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Potsdam-Mittelmark 2019 soll Lindowsches Haus fertig saniert sein
Lokales Potsdam-Mittelmark 2019 soll Lindowsches Haus fertig saniert sein
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01:44 22.02.2018
Das denkmalgeschützte Obstmuckerhaus wird saniert und zu einem neuen Anlaufpunkt für Einheimische und Gäste umgebaut. Quelle: Bernd Gartenschläger
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Werder

Die Sanierung des Lindowschen Hauses am Plantagenplatz in Werder wird jetzt in Gang gebracht. Vor wenigen Tagen hat die Stadt Werder den Umbau und die Erweiterung des denkmalgeschützten Obstzüchterhauses öffentlich ausgeschrieben. Losgehen soll es Mitte März. „Mit den ersten Arbeiten ist Ende vergangenen Jahres begonnen worden“, sagt Werders 1. Beigeordnete, Christian Große (CDU), auf MAZ-Anfrage. Der Zeitplan sehe eine Eröffnung im Jahr 2019 vor.

Zunächst war sie bereits für dieses Jahr gedacht, doch es kam zu Verzögerungen. „Da es sich um ein Einzeldenkmal handelt, gab es in Vorbereitung der Bauarbeiten erheblichen Abstimmungsbedarf“, erklärt Christian Große. Ein Einzeldenkmal ist eine bauliche Anlage, an deren Erhalt aufgrund einer beispielsweise geschichtlichen oder volkskundlichen Bedeutung öffentliches Interesse besteht. Sie erlangt entweder per Verwaltungsakt oder kraft Gesetzes Denkmaleigenschaft. Die Sanierung wird nach derzeitigen Berechnungen 2,36 Millionen Euro kosten, davon stammen 1,8 Millionen Euro aus Fördermitteln.

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Stadt kaufte das Anwesen im Jahr 2009

Dem Vize-Bürgermeister zufolge bleibt es bei dem geplanten Nutzungskonzept. Das heißt: Besucherzentrum und Bürgerservice bilden die Eckpfeiler des sanierten Lindowschen Hauses. Mit dem Anziehungspunkt will der Erholungsort Einheimischen und Gästen mehr Service bieten, die Insel entlasten und die Arbeitsbedingungen für die Mitarbeiter verbessern. Gegenwärtig befindet sich der Bürgerservice noch im Schützenhaus auf der Insel. Diese Räume sollen nach dem Umzug nicht aufgegeben werden, wie Christian Große berichtet. Die künftige Nutzung sei derzeit allerdings noch unklar.

Auch regionale Vermarktung und das Obstbaumuseum sollen wieder einen Platz im Herzen Werders finden. Die Stadt hatte das Museum schon einmal dort betrieben, bevor die Alteigentümer Mitte der 1990er Jahre Restitutionsansprüche durchsetzen konnten. Im Jahr 2009 hat die Stadt Werder das Lindowsche Haus inklusive Nebengelassen von den Alteigentümern gekauft. Im Oktober 2015 entschied sie dann, die Sanierung und den Betrieb selbst zu übernehmen. Das Projekt des Gastronomen Jens Poel, der über einen Erbbaurechtsvertrag das Lindowsche Haus übernehmen und dort eine Vinothek und Wohnungen einrichten wollte, spielte danach keine Rolle mehr. Das Anwesen am Plantagenplatz 9 wurde 1879 erbaut. Familie Lindow gehörte zu den ersten Obstbauern in Werder, die am Hang des Galgenbergs Obstplantagen anlegten.

Von Luise Fröhlich