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Ostprignitz-Ruppin Neue Filter für die Biotonnen
Lokales Ostprignitz-Ruppin Neue Filter für die Biotonnen
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02:29 28.04.2018
Der Filter muss im Deckel mit warmem Wasser aktiviert werden. Er soll laut Hersteller zwei Jahre halten.
Der Filter muss im Deckel mit warmem Wasser aktiviert werden. Er soll laut Hersteller zwei Jahre halten. Quelle: Andreas Vogel
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Neuruppin

Ab Mai wird die Kreisverwaltung neue Filter verteilen an die knapp 2000 Besitzer von Biotonnen, die diese Behälter schon seit zwei Jahren benutzen, um darin Essenreste, Gartenabfälle, Schnittblumen und Rasenschnitt zu entsorgen.

„Wenn sich an den Behältern starke Gerüche bilden und Fliegen anlocken, dann muss der Filter gewechselt werden“, sagte am Mittwoch Louise Havemann, die bei der Abfallwirtschaft in der Kreisverwaltung in Neuruppin arbeitet.

Keine Extra-Gebühr für die Filter

Das Gute daran: Zum einen kann der alte Filter in der Biotonne entsorgt werden, zum anderen entstehen für die Nutzer von Biotonnen keine zusätzlichen Kosten. Denn der Landkreis erhebt keine gesonderte Gebühr. Das liegt daran, dass die Kreisverwaltung daran interessiert ist, dass sich möglichst viele Haushalte eine Biotonne zulegen.

Der Grund liegt in einer Gesetzesverordnung. Demnach sollen bis zum Jahr 2019 pro Einwohner und Jahr rein rechnerisch 30 Kilo Bioabfall entsorgt werden. Von dieser Vorgabe ist der Landkreis noch gut entfernt, obwohl dabei auch die Annahme der alten Weihnachtsbäume und der Grünabfälle, die regelmäßig bei den Gartenvereinen eingesammelt werden, mit einberechnet wird.

Leerungsgebühr preiswerter als beim Restabfall

Da dies bisher nicht reicht, bietet der Landkreis inzwischen wieder zwei verschiedene Größen von Biotonnen an: das 60-Liter-Behältnis, bei dem die Leerungsgebühr 1,57 Euro kostet, sowie das 120-Liter-Behältnis, bei dem pro Leerung 3,14 Euro fällig sind.

Viele Nutzer seien im vergangenen Jahr auf die kleinere Tonne umgeschwenkt, weil für sie die 120-Liter-Tonne einfach zu groß gewesen sei, sagte Havemann. Zugleich hat der Landkreis festgestellt, dass im vergangenen Jahr mehr als 300 Haushalte ihre braune Tonne gar nicht genutzt hatten. Während zwei Drittel der Haushalte noch mal einen Versuch mit dem Behältnis wagen wollen, wurden rund 100 Tonnen wieder eingezogen, sagte Louise Havemann. Immerhin gibt es doch eine gewisse Nachfrage nach den Biotonnen, und zwar vor allem bei Grundstücksbesitzern, die keinen Kompost mehr in ihren Garten haben wollen oder nur noch einen kleineren.

Seit Jahresbeginn wurden 328 Biotonnen bestellt

„Von Januar bis April des Jahres wurden 328 neue Biotonnen bestellt“, so Louise Havemann. Damit stieg die Zahl dieser Behältnisse auf mehr als 3100. Das klingt gar nicht so schlecht – doch gibt es mehr als 35 800 sogenannte Restmülltonnen in Ostprignitz-Ruppin.

Die Kreisverwaltung hat schon einiges versucht, um die Biotonne attraktiver zu machen. So gibt es seit zwei Jahren einen neuen Deckel für den Behälter. Dieser ist neben dem Filter mit einer Gummilippe ausgestattet, so dass es keinen Geruch, keine Fliegen und auch keine Maden mehr an der Tonne gibt. Zudem sackt der Biomüll durch die Kon­struktion mit dem Filter beständig in sich zusammen. „Das ist ein richtiges kleines Biokraftwerk“, sagte Landrat Ralf Reinhardt. Dadurch friere der Deckel selbst bei tiefen Frostgraden nicht an. Die Leerungsgebühr liegt unter der eines Restabfallbehälters. Für den müssen bei einer 60-Liter-Tonne 2,24 Euro bezahlt werden, bei einer 120-Liter-Tonne sind 4,48 Euro fällig.

Was darf nicht in die Tonne?

Auf gar keinen Fall in den Biobehälter dürfen Katzen- und Kleintierstreu, Fäkalien sowie behandeltes Holz, Staubsaugerbeutel, Asche, Kies und Verpackungen. Das gilt auch für Folien und Plastiktüten. Kartoffelschalen sollen deshalb mit einem Stück Zeitung in der Biotonne entsorgt werden.

Immer stärker genutzt wird das Behältnis, um den heimischen Garten von Laub, Fallobst, Strauchschnitt und alter Blumenerde zu befreien. Das ist ebenso erlaubt, wie das Entsorgen von Holzwolle, Holzasche und Holzspänen.

Von Andreas Vogel