu brauche man die Unterstützung seitens der Großgemeinde Wusterhausen und in erster Linie seiner Gemeindevertreter, so Mason Brown.

Zur besseren Anschaulichkeit hatte der Vertreter seines Ortes eine Ausgabe der MAZ aus dem vergangenen Monat mitgebracht. Im Kyritzer Lokalteil stand da schon ausführlich, womit der Ortsvorsteher den Fachausschuss am Ende überzeugt zu haben schien.

In welcher Form alle drei Vorhaben in den nächsten Monaten „von außen“ begleitet werden, dürfte wesentlich davon abhängen, wie sich die Volksvertreter nach dem 26. Mai formieren. Dann ist bekanntlich der Tag der Kommunalwahl.

Von Wolfgang Hörmann