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Polizei Bombenexperten beziehen neues Hauptquartier in Oranienburg
Lokales Polizei Bombenexperten beziehen neues Hauptquartier in Oranienburg
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19:38 31.07.2019
André Müller (M.) berichtete den Besuchern, darunter Vizekanzler Olaf Scholz (2.v.l.) und Ministerpräsident Dietmar Woidke (2.v.r.) eindringlich über seine Arbeit. Quelle: Nadine Bieneck
Oranienburg

Sprengmeister André Müller atmete am Dienstagnachmittag tief durch. Wenige Minuten zuvor hatten Vizekanzler Olaf Scholz, Brandenburgs Ministerpräsident Dietmar Woidke, Brandenburgs Innenminister Karl-Heinz Schröter und Oranienburgs Bürgermeister Alexander Laesicke den Experten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst (KMBD) offiziell deren neue Arbeitsstätte in der Hans-Grade-Straße am Rande Oranienburgs im Rahmen des zum 1. August startenden Projekts „Modellregion Oranienburg übergeben.

Der frisch verputzte Flachbau war erst in letzter Minute für die Übergabe durch die Politprominenz fertig geworden. Als letzte Amtshandlung war am Dienstagmorgen das offiziell blau-weiße Schild der Polizei Brandenburg am Hauseingang angebracht worden, welches vom „Zentraldienst der PolizeiKampfmittelbeseitigungsdienst – Einsatzbereich Oranienburg“ als zukünftigem Mieter zeugt.

Erst die Werkstatt, dann die Büros

Die Innenräume indes sind noch kahl. „In den nächsten ein, zwei Wochen werden wir anfangen, die Werkstatt einzurichten“, verrät André Müller. Er ist technischer Leiter des Kampfmittelbeseitigungsteams in Oranienburg und Experte für eben jene Fliegerbomben mit Langzeitzündern, die insbesondere über dem Oranienburger Stadtgebiet im Zweiten Weltkrieg in Größenordnungen abgeworfen wurden. Im Rampenlicht zu stehen ist dem 57-Jährigen nicht sonderlich recht. „Wir sind Techniker, wir kümmern uns lieber um unsere Arbeit, die ja gemacht werden muss“, räumt er in der ihm ganz eigenen Ruhe am Rande des Trubels ein, der am Dienstag über das Gelände seines zukünftigen Büros tobt. Sechs neue Kollegen seien im Zuge der „Modellregion Oranienburg“ bereits eingestellt, sie stoßen in den nächsten Wochen zum bislang fünfköpfige Team aus Oranienburg dazu. Die Büros, in denen die Sprengstoffexperten arbeiten werden, sollen in den nächsten ein bis zwei Monaten Gestalt annehmen und ausgestattet werden.

Auch wenn die Büros noch kahl sind, die Möbel noch fehlen: Am Dienstag, den 30. Juli 2019, wurde die „Modellregion Oranienburg“ in der Kreisstadt offiziell eingeläutet, die ab 1. August die Suche und Beseitigung von Bombenblindgängern in der Kreisstadt noch effektiver machen soll. Für die Sprengstoffspezialisten vom Kampfmittelbeseitigungsdienst der Polizei fühlt sich die neue Arbeitsstätte in der Hans-Grade-Straße, die an diesem Tag von viel politischer Prominenz besucht wurde, auch als Anerkennung ihrer Arbeit an.

 

Trotz aller aktuellen Provisorien in der zukünftigen Wirkungsstätte des KMBD in OranienburgAndré Müller ist an diesem Dienstag „echt happy. Wir haben hier Top-Arbeitsbedingungen, ausreichend Räumlichkeiten für unsere Arbeit. Wir sind nah an Oranienburg, nah an den Menschen“, sagt der Sprengmeister, der mit seinem Team bislang auf dem Gelände der Fachhochschule der Polizei in Oranienburg untergekommen war. Kollege Frank Ritter teilt die Freude: „Ein eigenes Gebäude mit ausreichend Räumen nicht nur für unsere Tätigkeiten, sondern auch für unsere Technik, das ist schon auch eine tolle Anerkennung unserer Arbeit“, meint er. Seit 1995 ist der Vermessungsexperte für den KMBD tätig und führt mit seinem Expertenwissen die vorbereitenden Arbeiten, konkret die Analyse und Auswertung des Bildmaterials der Flächen durch, die nach Kampfmitteln abgesucht werden müssen. „Man ist sich der Verantwortung, die mit dieser Arbeit einhergeht, schon sehr bewusst“, sagt er. „Es gibt keine Entscheidung, die wir uns leicht machen, gerade weil wir natürlich genau wissen, was wir damit auslösen können“.

Schwerpunkt: Beseitigung von Blindgängern und Eingrenzung belasteter Flächen

Die Arbeit der Sprengstoffexperten beschränkt sich indes bei Weitem nicht nur auf die Neutralisierung von Blindgängern, sagt Frank Ritter. Vielmehr geht es auch darum, „belastete Flächen einzugrenzen“. Das ist alles andere als eine monotone Aufgabe. „Es steht immer wieder neues Bildmaterial zur Verfügung, das ausgewertet werden kann und muss. Zudem entwickelt sich die Technik, die wir für die Auswertung nutzen, immer weiter“, blickt er auf die vergangenen 24 Jahre seiner Tätigkeit zurück. Aktuell arbeitet der 60-Jährige noch mit Auswertungstechnik der dritten Generation, die Sprung zur Technik der nächsten, vierten Generation ist bereits in Sichtweite. Nach wie vor beschäftigt ist das Team von André Müller mit den zwei Flurstücken im Bereich des Treidelwegs. Bildmaterial, welches seinen Platz bereits in den neuen Arbeitsräumen gefunden hat, zeugt von weiteren Punkten, hinter denen sich Blindgänger verbergen könnten.

Das Schlagwort der Stunde seitens der Bombenexperten ist – nicht nur an diesem Tag – stets der Begriff der Sicherheit, sowohl für Oranienburgs Einwohner als auch das Sprengstoffteam selbst. „Wir gehen grundsätzlich immer auf Nummer sicher“, sagt Frank Ritter. Schließlich hängen von den Entscheidungen des KMBD im Ernstfall immer Menschenleben ab.

Von Nadine Bieneck

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