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Wusterhausen Ein Dorf in Cowboyhand
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Ein Dorf in Cowboyhand
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12:42 24.06.2018
Beim Ranch-Horse-Turnier galt es, Rinder zu treiben. Quelle: Fotos: Matthias Anke
Bantikow

Der berüchtigte Pferde­virus ist das eine. Der Westernpferdevirus aber ist noch mal eine ganz andere Nummer. Erwischt hat er Familie Rintisch aus Berlin. Alles begann vor drei Jahren mit einer harmlosen Radtour entlang des Untersees durch Bantikow hindurch und an den Pferdekoppeln der „Banti-Cow“-Ranch vorbei. Stop!

Die Männer waren schon weitergeradelt, die anderen aber stiegen neugierig ab. Eine Probereitrunde, und jetzt, drei Jahre später, sind die zwölfjährige Leonie Rintisch, Mutter Jana und Vater Torsten jedes Wochenende draußen auf der Ranch statt in Berlin. Natürlich waren sie auch am zurückliegenden Wochenende beim diesjährigen Ranch-Horse-Turnier dabei. Zum fünften Mal erfolgte dieser Wettstreit unter fast 50 Teilnehmern, bei denen sich vieles ums Rindertreiben auf Zeit drehte.

Betreiber der Anlage sind selbst Größen in der Westernreiterszene

Seit fünf Jahren erst betreibt das Paar Henrike Lindenblatt und Tony Meyer diese Anlage am Bantikower Dorfrand. Beide kamen aus Niedersachsen. Der 37-Jährige, der sein Handwerk unter anderem in den USA erlernte, war mehrfacher niedersächsischer Landesmeister und ritt erfolgreich bei Deutschen Meisterschaften. Henrike Lindenblatt trainierte erfolgreich Pferde, ebenso bis hin zu vorderen Platzierungen bei den Deutschen Meisterschaften. Sie war überdies die Vizelandesmeisterin Niedersachsens.

Henrike Lindenblatt und Tony Meyer mit den neuen Trophäen für die Sieger, den „Buckles“. Quelle: Matthias Anke

Die meisten Starter kamen am Wochenende aber wieder wegen des Reitturniers der Ersten Westernreiter Union (EWU), für das die Bantikower zum dritten Mal Gastgeber sein durften. Die EWU ist Deutschlands größer Westernreiterverband. Die 112 Starter absolvierten mit ihren Pferden die unterschiedlichsten Parcours in der Arena.

Turnierleiter Torsten Rokosch beim Westernreiten in Bantikow. Quelle: Matthias Anke

Zu sehen gab es „Trail” und „Reining”, der wegen ihrer rasanten Manöver wohl bekanntesten Westernreitdisziplin. Die meisten Reiter kamen wieder aus ganz Brandenburg und Teilen Mecklenburg-Vorpommerns, aber auch aus anderen Nachbarbundesländern. „Mit jedem Jahr werden es hier immer mehr“, sagte Turnierleiter Torsten Rokosch aus Berlin: „Es entwickelte sich schon zu einem richtigen Kultturnier. Die Leute schätzen die Atmosphäre, sie ist so ursprünglich.“

Beim Westernreitturnier in Bantikow Quelle: Matthias Anke

Das konnte Lars Zitterbart nur bestätigen. Der 27-Jährige und seine Freundin waren ebenso vor drei Jahren erstmals in Bantikow. Diesen Urlaubsort entdeckten sie über den Anbieter „Pferd und Reiter Reisen“ und kommen seither regelmäßig, allerdings von noch weiter her – aus Lörrach unweit der Grenze zur Schweiz. Glücksfall für Tony Meyer und Henrike Lindenblatt: Lars Zitterbart ist Rettungssanitäter von Beruf und sichert ihnen zugleich die Veranstaltung mit ab. „Bis auf ein Pflaster, das mal zu kleben war, gab es bisher aber keine Zwischenfälle“, sagte er.

Lars Zitterbart, der Rettungssanitäter beim Westernreiten in Bantikow. Quelle: Matthias Anke

Auch ein Tierarzt und ein Hufschmied fehlten nicht. Insgesamt gehören zum Team, das im Hintergrund das Turnier ermöglicht, mittlerweile gut 25 Leute. Viele campen auf dem Gelände. Aber auch für die Hotels der Umgebung und die Restaurants sind die Ranch und dann vor allem das Turnier zu einer gewissen Größe geworden. Ein Höhepunkt für alle Gäste in Bantikow ist Samstagabend die Country-Party mit Live-Musik bei ebenso freiem Eintritt wie an den beiden Tagen der offenen Tür ohnehin.

Beim Westernreiten in Bantikow. Quelle: Matthias Anke

Für den Gesamtsieger und auch die beste Frau dachten sich Lindenblatt, Meyer und der mit ihnen befreundete Westernreiter Jürgen Malo aus Koppenbrück bei Neustadt diesmal besondere Gürtelschnallen aus: gravierte, sogenannte Buckles.

Schleifen und Pokale verteilten Zoe, Lioba und Leonie (v. l.). Quelle: Matthias Anke

Die vielen Pokale und Schleifen überreichten Freundinnen von Leonie Rintisch: die Schwestern und „Schleifenmädchen“ Zoe (12) und Lioba (13) Wetterau. Sie kommen aus dem Dorf und helfen in ihrer Freizeit auf dem Hof aus, wo es geht. Dafür dürfen sie dort auch so oft reiten, wie Zeit ist – angesichts Westernpferdevirus am liebsten immer.

Von Matthias Anke

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