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Polizei Feuer zerstört Haus – Bewohner unter Verdacht
Lokales Polizei Feuer zerstört Haus – Bewohner unter Verdacht
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11:54 21.01.2017
Mehr als 40 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Blankenfelde, Mahlow, Dahlewitz Jühnsdorf und Groß Kienitz waren im Einsatz. Zu retten gab es an dem Haus nichts mehr
Mehr als 40 Einsatzkräfte der Feuerwehren aus Blankenfelde, Mahlow, Dahlewitz Jühnsdorf und Groß Kienitz waren im Einsatz. Zu retten gab es an dem Haus nichts mehr Quelle: aireye
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Blankenfelde

Ein Brand hat am Freitag ein Einfamilienhaus in Blankenfelde völlig zerstört. Gegen 11 Uhr waren die Feuerwehren zu einem Kellerbrand alarmiert worden. Als sie am Einsatzort in der August-Bebel-Straße ankamen, stand das Gebäude bereits bis zum Dachstuhl in Flammen. Eine Frau wurde mit schweren Verletzungen ins Krankenhaus gebracht. Zwei Männer erlitten leichte Verletzungen. Sie lehnten eine medizinische Behandlung ab.

Bewohner unter Brandstiftungs-Verdacht

Mit mehr als 40 Personen waren die Feuerwehren von Blankenfelde, Mahlow, Dahlewitz, Groß Kienitz und Jühnsdorf im Einsatz. „Wir hatten es mit einem Vollbrand zu tun“, sagte Torsten Drebinger, der Gemeindewehrführer von Blankenfelde-Mahlow, der während des Einsatzes vor Ort war. Warum sich das Feuer so schnell ausbreiten konnte, ist derzeit noch unklar. Die Polizei vermutet Brandstiftung. Ein 35 Jahre alter Berliner, der in dem Haus gewohnt hat, wurde vor Ort festgenommen. Er steht im Verdacht, das Feuer gelegt zu haben.

Dachstuhl zerstört. Quelle: Christian Zielke

Wie die Polizei mitteilt, stand er unter dem Einfluss von Drogen und soll sich bei seiner Vernehmung in Widersprüche verstrickt haben. Nach Auskunft eines der beiden Hausbewohner, lebte der 35-Jährige erst seit zwei Monaten dort, machte aber wegen seines Drogenkonsums immer wieder Probleme. Er sei immer wieder gewalttätig geworden. „Einmal hat er mir sogar gedroht, mich umzubringen“, sagt der Bewohner. Daraufhin habe er seinen Vater, den Besitzer des Hauses, gebeten, dem Untermieter zu kündigen. Möglicherweise habe dieser aus Rache dafür das Feuer gelegt. Sein Bruder, der ebenfalls dort wohnte, war im Haus, als das Feuer ausbrach. Er konnte sich nur mit dem Sprung aus dem Fenster retten.

Mit einem Einreißhaken trugen Feuerwehrleute die Giebelwand des Hauses ab. Sie drohte wegen des zerstörten Dachstuhls einzustürzen. Quelle: Christian Zielke

Ein Nachbar erinnert sich, dass er gehört hat, wie jemand „Feuer“ rief. Eine Viertelstunde später habe das Haus komplett in Flammen gestanden. „Da wird einem schon mulmig zumute“, berichtete der Nachbar.

Trotz aller Bemühungen der Feuerwehr, die den Brand innerhalb einer halben Stunde im Griff hatte, wurde das Haus vollständig zerstört. Der Dachstuhl stürzte während der Löscharbeiten ein. Weil dadurch die Giebelwand nicht mehr sicher stand, musste die Feuerwehrleute sie einreißen. Zunächst versuchten sie es mit einem Einreißhaken von der Drehleiter aus – ohne Erfolg. Erst mit einem Stahlseil gelang es, die Mauer zum Einsturz zu bringen.

Gutachter untersuchen Ursache

Das Haus ist von der Polizei beschlagnahmt. Kriminaltechniker und Gutachter müssen nun herausfinden, wo das Feuer ausgebrochen ist und was den Brand auslöste. Der Tatverdächtige befand sich zu Redaktionsschluss in Gewahrsam und wurde von der Polizei befragt.

Unterdessen sammelten Menschen spontan über Facebook Bekleidung für die beiden jungen Männer, die am Freitag ihren gesamten Besitz verloren haben. Sie werden in den kommenden Wochen bei Freunden und Verwandten unterkommen.

Von Christian Zielke

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