Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Ostprignitz-Ruppin Zwangsheirat mit Gebietsverlust
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zwangsheirat mit Gebietsverlust
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:20 20.08.2013
Die Prignitz könnte mit einem Teil von Ostprignitz-Ruppin und dem Havelland fusionieren, das restliche Ostprignitz-Ruppin mit Oberhavel.
Die Prignitz könnte mit einem Teil von Ostprignitz-Ruppin und dem Havelland fusionieren, das restliche Ostprignitz-Ruppin mit Oberhavel. Quelle: MAZ
Anzeige
Neuruppin

Demnach soll die Prignitz mit dem Havelland fusionieren, während der Kreis Ostprignitz-Ruppin mit Oberhavel verschmilzt. Das sieht der Entwurf der Abschlussempfehlung der Enquetekommission des Landtags zur Zukunft der Kommunal- und Verwaltungsstruktur vor, der am Freitag präsentiert wurde.

Rechtswissenschaftler Ihno Gebhardt von der Polizeifachhochschule des Landes, der für den Entwurf hauptverantwortlich ist, geht sogar noch ein Stück weiter. So soll sich der neue Nordwestkreis aus Prignitz und Havelland Teile von Ostprignitz-Ruppin einverleiben. Dazu gehören die Zentren Kyritz-Wusterhausen/Dosse sowie Heiligengrabe-Wittstock/Dosse. Einen genauen Zeitpunkt für die Kreisgebietsreform gibt es allerdings noch nicht.

„Das ist eine Konstellation, die wir bisher noch nicht auf dem Tisch hatten“, sagt Neuruppins Bürgermeister Jens-Peter Golde (Pro Ruppin). Er halt es für entscheidend, wie die Größenordnung der Einwohnerzahlen im neuen Kreis aussieht. „Und man muss sehen, wie die Kreisstadtfrage beantwortet wird“, so Golde. Neuruppin ist Kreisstadt des Kreises Ostprig-nitz-Ruppin, in Oberhavel ist Oranienburg die Kreisstadt. „Es wird auf jeden Fall noch viel diskutiert werden müssen, bevor so ein Vorschlag auch Realität wird“, zeigt sich Golde gelassen.

Hans-Joachim Laesicke, Bürgermeister der Oberhavel-Kreisstadt Oranienburg, zeigt sich von dem neuen Gutachten ebenfalls unbeeindruckt. „Es wurden schon so viele Modelle vorgestellt und auch heiß diskutiert“, sagt der SPD-Politiker. Daher geht er nicht davon aus, dass der jetzige Plan der finale Entschluss sein wird. „Der Landkreis Oberhavel ist groß genug, eine Fusion mit einem anderen Kreis ist aus meiner Sicht nicht notwendig.“ Er lobt zwar das gute Verhältnis zum Nachbarkreis, sieht beide Landkreise aber auch allein sehr gut aufgestellt. „Ich würde es besser finden, wenn die Kreise so bleiben, wie sie jetzt sind. Eine Fusion würde niemandem was bringen.“
Oberhavels Landrat Karl-Heinz Schröter (SPD), der in den zurückliegenden Monaten stets seinen Unmut über die Pläne deutlich gemacht hat und sogar eine Klage gegen die Kreisgebietsreform nicht ausschließen wollte, hielt sich gestern auf Nachfrage der MAZ merklich zurück. „Das neue Gutachten ist nur ein Vorschlag von vielen. Und noch ist alles sehr spekulativ“, so der OHV-Landrat. Konfliktpotenzial sei aus seiner Sicht aber vorhanden. Vor allem bei der Identifikation der Einwohner. Ob diese sich mit dem sehr großen Landkreis noch identifizieren könnten, hält Schröter für fraglich.

Sein Amtskollege aus dem Landkreis Ostprignitz-Ruppin, Ralf Reinhardt (parteilos), hat dagegen eine deutliche Meinung zu der möglichen Fusion. „Am grünen Tisch wird hier willkürliches Grenzmonopoly auf Kosten von Region und Menschen gespielt“, so der OPR-Landrat. „Dieses Papier verunsichert den Nordwesten mehr, als dass es zu einer konstruktiven Diskussion beiträgt.“

Von Odin Tietsche

Polizei Ostprignitz-Ruppin: Polizeibericht vom 20. August - Schwerer Unfall bei Herzsprung: Drei Schwerverletzte
20.08.2013
Ostprignitz-Ruppin Retter sind derzeit nicht nur wegen Feldbrände besonders stark gefordert - Feuerwehrleute im Dauereinsatz
19.08.2013
Ostprignitz-Ruppin Zwei Einsätze nach Brandmeldungen für Feuerwehr, Rettungsdienst und Polizei am Sonntag in Wittstock - Feuer noch rechtzeitig gelöscht
08.10.2013