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Potsdam-Mittelmark 700 Jahre in anderthalb Stunden
Lokales Potsdam-Mittelmark 700 Jahre in anderthalb Stunden
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19:32 02.07.2017
Zogen mit Pauken und Trompeten über die Stückener Dorfstraße: Die Bergmannskapelle aus Schneeberg reiste aus dem Erzgebirge an. Quelle: Jens Steglich
Stücken

Als der Nachtwächter als letzter Mann im Festumzug an der Bühne vorbeiläuft, erzählt Ortsvorsteher Udo Reich die Geschichte von der Glocke, die der Wächter in der Hand hält. Es ist nicht irgendeine, es ist ein Original aus dem 18. Jahrhundert, mit dem Nachtwächter in Stücken unterwegs waren. Die Glocke hatte Gerhard Krüger, langjähriger Bürgermeister im Dorf, vor Jahren Reich übergeben und ihm ans Herz gelegt: „Lass’ sie im Safe und hole sie nur heraus, wenn es wichtig ist.“

Eine Hommage an den 1904 gegründeten Radverein „Edelweiß“. Den Verein gibt es nicht mehr, dafür den 11-Uhr-11-Club, dessen Mitglieder die alten Räder im Festumzug fuhren. Quelle: Jens Steglich

Am Wochenende war so ein wichtiges Ereignis, um den Safe zu öffnen. Die Stückener feierten den 700. Geburtstag des Ortes und viele Gäste kamen zum Mitfeiern. Sie sahen einen Festumzug, der zur Geschichtsstunde der besonderen Art wurde und das bunte Vereinsleben im feierfreudigen Ort zeigte. 250 Leute wirkten mit, um den Bogen von den Slawen, die einst den Flecken Erde besiedelten, über den Radverein „Edelweiß“ und die alten Gewerke bis hin zur Gegenwart zu schlagen, in der ein Blasorchester für den richtigen Ton und ein 11-Uhr-11-Club für Stimmung sorgt, in der ein Heimatverein aus Traditionspflege zur 80er-Jahre-Disko (Uschi-Party) einlädt und die Bowling-Gruppe eine „flinke Kugel“ schiebt.

Dieser kleine Wagen des Tremsdorfer Ortsvereins erinnerte an den Dorfkrug, der einer Legende nach vor den Toren Stückens versunken sein soll. Quelle: Jens Steglich

Das ist freilich nur ein kleiner Ausschnitt aus dem Umzug, in dem auch Freunde aus Nachbarorten und aus der Ferne mitmarschierten. Aus dem Erzgebirge reiste die Schneeberger Bergmannskapelle an. „Bis ein Uhr nachts haben sie noch in Schneeberg geblasen, zwei Uhr sind sie losgefahren und sechs Uhr angekommen“, erzählte Andreas Block, Chef des Stückener Blasorchesters. Im Ort nahm fast jeder einen Schneeberger auf, die sich kurz schlafen legten, um zum Festumzug mit Pauken und Trompeten durchs Dorf zu ziehen. Die Musiker der Kapellen verbindet seit den 1980er Jahren eine Freundschaft.

Der Stückener Heimatverein präsentierte an einer Litfaßsäule die vielen Veranstaltungen, die allein dieser Verein im Jahr organisiert. Quelle: Jens Steglich

Was Stücken für Leute zu bieten hat, die gern die Nahwelt erobern, ergründete Klaus Hänel vom Zauchwitzer Reisemuseum. Zum 700.Geburtstag trug er 70 Ziele in und um Stücken zusammen. Einen Geheimtipp hätte er von den Leuten des Tremsdorfer Ortsvereins bekommen können, die an den Dorfkrug erinnerten, der vor den Toren Stückens versunken sein soll. Der Legende nach wollten Tremsdorfer, die keine Kirche hatten, das Gotteshaus besuchen. Einige kehrten indes im Dorfkrug ein, der auf dem Weg lag. Als die Kirchengänger zurückkamen, war die Kneipe verschwunden. Die Stelle dort heißt heute noch „versunkener Krug“.

Das Blasorchester Stücken ist weit über die Ortsgrenzen hinaus bekannt. Quelle: Jens Steglich

700 Jahre Stücken – die Party geht weiter

Mit Festumzug und Blasmusikfest am Wochenende ist die Party nicht vorbei.

Gefeiert wird das ganze Jahr: So steht zum Beispiel am 10. September, 15 Uhr, ein Abend im Landhaus zu Stücken im Zeichen der Musik. Es geht ums Stückener Blasorchester und dessen Geschichte.

Am 1. Oktober, 14 Uhr, ist Erntefest und am 4. November, 14 Uhr, wird im Landhaus die Jagd im Mittelpunkt stehen.

Am 11.November, 14 Uhr, lädt die Feuerwerh zum Tag der offenen Tür ein und am 18. November ist erstmals festlicher Weideabtrieb der Rinder von Landwirt Jens Schreinicke.

Von Jens Steglich

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