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Wusterhausen Feuerwehr an der Belastungsgrenze
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00:21 30.01.2019
Ehrungen und Beförderungen – auch Bürgermeister Philipp Schulz (r.) gehörte am Sonnabend zu den Gratulanten. Quelle: Alexander Beckmann
Wusterhausen

Feuerwehrleute aus der ganzen Gemeinde kamen am Sonnabend zur Jahresdienstversammlung in der Wusterhausener Dossehalle zusammen. Seit dem vergangenen Jahr ersetzt diese zentrale Veranstaltung die bis dahin üblichen örtlichen Jahrestreffen der Feuerwehreinheiten.

Vor etwa 100 Teilnehmern sowie Gästen aus der Lokalpolitik fasste Gemeindebrandmeister Ralf Hohmann das vergangene Jahr und die aktuelle Situation zusammen.

Hohe Anforderungen, weniger Aktive

Besorgt äußerte sich Hohmann über die wachsende Belastung durch Ausbildung und Einsätze. Es werde immer schwieriger, dies mit Beruf und Familie in Einklang zu bringen. „Durch diese Situation ergibt sich eine stärker werdende Fluktuation an Führungskräften und Feuerwehrkameraden.“

Der Gemeindebrandmeister forderte die Gemeinde auf, für ihre Bediensteten noch mehr Wert auf den Dienst in der Feuerwehr zu legen. Zugleich gewinne die Kooperation mit den Nachbarkommunen weiter an Bedeutung.

Langjährig Aktive geehrt

Das ehrenamtliche Engagement einer Reihe von Feuerwehrleuten wurde bei der Jahresversammlung in Wusterhausen besonders gewürdigt.

Für zehn Jahre treue Dienste geehrt wurden: Laura Hegermann, Pierre Gabelin und Alexander Jähngen.

Für 20 Jahre treue Dienste: Daniela Drange, Michael Rumpel, Oliver Gottschalk und Michael Schleuß.

Für 30 Jahre treue Dienste: Andreas Kolterjahn, Michael Schulz, Volkmar Linke, Torsten Hegermann, Dirk Schirmer und Jens Reimann.

Für 40 Jahre treue Dienste: Ralf Langer, Christfried Drescher, Eckhard Drange und Ralf Hohmann.

Für 50 Jahre treue Dienste: Detlef Wolter, Peter Gurkasch, Heinz Grunzke, Dieter Pietsch und Werner Neitzke.

Das Ehrenkreuz des Kreis-Feuerwehrverbandes gab es für Andreas Kolterjahn und Toni Janschke.

Das Ehrenzeichen der Landesjugendfeuerwehr erhielt Lars Braunsdorf.

Investitionen unerlässlich

Positiv sei die begonnene Beschaffung neuer Einsatzbekleidung sowie der geplante Kauf eines Tanklöschfahrzeugs für die Feuerwehreinheit Dessow zu bewerten.

Hohmann mahnte die Lokalpolitik allerdings auch, die Sanierung oder den Neubau von Gerätehäusern zügiger anzugehen. Vor allem das Gebäude in Wusterhausen selbst platzt offenbar aus allen Nähten und weist zudem mehr und mehr bauliche Mängel auf. Immerhin werde sich Wusterhausen in diesem Jahr mit Standortuntersuchungen befassen, kündigte Bürgermeister Philipp Schulz an.

Ralf Hohmann drängte: „Wenn ein Feuerwehrgerätehaus erweitert oder neu gebaut werden muss, dann sind die Gespräche um die Notwendigkeit oft sehr zeitintensiv und mit vielen Diskussionen verbunden. Feuerwehren erhalten keine Geschenke, sondern müssen mit dem notwendigen Einsatzmaterial ausgestattet werden.“

Feuerwehren rückten 70-mal aus

Die vier Feuerwehreinheiten der Gemeinde absolvierten im vergangenen Jahr 70 Einsätze. 35-mal ging es um Brände. Dabei hatten zehnmal automatische Brandmeldeanlagen Alarm ausgelöst. 34-mal leisteten die Feuerwehrleute technische Hilfe: nach Verkehrsunfällen, bei Türnotöffnungen oder Öl auf der Straße, sie beseitigten Äste von Fahrbahnen oder retteten Menschen vom See. Hinzu kam im Sommer die Unterstützung bei den schweren Waldbränden im Süden des Landes.

96 Aktive waren für all dies rund 200 Stunden im Einsatz. Hinzu kommen Hunderte Ausbildungsstunden. „Die Feuerwehrangehörigen müssen außer der Grundausbildung noch eine, meist sogar mehrere Sonderausbildungen absolvieren. Der zeitliche Aufwand hierfür ist beträchtlich“, schätzt Hohmann ein. Immerhin hätten aber im vergangenen Jahr 51 seiner Kameraden eine Ausbildung absolviert.

Personalschwund liegt im Trend

Kreisbrandmeister Wolfgang Hohenwald erinnerte an die großen gemeinsamen Waldbrandeinsätze des Dürrejahres. Das der Landkreis von solchen Unglücken verschont bleib, sei auch den Zuhausegebliebenen zu verdanken: „Ich habt so gut gearbeitet, dass es nicht zu großen Bränden gekommen ist.“

Hohenwald machte aus seiner Sorge um die Personalentwicklung keinen Hehl. „108 aktive Feuerwehrleute in der Gemeinde Wusterhausen sind wieder vier weniger als vor einem Jahr.“ Kreisweit sei die Zahl 2018 um 50 auf nun 1676 Aktive gesunken. Ein Rezept gegen diese Entwicklung sei nach wie vor nicht in Sicht. „Wir haben einen sehr hohen Bedarf an Führungskräften und Spezialisten.“

Die Veranstaltung in der Dossehalle diente wie immer der Ehrung besonders engagierter Mitglieder der Feuerwehren. Zugleich wurden mit großer Freude die Beförderungen gerade junger Aktiver offiziell verkündet.

Nicht zuletzt dank einer Spende von Dietmar Wilcke aus Bantikow bot der Abend bei Essen und Getränken auch noch Geselligkeit.

Von Alexander Beckmann

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