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Wusterhausen Rudolf Friese bekommt Diamantenen Meisterbrief
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Rudolf Friese bekommt Diamantenen Meisterbrief
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09:59 15.11.2019
Rudolf Friese (2.v.l.) ist seit 60 Jahren Handwerksmeister und bekam dafür den Diamantenen Meisterbrief überreicht. Quelle: Sandra Bels
Wusterhausen

„Als ich meinen Meister gemacht habe, war der Beruf des Stellmachers schon ein Auslaufmodell“, sagt Rudolf Friese aus Wusterhausen. Im Ort gab es damals kaum noch Kutschen, die repariert werden mussten, weil die Bauern keine hatten. Nur in Neustadt boomte das Geschäft wegen des Gestüts. Wusterhausen profitierte davon aber nicht. Zu tun gab es trotzdem immer etwas bei den Frieses in der Kyritzer Straße 4.

„Wir haben Segelboote gebaut und Aufbauten unter anderem für die Fahrzeuge der Tierklinik in Wusterhausen“, erzählt Friese. Er schaffte es, immer wieder neue Aufträge zu akquirieren und hatte Arbeit für acht Leute.

Besuch von der Handwerkskammer

Das war vor 60 Jahren. Rudolf Friese ist heute 82. Und am Donnerstag hatte er Besuch. Der Hauptgeschäftsführer der Handwerkskammer Potsdam, Ralph Bührig, und die Geschäftsführerin der Kreishandwerkerschaft Ostprignitz-Ruppin, Gunhild Brandenburg, überreichten dem Karosserie- und Fahrzeugbauermeister den Diamantenen Meisterbrief für 60 Jahre Meisterschaft.

Das Firmenschild von damals hängt noch heute in der Werkstatt. Quelle: Sandra Bels

Alte Werkzeuge im Flur

Stolz führte der Meister seine Gäste durchs Haus. Im Flur hat er in zwei Regalen alte Werkzeuge zusammengetragen. Sie sind fast alle noch von seinem Vater, der ebenfalls Rudolf hieß. Alte Hobel und Stellmacherwerkzeuge zeugen davon, dass die Arbeit vor 60 Jahren schwer war und vor allem mit der Hand ausgeführt wurde. Gern erinnert sich Friese daran, wie früher das Holz beschafft wurde. „Wir haben es teilweise noch selbst geschlagen“, sagt er und fügt an: „Was glauben Sie, wie oft wir mit dem schweren Ackerwagen dabei im Boden versunken sind?“

Als junger Mann stieg Rudolf Friese in den väterlichen Betrieb ein. 1975 übernahm er ihn. Damals war der Vater, Rudolf Senior, längst im Rentenalter.

Übernahme war nicht einfach

Der Sohn musste darum kämpfen, den Betrieb zu DDR-Zeiten übernehmen zu können. „Eigentlich sollte ja damals alles in der PGH zusammengefasst werden“, so Rudolf Friese. Es war die Produktionsgenossenschaft des Handwerks. Friese wollte dort aber nicht Mitglied sein und schaffte es nach vielen Diskussionen, privat zu bleiben. Er übernahm damals auch die Mitarbeiter, die schon beim Vater tätig waren.

Blick ins Fotoalbum: Solche Aufbauten fertigte die Firma Friese an. Quelle: Sandra Bels

Weitere Ausbildungen

Mit den Jahren kamen auch die nächsten Ausbildungen. Rudolf Friese ist Stellmachermeister, Karosseriebauermeister und Schweißingenieur. Friese erzählt, dass er immer dafür gesorgt hat, dass es einen Holzbereich im Unternehmen gibt. „Zwei Mitarbeiter waren immer für die Holzarbeiten zuständig“, so Friese.

Heute, sagt Schwiegersohn Axel Pankrath, der das Unternehmen seit 2001 führt, dass es zu 99 Prozent eine Bautischlerei ist. Sein Sohn Maximilian (28), der schon mit zwölf Jahren den Opa stolz machte, weil er unbedingt Tischler werden wollte, ist seit drei Jahren angestellt, natürlich Tischlermeister, und strebt die Nachfolge seines Vaters an. Er führt das Unternehmen dann in der vierten Generation.

Moderne Werkstatt

Rudolf Friese kommt immer noch gern in die Werkstatt. Sie ist in der Vergangenheit moderner geworden, neue Maschinen kamen dazu. Viele alte Stücke erinnern an ihn, zum Beispiel die alten gemalten Werbetafeln an der Wand.

Wenn Tochter und Schwiegersohn im Urlaub sind, dann passt der Vater auf alles auf. „Er ist dann immer ganz aufgeregt“, sagt seine Tochter Kathrin Pankrath. Sie ist heute die Seele der Firma „Friese & Pankrath“ in Wusterhausen und kümmert sich um die Buchhaltung. Früher war es die Mutter, die immer noch ein bisschen hilft.

In der modernen Werkstatt werden heute überwiegend Tischlerarbeiten angefertigt. Quelle: Sandra Bels

Von Sandra Bels

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