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Wusterhausen Gemeinde will Touristen mehr bieten
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09:52 04.09.2019
Obwohl das nahe Seeufer zu den touristischen Schwerpunkten der Region zählt, geht es auf dem Wusterhausener Marktplatz meist sehr beschaulich zu. Quelle: Alexander Beckmann
Wusterhausen

Die Gemeinde Wusterhausen ist in der Kleeblattregion der touristische Schwerpunkt. Das geht jedenfalls aus den Erhebungen des Landesamtes für Statistik hervor. Demnach wurden im Juni – das ist der jüngste erfasste Zeitraum – 2805 Gäste mit 7929 Übernachtungen gezählt. Im benachbarten Kyritz waren es nur 1975 Gäste mit 4032 Übernachtungen. Neustadt liegt abgeschlagen bei 395 Gästen und 765 Übernachtungen.

Allerdings arbeiten die Statistiker ausschließlich mit Daten aus Beherbergungsbetrieben mit mehr als neun Betten. Doch zumindest vom Trend her lag Wusterhausen bisher meist vorn. 2018 wurden in der Gemeinde 43.405 Übernachtungen gezählt, in Kyritz aber nur 24.396.

Wichtigster Anziehungspunkt ist das Seeufer

„Die beiden Campingplätze spielen da auch eine Rolle, schätzt die Tourismusverantwortliche der Gemeinde Wusterhausen Katharina Zimmermann ein. Gleiches gelte für das Wetter: „Die letzten beiden Sommer waren ja ideal für den Urlaub am Wasser.“

Mit der Situation zufrieden ist Katharina Zimmermann deshalb noch lange nicht. Leider habe die Innenstadt kaum von den Besuchern profitiert. „Es war einfach zu heiß, haben die Leute gesagt.“ Des einen Freud’, des anderen Leid: „Sobald es mal ein Tag lang etwas kühler war, hatten wir auch im Museum Besucher.“ Daran zeige sich, wie wetterabhängig Einrichtungen und Unternehmen abseits des Seeufers derzeit sind.

„Das ist auch ein Grund, das Museum mit aller Kraft als Ausflugsziel zu etablieren“, erklärt die Tourismusfrau, die im Auftrag der Gemeinde eine Hälfte ihrer Arbeitszeit vor allem in diese Attraktion investiert.

Tourismusförderung braucht Kooperationen

Bei beiden Aufgaben ist Katharina Zimmermann nach eigenen Angaben unbedingt auf Unterstützer und Kooperationspartner angewiesen. Das geht beim Betrieb des Museums los: Im Sommer übernehmen ehrenamtliche Helfer vom Kulturverein die Öffnung an den Sonntagnachmittagen.

Darüber hinaus sucht die Wusterhausener Tourismusförderung möglichst oft den Anschluss an überörtliche Projekte – beispielsweise bei der Idee, demnächst im Museum und auf dem Markt Computerterminals für die Touristeninformation zu installieren. „Da sind der Landkreis und das Reisegebiet die Kooperationspartner“, erklärt Katharina Zimmermann.

Die Besucher in die Umgebung ziehen

Auch die Beteiligung an der landesweiten Fontaneroute für Radfahrer geht in diese Richtung. Vier Stationen im Gemeindegebiet zeichnen Fontanes Geschichten nach. „Das ist, glaube ich, ganz gut angelaufen, auch wenn unsere Region in diesem Jahr nicht der Hauptzielort ist.“ Es gehe um die langfristige Wirkung. „Ich bemühe mich, die Dörfer so weit wie möglich mit einzubeziehen.“

Wenn demnächst dank Förderung des Kreises das Wappen an der Tramnitzer Kirche restauriert ist, soll auch das touristisch genutzt werden. „Wir werden dazu die bestehende Ausstellung zur Dorfgeschichte reaktivieren.“ Außerdem wolle man den Bericht des Restaurators vorstellen.

Zusammen mit dem regionalen Kleeblattverbund und dem Amt Rhinow verfolgt Wusterhausen nach wie vor den Ausbau Kanutourismus’ auf der Seenkette und der Dosse. „Das ist schon eine aufwändige Geschichte. Aber wir schätzen, dass sich ein Konzept für so etwas lohnt.“ Es könnte als Grundlage für spätere Fördermittelanträge dienen. Auch der Seerundweg und der Pilgerweg stehen auf dem Plan und sollen perspektivisch aufgewertet werden.

Geschichte soll erlebbar werden

In Kooperation mit dem Sanierungsträger der Stadt Wusterhausen läuft aktuell die Arbeit an einem gedruckten Stadtführer. Zugleich hofft Katharina Zimmermann, im kommenden Jahr den Audioguide zur Stadtgeschichte um weitere fünf auf dann 15 Beiträge ausbauen zu können. Partner dabei ist die Arbeitsgemeinschaft „Städte mit historischen Stadtkernen“. Sie will sich 2020 der Thematik „Krieg und Frieden“ widmen. Wusterhausen schließt sich an.

„Der Kulturtourismus ist das, was die Leute in die Innenstadt lockt“, zeigt sich die Tourismusförderin überzeugt. „In den nächsten Jahren wollen wir dazu auch unsere interessante archäologische Situation in den Blickpunkt rücken.“ Ein spezieller Touristenführer könnte das Ergebnis sein.

Dabei gehe es nicht nur um die Stadt, sondern auch um die Dörfer. Ein Beispiel sei das Nackeler „Gericht“. „Das wollen wir den Gästen in irgendeiner Form zugänglich machen.“ Noch stehe die Idee ganz am Anfang und werde viel Arbeit in Archiven und auch vor Ort erfordern. Katharina Zimmermann sieht in geschichtlichen Aspekten wie der Scharfrichterei aber durchaus touristisches Potenzial.

Generell gelte: „Wir wollen die Leute immer auch auf die Dörfer bringen. Aber dazu muss da natürlich auch was zu sehen sein.“ Die Gemeinde müsse ihren Erlebniswert auf jeden Fall weiterentwickeln.

Von Alexander Beckmann

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