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Wusterhausen Radfahrer meistern die Rekord-Etappe
Lokales Ostprignitz-Ruppin Wusterhausen Radfahrer meistern die Rekord-Etappe
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01:15 04.06.2018
Etappe 2 der Tour de Prignitz 2018 führte auch durch Stüdenitz.
Etappe 2 der Tour de Prignitz 2018 führte auch durch Stüdenitz. Quelle: Matthias Anke
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Wusterhausen

Das geht in die Tour-Chronik ein und wird rot unterstrichen: Die 702 Radler, die sich am Freitag in Wusterhausen auf den Weg nach Wittenberge machten, erwischten den wohl heißesten Tag, den ein Tour-Feld jemals überstehen musste.

Zwar hatte es in so manchen Jahren schon Hitzefahrten gegeben, doch durchweg Sonne vom Start bis zum Ziel mit Temperaturen weit jenseits der 30-Grad-Marke, das gab es so noch nicht. Und nicht nur das: Die Strecke war mit – unterwegs noch einmal genau nachgemessenen – 67 Kilometern die längste aller bisherigen Etappen in der Tour-Geschichte.

Diese Fahrt hatte es in sich! Von Wusterhausen bis Wittenberge wurden von den Radlern der Tour de Prignitz ganze 67 Kilometer zurückgelegt und das auch noch bei hohen Temperaturen. Und trotzdem wurde diese Etappe von vielen Teilnehmern als außerordentlich schön bezeichnet.

Entsprechend gemächlich wurde gefahren, Zwischenstopps mussten sein, ausreichend Getränke gehörten in jedes Gepäck. Gold wert war jeder Tropfen Gartenschlauchwasser, mit dem in fast jedem Ort der Etappe Anwohner die Tour-Radler beglückten.

Trotzdem gab es wie schon am Vortag mit seinen 728 Radfahrern auch dieses Mal bei einer Teilnehmerin Kreislaufprobleme. Sie wurde sicherheitshalber mit dem Rettungshubschrauber in die nächste Klinik geflogen. Nach Angaben des Rettungsdienstes aber verbesserte sich ihr Zustand rasch. Zudem verletzte sich eine Radlerin bei einem Sturz am Knie und musste ebenso in ein Krankenhaus gebracht werden.

Viele Zernitzer, Stüdenitzer, Schönermarker und Kyritzer im Fahrerfeld

Unermüdlich fuhr das Tourfeld ansonsten wieder durch Dörfer, die die Gelegenheit nutzten, mit Plakaten auf ihre nächsten Feierlichkeiten hinzuweisen. In Breddin soll es vom 22. bis 24. Juni hoch her gehen.

In Damelack gab es einige Esel bei der Durchfahrt zu bestaunen. Die Palette der Tierarten am Tour-Wegesrand hat sich damit mal wieder um eine Spezies erweitert.

Weil diese Etappe auch durch ihre Gemeinden führte, radelten neben den vielen Wusterhausenern auffällig viele Zernitz-Lohmer und Stüdenitz-Schönermarker mit. In den jeweiligen Orten warteten die Kitakinder immer schon winkend. Und selbst an Kyritzern mangelte es nicht in diesem Feld.

Wusterhausener hatten am Abend noch das eigene Fest vor sich

Mehr noch: „Ich freue mich, dass aus unserer Partnerstadt Edewecht eine ganze Gruppe mitradelt“, sagte Wusterhausens Bürgermeister Roman Blank. Sie waren natürlich auch gekommen, um beim Wusterhausener Altstadtfest dabei zu sein. Dieses sollte am Abend mit dem traditionellen Brezelumzug in der Dossestadt beginnen.

Von Wittenberge aus schnell wieder zurück in die Heimat zu kommen, war das eigentliche Ziel der Wusterhausener. Für alle anderen hieß das Ziel Wittenberge, auch für Dieter Hütte. Der Geschäftsführer der TMB Tourismus-Marketing Brandenburg war einer der 702 im Sattel. „Es ist Ihnen gelungen, viele Menschen in die Prignitz zu holen, und die Prignitz gibt so ja auch wieder etwas ins Land zurück“, sagte Hütte gegenüber Vertretern der MAZ und Antenne Brandenburg als die Tour-Veranstalter.

Von Matthias Anke