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Polizei Büro „Grundbildung im Sozialraum“ hilft Analphabeten im Schlaatz
Lokales Polizei Büro „Grundbildung im Sozialraum“ hilft Analphabeten im Schlaatz
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23:05 14.02.2019
Büro-Eröffnung für das Projekt „Grundbildung im Sozialraum" am Schlaatz mit Manja Schüle (2.v.l.), Mike Schubert und Hubertus Heil (r.). Quelle: Varvara Smirnova
Schlaatz

Warum sie als junge Erwachsene immer noch nicht richtig lesen und schreiben kann, obwohl sie früher in die Gesamtschule in Teltow ging? „Weil sich die Lehrer nicht um mich gekümmert haben“, sagt Yvonne, die ihren vollen Namen lieber nicht verraten möchte. Aber Yvonne besucht seit eineinhalb Jahren ein Lesecafé der Volkshochschule (VHS) in Potsdam. Jetzt gehe es schon viel besser. Weil solche Lesecafés noch näher an die Leute heranrücken sollen, die sie brauchen, gibt es jetzt das Büro der Grundbildung im Sozialraum - kurz Grubiso -, des Grundbildungszentrum an der VHS. Es liegt im Erlenhof 32 im Schlaatz, wo es schon einige Bildungseinrichtungen gibt. Von dort aus wollen die Leiterin Maria Schulze und ihre Mitarbeiterinnen Cindy Legler, Falko Tesche und Pia Christ in der nahe gelegen Tafel und im Friedrich-Reinsch-Haus des Vereins Soziale Stadt Potsdam mögliche Klienten ansprechen. Beide Einrichtungen sind Partner des Projekts. Im Friedrich Reinsch Haus soll es dann auch ein Lesecafé geben.

Hohe Erwartungen

Wie hoch die Erwartungen sind, zeigt schon der Ehrengast zur Schlüsselübergabe am Donnerstagabend. Bundesarbeitsminister Hubertus Heil ließ sich gerne von der Schirmherrin des Projekts, der Potsdamer Bundestagsabgeordneten Manja Schüle, zur Eröffnungsfeier einladen, bei der aber auch Oberbürgermeister Mike Schubert (alle SPD) ein Grußwort sprach. „Analphabetismus befindet sich heute im toten Winkel der Gesellschaft“, sagte Heil. Dabei sei fast jeder zehnte Arbeitnehmer funktionaler Analphabet, habe also Schwierigkeiten mit flüssigem Lesen und Schreiben. Um das zu ändern, brauche es nicht nur Geld, sondern auch Angebote mit niedriger Schwelle. „Es ist wichtig, dass es Orte wie den Erlenhof gibt“, sagte der ehemalige Student der Uni Potsdam. „Hier kommen die Menschen alleine hin.“ Deshalb wünsche er dem Projekt „vollen Erfolg“. Den wünschte auch OB Schubert, der das Team des Grundbildungszentrums für seine guten Einfälle und Initiativen lobte. Manja Schüle hat, so sagt sie, gerne die Schirmherrschaft übernommen. „Weil Sie hier Türen öffnen.“ Für das Gelingen sei auch die Politik verantwortlich. Auch darum fördert das Bundesbildungsministerium das Projekt bis Herbst 2021 mit über 766 000 Euro.

Neues Lesecafé

„Wir waren in der vergangenen Woche vier Mal bei der Tafel“, sagt Cindy Legler, eine der neuen Mitarbeiterinnen des Büros. Auch kommende Woche wolle man Klienten in der Tafel Drewitzer Straße 22A auf das neue Angebot aufmerksam machen. „Es wird auf jeden Fall ein neues festes Lesecafé geben“, sagt Legler, selbst wenn sich nur ein Interessent finde. Vier bis fünf Ehrenamtliche, die womöglich unterrichten werden, gebe es auch schon. Versucht werden solle jetzt, so viele Klienten der Tafel wie möglich durch direkte Ansprache zu erreichen. Statistisch gesehen muss es in Potsdam rund 14 000 funktionale Analphabeten geben, im Stadtteil Schlaatz dürften diese überproportional stark vertreten sein. Denn dort gibt es zum Beispiel auch die meisten Empfänger von sozialen Leistungen.

Von Rüdiger Braun

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