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Wusterhausen Besucher auf der Rathausbaustelle
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00:21 14.05.2019
Am Tag der Städtebauförderung zeigte Wusterhausen seine Rathausbaustelle. Quelle: Sandra Bels
Wusterhausen/Kyritz

Mehr als 60 Interessenten in drei Führungen. Das ist die Bilanz des Tags der Städtebauförderung in Wusterhausen. Die Verwaltung hatte die Rathausbaustelle am Samstagvormittag geöffnet. Bauhelme lagen bereit. Architekt Wolfhardt Focke, Bürgermeister Philipp Schulz, Bauamtsleiterin Melanie Füllgraf und Hartmut Janschke vom Bereich Städtebauförderung gaben Auskunft.

Halbzeit am Rathaus

Es ist Halbzeit auf der Baustelle. Das erfuhren die Interessenten beim Rundgang. Seit September 2017 wird an der Sanierung des Rathauses gearbeitet. „Eine schmucke alte Dame wird hergerichtet“, so der Architekt. Seit dem Baubeginn gab es 76 Bauberatungen. Zu besprechen war eine Menge, denn wegen zunächst nicht erkennbarer Schäden besonders im Holzbereich stiegen die ursprünglich veranschlagten Baukosten von 1,7 auf derzeit 3,8 Millionen.

Ein großer vorher nicht sichtbarer Teil waren die Deckenbalkenköpfe. „75 Prozent der vorhandenen mussten erneuert werden“, erklärte Wolfhardt Focke. 170 Balkenköpfe waren es insgesamt. 110 Kubikmeter Ziegelmauerwerk, 30 Kubikmeter Betonfundamente und 2900 Quadratmeter Innenputz sind in der ersten Halbzeit verschwunden.

Fahrstuhlschacht war ein Tresorraum

Der heutige Fahrstuhlschacht gehörte einst zum riesigen Tresorraum des Rathauses. Dort musste der meiste Stahlbeton entfernt werden. „Das war eine Knochenarbeit“, so Wolfhardt Focke. „Egon Olsen hätte das hier ganz sicher nicht geknackt“, fügte er mit einem Augenzwinkern an.

Im Haus wurden Flure geöffnet für mehr Licht und Wände entfernt, um größere Räume zu erhalten. Wegen des Schwammbefalls musste eine Hausseite auf dem Hof komplett neu aufgebaut werden. Gegenüber wurde die Fachwerkmauer fachgerecht saniert. Insgesamt kamen elf Kilometer Daten- und Elektrokabel ins Haus. „Die konstruktive Sanierung ist abgeschlossen, nun kommt der Innenausbau“, so Focke.

Vortrag im Kyritzer Rathaus

Auch in Kyritz gab es am Tag der Städtebauförderung etwas zu sehen. Im Ratssaal widmete sich zunächst Archäologe Hartmut Lettow den Ausgrabungen, die in den zurückliegenden Jahren parallel zu den Straßenbauarbeiten in der Stadt liefen. Er berichtete unter anderem über einen Skelettfund in der Graf-von-der-Schulenburg-Straße, der nach einer Spezialanalyse 1000 Jahre alt ist.

Nach einem weiteren Knochenfund im Jahr 2018 bei der Sanierung der Prinzenstraße, der noch mit der C-14-Methode auf sein Alter untersucht werden soll, geht Hartmut Lettow aber schon jetzt davon aus, dass sich im Bereich Prinzenstraße/Schulenburgstraße wahrscheinlich ein slawisches Gräberfeld befinden könnte.

Pläne für den Klostergarten vorgestellt

Landschaftsarchitekt Neumann Gusenburger stellte die Pläne für den Klostergarten vor. Er schlug unter anderem vor, die Umrisse der abgerissenen Kirche durch eine Hecke wieder sichtbar zu machen. Das stieß bei den Zuhörern auf Zuspruch.

Im Kyritzer Rathaus stellte Landschaftsarchitekt Neumann Gusenburger (l.) die Pläne für den Kloster- und Kirchgarten und den Klosterplatz vor. Quelle: Sandra Bels

Überhaupt nicht einverstanden waren sie mit dem Vorschlag, den Klostergarten selbst wieder dorthin zurückzuverlegen, wo er sich einst befunden haben muss, und den früheren Kreuzgang wieder anzudeuten. Wo heute das Rondell ist, hat laut Gusenburger früher ein Haus gestanden. Der Garten war dichter an der Bühne, so die Vermutungen. Man könnte ihn ohne großen Aufwand wieder dorthin verlegen und alle Gewächse drumherum dabei erhalten. Darüber wird es sicher noch Diskussionen geben.

Von Sandra Bels

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