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Wusterhausen Überraschung für die gute Seel
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Überraschung für die gute Seel
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15:14 30.12.2018
Manuela Wlodarski und Holger Zepuntke nahmen Rebecca Seel in die Mitte. Die freute sich am letzten Freitag des alten Jahres über eine unerwartete Würdigung. Quelle: Wolfgang Hörmann
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Schönberg

Wer sagt denn, dass es Bescherung nur am Heiligabend geben kann? Diese Frage haben Manuela Wlodarski aus Schönberg und Holger Zepuntke aus dem benachbarten Wulkow am letzten Arbeitstag 2018 auf eigene Weise beantwortet.

Die beiden sind Ortsvorsteher in ihren Dörfern der Gemeinde Wusterhausen und standen zum Jahresende noch ganz unter dem Eindruck der gemeinsamen Weihnachtsfeier für die Rentner.

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Vorgefeiert wurde das Fest der Feste bereits am 7. Dezember in Schönberg. Kurz vor Silvester gab es nun einen Nachschlag der besonderen Art. Und den tischten die zwei einer Frau auf, die eben jene Feier mit ihrer Kochkunst krönte: Rebecca Seel.

Die Rentner haben Geld gesammelt

Sie wusste nicht, was sie erwartete, als sie am letzten Freitag dieses Jahres ins Wlodarski-Haus eingeladen worden war. Da gab es dann die Überraschung: Die feiernden Rentner hatten Geld gesammelt, ihre Ortsvorsteher ein Geschenk in Form von Gutscheinen besorgt, und die nahm die 63-Jährige nun sichtlich gerührt entgegen. Für die wertvollen Zettel kann sie nun jede Menge Gewürze im Internet einkaufen, was der Hobby-Köchin aus Leidenschaft Tränen der Rührung in die Augen trieb.

Eine Urkunde für die Köchin

Vielleicht lag das aber auch an der Urkunde, die das Duo Wlodarski und Zepuntke extra angefertigt hatte. Darauf steht: „Im Namen der zufriedenen Ruheständler von Schönberg, Wulkow und Tramnitz möchten wir Dir für Deine uneigennützige und aufopferungsvolle Arbeit zum Wohle der Gemeinschaft herzlich danken.“

Die gute Seele Rebecca Seel verwöhnte die Rentner. Quelle: E-Mail-MVD

Am 7. Dezember hatte die gelernte Diätassistentin und spätere langjährige Verkäuferin 35 Seniorinnen und Senioren mit einer Blumenkohl-Cremesuppe, geschmorten Rippchen, mehreren Kohl-Beilagen, glasierten Möhren, Klößen und einem Obstsalat mit Sahne verwöhnt. „Daran habe ich drei Tage zu Hause gekocht“, verriet sie nun, und auch den Grund für die Plackerei: „Ganz einfach, weil es mir Spaß macht und Freude, wenn es allen schmeckt.“

Die Weihnachtsfeier war nicht die erste Aktion dieser Art. „Rebecca denkt sich immer wieder neue Gerichte aus, die sie für uns kocht, wenn es im Dorf was zu feiern gibt. Das macht sie schon seit drei Jahren.

Angefangen hat alles mal mit einer Hexensuppe, schön heiß und scharf“, erinnert sich die Schönberger Ortsvorsteherin und ist bemüht, die Zutaten aufzuzählen. Chili kommt als Erstes. Sie ist froh, Rebecca Seel in ihrem Helferkreis zu haben, zu dem auch noch Doreen und Marko Harnack, Bernd Langner und Britta Zahn gehören.

Die nächsten Feste sind bereits geplant

Gemeinsam beraten sie vor „großen“ Festen wie Oster- und Herbstfeuer, Sommerfest oder Weihnachtsfeier, was gebraten und gekocht werden soll. Rebecca Seel stellt sich dann an den Herd. Die nächste Schönberger Schlemmerei ist schon im Gespräch. Im Februar steht wieder das Eisbeinessen an, auch so ein Dorf-Ritual, das Freunde deftiger Kost zusammenführt.

Im Februar kochen nur Männer

Allerdings setzt sich dann ein Männer-Trio die Kochmützen auf. Es sind Marko Harnack, Bernd Langner und Olaf Buchholz. Und die kennen ihren Job. Sie schwören dabei auf einen extragroßen Topf, der schon in die Jahre gekommen ist, und dem sie auf dem Herd im Gemeindehaus die Schweinebeine anvertrauen.

Frauen sind dabei außen vor. „Höchstens, wenn mal ein Gewürz ausgegangen ist, darf ich eingreifen“, verrät Rebecca Seel. Daran sollte ja nun für länger kein Mangel sein.

Von Wolfgang Hörmann