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Polizei Mann hat Frau mit Anlauf auf Gleise geschubst
Lokales Polizei Mann hat Frau mit Anlauf auf Gleise geschubst
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13:55 20.01.2016
Quelle: dpa
Berlin

Eine 20-jährige Frau ist am späten Dienstagabend gegen 23.40 Uhr in Berlin-Charlottenburg am U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz vor eine U-Bahn der Linie U2 gestoßen worden. Die Frau konnte sich nicht mehr vor dem einfahrenden Zug retten und wurde von der Bahn überrollt. Ihre Verletzungen waren so schwer, dass sie noch in der U-Bahn-Station gestorben ist.

BVG: Niemand hat Handhabe bei Stoß vor U-Bahn

Nach dem tödlichen Vorfall auf einem Berliner U-Bahnhof zeigen sich die Berliner Verkehrsbetriebe (BVG) tief betroffen. Wenn jemand auf die Gleise gestoßen werde, geschehe das in Sekundenbruchteilen, sagte BVG-Sprecherin Petra Reetz am Mittwoch. „Niemand kann da etwas tun“, sagte sie mit Blick auf die U-Bahnfahrerin und andere Wartende. Reetz betonte aber auch, dass solche Vorfälle oder Stürze auf die Gleise „extrem selten“ seien. Der Bahnhof Ernst-Reuter-Platz ist videoüberwacht.

Mehrere Zeugen hatten beobachtet, wie ein Mann die Frau vor die einfahrende Bahn gestoßen hatte. Der Mann soll die Frau laut Staatsanwaltschaft mit Anlauf auf die Gleise geschubst haben.

Die Augenzeugen konnten den 28-Jährigen bis zum Eintreffen der Polizei festhalten. Er wurde vorläufig festgenommen. Das Motiv für die unfassbare Tat ist noch unklar. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei sollen sich der Mann und die Frau nicht gekannt haben.

Der Täter wollte kurz vor der Tat in eine Obdachlosenunterkunft

Zu der Attacke auf die 20-Jährige – eine Deutsche mit Migrationshintergrund – sei es gekommen, als der gebürtige Hamburger sich erst etwa zwei Stunden in Berlin aufgehalten habe, sagte ein Sprecher der Staatsanwaltschaft Berlin. Der 28-Jährige, der die iranische Staatsbürgerschaft besitzt, habe zunächst vergeblich versucht, in einer Obdachlosenunterkunft unterzukommen.

Auf dem Weg in eine andere Unterkunft sei es zu der Tat im U-Bahnhof Ernst-Reuter-Platz in Charlottenburg gekommen. Ein Gutachten sollte noch am Mittwoch klären, ob der Mann voll schuldfähig ist. Zeugen hatten ihn festgehalten, bis ihn alarmierte Polizisten abführen konnten.

Vor den Zug gestoßen - Gewalt an U- und S-Bahn

Immer wieder werden Menschen vor einfahrende U- oder S-Bahnzüge auf das Gleis gestoßen. In einigen Fällen wie am Neujahrstag 2016 in Nürnberg kann die Bahn noch rechtzeitig halten. Andere Taten endeten für die Opfer mit Verletzungen oder sogar mit dem Tod. Einige spektakuläre Fälle:

Oktober 2015: Eine 31 Jahre alte Mutter stößt ihren elfjährigen Sohn nach Zeugenaussagen absichtlich an der Hamburger U-Bahnstation Hoheluftbrücke vor eine einfahrende Bahn. Der Zug überrollt den Jungen und verletzt ihn schwer.

Mai 2015: Ein junger Mongole wird von einem 16-Jährigen und drei älteren Begleitern am Berliner U-Bahnhof Klosterstraße attackiert, mit einem Messer lebensgefährlich verletzt und auf die Gleise gestoßen: Das 25 Jahre alte Opfer überlebt nur knapp.

März 2014: Ein betrunkener Bettler wird auf dem Bochumer Hauptbahnhof von einem 50-Jährigen abgewiesen. Aus Frust stößt der 29-Jährige den Mann auf die Gleise. Passanten können ihn gerade noch vor einer einfahrenden S-Bahn zurück auf den Bahnsteig heben. Das Opfer wird bei dem Sturz schwer verletzt und sitzt seitdem im Rollstuhl.

Mai 2013: Schwere Verletzungen erleidet ein 20-Jähriger bei einem Streit mit mehreren Unbekannten im Berliner U-Bahnhof Gleisdreieck. Beim Verlassen eines Zuges der Linie U1 gerät das Opfer zwischen die Bahnsteigkante und einen Waggon der anfahrenden Bahn. Fahrgäste ziehen die Notbremse und kümmern sich um den 20-Jährigen.

Dezember 2007: Weil seine Lebensgefährtin ihn verlassen will, stößt ein 34-Jähriger die Freundin der Frau auf dem Aachener Westbahnhof vor einen fahrenden Zug. Sie wird getötet. Der Angreifer hatte ihr die Schuld am Ende seiner Beziehung gegeben.

28-jähriger Mann ist bereits wegen einer Gewalttat aufgefallen

Laut Staatsanwaltschaft ist der Mann kein unbeschriebenes Blatt: Eine „erhebliche Gewalttat“ liege etwa 15 Jahre zurück. Zudem habe es zuletzt in Hamburg weitere Verfahren gegen ihn gegeben. Einzelheiten nannte die Berliner Ermittlungsbehörde nicht.

Um das Verbrechen aufklären und weitere Informationen zu bekommen, bittet die Polizei Zeugen, sich unter der Telefonnummer 030/4664-911555 oder auf einer Polizeiwache zu melden.

Von dpa

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