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Polizei Fahndungserfolg der Polizei: Internationale Auto-Diebesbande ausgehoben
Lokales Polizei Fahndungserfolg der Polizei: Internationale Auto-Diebesbande ausgehoben
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22:50 29.03.2019
Die gestohlenen Autos wurden zerlegt, die Teile anschließend in den Libanon und die Vereinigten Arabischen Emirate transportiert. Quelle: Polizei Brandenburg
Oberhavel

Ermittlern des Landeskriminalamtes Brandenburg ist ein Schlag gegen organisierte Autodiebe gelungen. In enger Zusammenarbeit mit der Schwerpunktstaatsanwaltschaft Frankfurt/Oder gelang es der Abteilung für Organisierte Kriminalität und schwere Grenzüberschreitende Eigentumskriminalität (GüEK) im Kriminalkommissariat Potsdam, den Kopf einer international agierenden Diebesbande und Mitglied einer kriminellen Vereinigung festzunehmen. Gegen ihn wird jetzt vor dem Landgericht Potsdam Anklage wegen schweren Bandendiebstahls erhoben.

Diebesbande deutschlandweit und international aktiv

Wie die Polizei am Freitag (29. März) mitteilte, stahl die Bande im Jahr 2018 hochwertige Fahrzeuge in den Landkreisen Oberhavel, Dahme-Spreewald, Potsdam-Mittelmark, Teltow-Fläming, Havelland sowie in Potsdam und in anderen Bundesländern wie Berlin und Hessen und schaffte diese anschließend nach Polen. Auch in anderen Ländern wie Österreich, Tschechien und Polen konnten der insgesamt achtköpfigen Gruppe Taten zugeordnet werden.

Gestohlene Fahrzeuge landete im Libanon und den Vereinigten Arabischen Emiraten

Insgesamt erbeutete die Gruppe mutmaßlich rund 50 Fahrzeuge. Im Südosten Polens wurden die Autos dann teilweise zerlegt und an europaweit agierende Kfz-Hehler übergeben, die sie den Erkenntnissen zufolge mittels Container in den Libanon oder auch in die Vereinigten Arabischen Emirate verschickten und dort weiterverkauften. Die Hehler waren kürzlich von der Polizei in Baden-Württemberg gefasst worden.

Die gestohlenen Fahrzeuge wurden in einzelne Bauteile zerlegt und anschließend weiter transportiert. Quelle: Polizei Brandenburg

Keyless-Go-System als Knackpunkt

Die polnische Diebesbande hatte es in erster Linie auf Fahrzeuge der Marke Mercedes-Benz mit Keyless-Go-System abgesehen. Mit sogenannten „Funkstreckenverlängerern“ öffneten und starteten die Täter die Fahrzeuge und fuhren sie anschließend über die Grenze nach Polen. Dabei wurden die gestohlenen Autos von einem vorausfahrenden Pilotfahrzeug eskortiert, aus dem die Kurierfahrer vor Polizeikontrollen gewarnt werden sollten.

Was sind Funkstreckenverlängerer?

„Funkstreckenverlängerer“ sind technische Hilfsmittel, mit denen Diebe die Keyless-Go-Systeme moderner Fahrzeuge überlisten können. Die Geräte verstärken das Funksignal des außer Reichweite des Fahrzeugs befindlichen Schlüssels – auch durch geschlossene Haustüren hindurch. Dadurch wird es den Dieben möglich, das Fahrzeug zu öffnen und zu starten, ohne tatsächlich im Besitz des zugehörigen Schlüssels zu sein.

Allein dem im Oktober 2018 in Döbern (Landkreis Spree-Neiße) festgenommenen Kopf der Bande konnten die Ermittler bisher die Beteiligung an 22 Diebstählen im Wert von rund 1,5 Millionen Euro nachweisen. Bei dem Versuch, sich der Festnahme zu entziehen, hatte der 35-Jährige Pole zahlreiche Unfälle verursacht und zudem andere Verkehrsteilnehmer verletzt.

Der Gesamtschaden der Tätergruppe wird auf rund vier Millionen Euro geschätzt. Die Zahl der Diebstähle hochwertiger Mercedes-Fahrzeuge ist laut Polizei seit deren Festnahme massiv zurückgegangen.

Festnahmen Ergebnis monatelanger Ermittlungen

Den Festnahmen vorangegangen waren monatelange Ermittlungen im Rahmen des Projekts LIMES, in dem unter gemeinsamer Leitung der Landeskriminalämter Berlin und Brandenburg und unter Beteiligung der Landeskriminalämter in Sachsen und Sachsen-Anhalt sowie der Polizeien in Polen, Litauen, Lettland, Estland, Tschechien und Schweden gegen internationale Kraftfahrzeugverschiebung gekämpft wird. Auch EUROPOL ist ein Partner in dem aus dem Fonds für die Innere Sicherheit der Europäischen Union geförderten Projekt.

 

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