Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Wusterhausen Gewerbegebiet Wusterhausen: Rund die Hälfte steht leer
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Gewerbegebiet Wusterhausen: Rund die Hälfte steht leer
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:35 29.08.2019
Im Wusterhausener Gewerbegebiet ist ein Großteil der Fläche seit vielen Jahren ungenutzt. Quelle: Alexander Beckmann
Wusterhausen

Die Aufschrift lässt sich gerade noch so entziffern: „Dieses Vorhaben ist vom Europäischen Fonds für regionale Entwicklung kofinanziert worden.“ Das blaue Schild mitten im Wusterhausener Gewerbegebiet am Winkelweg trotzt offenbar schon lange Wind und Wetter. Ringsum erstreckt sich viel Wiese. Ganz am Rand stehen ein paar Firmengebäude.

Genau dieser Umstand bereitet den Wusterhausener Lokalpolitikern seit vielen Jahren Sorge. Von den einst für Gewerbeansiedlungen erschlossenen 8,5 Hektar wartet aktuell noch immer rund die Hälfte auf eine Nutzung. Die Gemeinde selbst hat noch 2,7 Hektar im Angebot. „Immerhin hat sich da schon was getan“, schätzt Bürgermeister Philipp Schulz ein. Denn Ende vergangenen Jahres betrug diese Fläche noch 3,2 Hektar. Und derzeit laufen Verhandlungen über den Verkauf von weiteren 1,7 Hektar.

Initiative der REG ist willkommen

Doch weder Schulz noch die Mitglieder des Ausschusses für Wirtschaft und Tourismus der Gemeindevertretung sind mit der Ausnutzung des Gebietes zufrieden. Entsprechend positiv nahmen sie bei ihrer ersten Sitzung am Dienstag eine Initiative der Regionalentwicklungsgesellschaft (REG) Nordwestbrandenburg auf, Gewerbegebiete in der Region einheitlich und vor allem werbewirksamer als bisher zu beschildern. „Na, klar haben wir als Gemeinde Wusterhausen ein Interesse daran“, erklärte der Bürgermeister.

Dass das nicht ausreichen wird, darüber waren sich alle ebenso einig. „Seit Jahren dümpelt das Gewerbegebiet so vor sich hin“, zog Barbara Linke (UWG) als Fazit. Es sei ursprünglich für die Erweiterung einheimischer Firmen gedacht gewesen, doch das anfängliche Interesse ebbte bald wieder ab. „Wie gelingt es uns, dass wir das Gebiet vollkriegen – mit dem Ziel Arbeitsplätze zu schaffen?“

Preiskampf ohne Gewinner

Für wichtig hält Barbara Linke den Grundstückspreis. „Ich finde, man sollte mit einem günstigen Preis werben, ohne was zu verschenken.“

Bernd Jünemann (CDU) zeigt sich da skeptisch: „Das ist doch schon gemacht worden – ohne großen Erfolg.“ Dirk Blume (Fraktion Ländlicher Raum) schloss sich an: „Ich glaube, 5 oder 8 Euro pro Quadratmeter sind für den Unternehmer letztlich nicht das entscheidende Kriterium.“ Unbürokratisch und schnell müsse so eine Ansiedlung machbar sein. Und vielleicht könnten ja die Kommunen untereinander Interessenten vermitteln, die vor Ort nicht gleich fündig werden.

Lothar Schnick (Fraktion „Wusterhausen kann mehr“) sieht das Ganze optimistisch: „Ich denke, dass in geraumer Zeit wirklich Nachfrage kommt.“ Schließlich seien die Gewerbegebiete im benachbarten Neustadt fast ausgelastet. Man müsse das Wusterhausener Angebot nur gut dokumentieren und bekanntmachen.

Mehr Kontakt zur Wirtschaft gefordert

Dirk Blume unterstützte das. Die Gemeinde sollte vor allem Unternehmen in der Region gezielt ansprechen. „Manchmal brauchen ja auch Unternehmer einen Impuls von außen.“ Barbara Linke sieht dabei den Bürgermeister in der Pflicht. Schließlich gehöre die Wirtschaftsförderung in sein Ressort. „Sie besuchen doch mehr oder minder regelmäßig Betriebe.“

Bürgermeister Philipp Schulz wirkte keineswegs davon überzeugt, diese Aufgabe so nebenher mit erfüllen zu können. In der Wirtschaftsförderung arbeite die Gemeinde vor allem eng mit Kyritz zusammen. Dort sei man ja auch Gesellschafter der REG. Wusterhausen ist das bisher nicht. Für Schulz stellt sich die Frage: „Versuchen wir es weiter alleine als Gemeinde oder ist es sinnvoll, mehr über die REG zu machen?“

Mit dieser Frage will sich der Wirtschaftsausschuss nun intensiver beschäftigen und dazu in einer der nächsten Sitzungen auch einen REG-Vertreter befragen.

Von Alexander Beckmann

Die Feuerwehr und die verheerenden Stadtbrände von Wusterhausen stehen in diesem Jahr am Tag des offenen Denkmals in Wusterhausen im Mittelpunkt. Es gibt Führungen, ein Bibliotheksfest und zwei Ausstellungseröffnungen.

28.08.2019

57 Menschen sind mit einem Hauptwohnsitz auf dem Wusterhausener Campingplatz gemeldet. Das Baurecht schließt so etwas derzeit aus. Der Landkreis kündigt an durchzugreifen. Die Gemeinde sucht nach einer Lösung.

28.08.2019

Das Sommerfest in Heilbrunn immer Ende August scheint bei immer mehr Menschen in der Region fest im Terminkalender zu stehen. Diesmal kamen weit mehr als 1000 Gäste.

26.08.2019