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Ostprignitz-Ruppin Zweites Zuhause auf vier Rädern
Lokales Ostprignitz-Ruppin Zweites Zuhause auf vier Rädern
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00:19 03.12.2017
Eckhard Schlief aus Demerthin fährt seit mehr als 20 Jahren Reisebusse durch die halbe Welt. Quelle: Sandra Bels
Segeletz

Eckhard Schlief ist gelernter Fahrzeugschlosser und Berufskraftfahrer und arbeitet seit fast 23 Jahren bei Schröder-Reisen in Segeletz. Wenn er nicht Schüler und andere Fahrgäste im Gelegenheits- und Rehaverkehr befördert, ist er mit seinen Fahrgästen in den unterschiedlichsten Ländern der Welt unterwegs. Das Interview mit ihm fand in der Firmenzentrale von Schröder-Reisen in Segeletz nach einer Tour statt.

Wollten Sie schon immer mit einem Reisebus unterwegs sein?

Eckhard Schlief: Ja. Aber das hat nicht gleich geklappt. Ich habe zuerst einen Lkw gefahren, damals beim Kraftverkehr. War da aber auch viel unterwegs im internationalen Verkehr.

Und wie kam es dann dazu?

Ich war damals in Italien mit dem Lkw unterwegs und hatte gehört, dass bei Schröder-Reisen eine Busfahrer-Stelle frei geworden war. Da habe ich mich gleich beworben.

Wie oft im Jahr sind Sie nicht zu Hause?

Na, ich würde sagen, ich komme auf 160 Hotelübernachtungen.

Fahren Sie nach Navi oder Karte? Oder kennen sie die Strecken schon alle auswendig?

Eine Karte nutze ich eher weniger. Für Ziele wie Wien brauche ich weder Karte noch Navi. Die Strecke kenne ich auswendig. Wenn ich ein bestimmtes Hotel in München suche, dann schaue ich aber aufs Navigationsgerät. Meist lasse ich es für die Fahrgäste mitlaufen. Sie wollen immer gern wissen, wie weit es noch bis zum Ziel ist.

Sie sind beliebt bei den Fahrgästen. Was denken Sie, woran das liegt?

Ich glaube, sie fühlen sich sicher bei mir im Bus. Ich versuche, immer nett zu sein. Das Zwischenmenschliche stimmt eben.

Wer fährt mit Ihnen mit?

Zu 90 Prozent sind es Senioren. Sie machen gerne so genannte Schlemmertouren zum Beispiel nach Österreich. Da gibt es gutes Essen und man muss wenig laufen, kann aber trotzdem viel Neues sehen und erleben.

Sie haben doch aber auch jüngere Fahrgäste?

Ja. Meist sind sie um die 50 Jahre alt und fahren eher nach Südengland oder Irland.

Kennen Sie all ihre Gäste?

Ja. Es ist eine Ausnahme, wenn mal jemand im Bus ist, den ich noch nicht kenne.

Wohin hat Sie die weiteste Tour geführt?

Nach Amerika.

Mit dem Bus?

Nein, natürlich nicht.

Wie dann?

Wir sind mit der Reisegruppe bis New York geflogen und von dort ging es mit einem gemieteten Bus weiter die Ostküste entlang. Das war toll. Mein Beruf ist einfach toll.

Aber sicher auch anstrengend.

Ja. Schließlich hat man Verantwortung für die 40 bis 50 Leute hinter einem.

Sind immer alle zufrieden, wenn es nach Hause geht?

Die meisten. Es gibt drei Dinge die gut sein müssen: Hotel, Wetter und Essen. Meistens passt es.

Stimmt es, dass man als Busfahrer die Reisenden auch mal bespaßen muss?

Hundertprozentig. Ich erkläre ihnen, was links und rechts zu sehen ist und mache Quatsch mit ihnen.

Können Sie ungefähr sagen, wie viele Kilometer sie schon gefahren sind?

Das sind sicher mehrere Millionen. Ich habe damals beim Kraftverkehr meinen Lkw mit über einer Million Kilometer abgegeben. Mein erster Bus hatte 850 000 auf der Uhr. Ich kann sagen, dass ich schon ein paar Mal um die Welt gefahren bin.

Wo waren Sie noch nie mit dem Bus?

In Griechenland, Spanien und Finnland.

Wo sind die Menschen am freundlichsten?

In Holland, Polen und Österreich. Und in Italien bis zum Gardasee.

Welche Länder mögen Sie am liebsten?

Kroatien und Slowenien.

Fahren Sie privat auch mit dem Bus in den Urlaub?

Nein.

Dann fliegen Sie?

Nein. Meine Lebensgefährtin möchte nicht ins Flugzeug oder auf ein Schiff. Sie mag lieber auf Rädern unterwegs sein.

Sie sind jetzt 60 Jahre alt. Wie lange wollen Sie noch fahren?

So lange ich gesund bin.

Und was machen Sie im Ruhestand?

Reisen. Es gibt so viele Ziele, die ich gern noch einmal privat ansteuern will.

Welche?

Oberndorf bei Kitzbühel zum Beispiel. Dorthin fahre ich seit 28 Jahren mit meinen Gästen.

Wo geht es als nächstes hin?

Am Wochenende bin ich auf Adventsfahrt. Dienstag geht es nach Wien zum Prater. Die Stadt ist zu jeder Jahreszeit fantastisch.

Von Sandra Bels

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