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Ostprignitz-Ruppin Zu Besuch bei Silberreiher, Eisvogel & Co.
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zu Besuch bei Silberreiher, Eisvogel & Co.
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00:59 11.10.2014
Über einen Plattenweg geht es von der B 5 aus bis ins Naturschutzgebiet. An den See ist von dort aus kaum heranzukommen.
Über einen Plattenweg geht es von der B 5 aus bis ins Naturschutzgebiet. An den See ist von dort aus kaum heranzukommen. Quelle: Matthias Anke
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Bückwitz

Fischotter, Silberreiher, Eisvogel & Co. haben vor Kurzem ein neues Türschild bekommen. Wer ihnen südlich von Wusterhausen allerdings einen Besuch abstatten will, liest darauf auch: "Auf Grundlage der Naturschutzverordnung 'Bückwitzer See/Rohrlacker Graben' ist der Zugang zum See an dieser Stelle verboten. Der Landrat." Wer sich nicht daran hält, bekommt wenige Meter dahinter eine weitere Warnung: "Auf Grundlage der Naturschutzverordnung 'Bückwitzer See/Rohrlacker Graben' ist das Angeln vom Ufer aus verboten".

Allen voran auswärtige Angler seien es schließlich, die sich nicht an die Regeln im Naturschutzgebiet (NSG) halten, sagt Anselm Ewert von der Unteren Naturschutzbehörde des Landkreises in Neuruppin. Die besagen, dass nicht nur Angeln vom Ufer aus verboten ist, sondern man bereits nicht einmal von ausgewiesenen Wegen abkommen darf. "Nun kann sich keiner mehr herausreden", sagt Ewert. Die Schilder, die bereits schon einmal demoliert oder gestohlen worden seien, würden die Rechtslage jetzt aufs Neue klarstellen. Angeln ist in Bückwitz schließlich nur vom Boot aus erlaubt und obliegt damit dem Bückwitzer Anglerverein. De facto also nicht die Einheimischen seien es, sondern Auswärtige, die sich durchs Unterholz schlagen, Tiere aufschrecken und am Ende auch noch Müllberge hinterlassen.

Auf so einige davon stießen die Teilnehmer der jüngsten offiziellen Exkursion durch dieses Gelände. Schutzgebietsbetreuer Hartmut Paschen vorneweg und immer dem alten Weg bis zum sogenannten Bollwerk folgend, ging es bis ans Bückwitzer Ufer. Auf dieser betonierten Stelle stand zu DDR-Zeiten zuletzt die Technik, mit der dieser See teils ausgebaggert wurde. Damals galt er noch als Karpfenaufzuchtgewässer des VEB Binnenfischerei.

"Hier werden wir wohl noch für eine zweite Exkursion zurückkehren müssen", sagt der Kyritzer Hartmut Paschen, als er den Müll erblickt. Jürgen Fritz Helmholz, der Schutzgebietsbetreuer für das NSG "Königsfließ" ist, pflichtet ihm bei: "Wir sollten im Frühjahr eine Putzaktion starten." Dazu aber soll zunächst mit der Umweltbehörde Kontakt aufgenommen werden. Denn ganz so frei bewegen können sich selbst die Naturschützer nicht in einem derart sensiblen Areal. Wer vom Weg abkommt und eben erst recht, wer dort fischt und von amtlicher Seite erwischt wird, dem droht ein Bußgeld.

Bei der nächsten Exkursion soll auch der Rohrlacker Graben - so weit möglich - erkundet werden. Überhaupt war es das erste Mal, dass zu einer Exkursion ins NSG "Bückwitzer See" eingeladen wurde. Seit zwei Jahren hat es mit Hartmut Paschen schließlich erst einen Betreuer. "Ich brauche das als Ausgleich für meine Musik. Die kann ganz schön kräftezehrend sein", sagt der 66-Jährige, bekannt als Musiklehrer sowie Leiter des Shantychores "Stella maris". An den Nabu wandte er sich über den Betreuer vom unweit entfernten NSG "Bärenbusch", Lothar Schnick. "Ich bin ohnehin viel in der Natur unterwegs. Schon immer. Deshalb bot sich das einfach an", erklärt Paschen.

Der nun unter seinen Augen stehende "Bückwitzer See/Rohrlacker Graben" ist seit 2001 als Naturschutzgebiet ausgewiesen. Knapp zwölf der fast 160 Hektar gehören seit 2005 dem Nabu. Stück für Stück waren einzelne Flächen aus dem Bestand der einstigen volkseigenen Flächen der DDR über die Treuhandnachfolgegesellschaft BVVG gekauft worden. Sie liegen ausschließlich im Bereich des Rohrlacker Grabens. Dieser ist laut Nabu mit seinem Erlenbruch und Röhrichtbestand das "bedeutendste Nahrungshabitat des Weißstorchs in der Umgebung". Bei der jüngsten Exkursion ließen sich sogar Silberreiher und ein Eisvogel blicken, ein Fischotter zwar nicht, dafür aber ein Seeadler. Für die Kameras der Wanderer waren sie alle jedoch einen Wimpernschlag zu flink.

Von Matthias Anke

Termin: Die nächste Nabu-Exkursion beginnt am Sonnabend, 11. Oktober, um 17 Uhr in Roddahn. Treffpunkt ist am Grünen Weg/An den Eichen. Bis 18.30 Uhr geht es unter dem Titel "Kranicheinflug am Abend" unter Führung des Nabu-Schutzgebietsbetreuers René Harsch zwei bis drei Kilometer ins Feuchtgebiet Butterbaum zum Kranichschlafplatz.

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