Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Potsdam-Mittelmark Abfallentsorgung auf eigene Faust
Lokales Potsdam-Mittelmark Abfallentsorgung auf eigene Faust
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
14:09 26.03.2015
Wiesenburger Aussichten: Eines der kleineren, dafür schon sehr maroden Gebäude, in denen die Altreifen lagern.
Wiesenburger Aussichten: Eines der kleineren, dafür schon sehr maroden Gebäude, in denen die Altreifen lagern. Quelle: D. Fröhlich
Anzeige
Wiesenburg

Denn – so viel ist seit der jüngsten Parlamentssitzung in der „Perle des Flämings“ klar – Insolvenzverwalter und Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark als zuständige Aufsichtsbehörde rühren sich nicht, um die Gefahrenquelle zu beseitigen.

Zur Erinnerung: Seit 2007 hatte die Firma Pneus Trading Ltd. auf dem Gelände des einstigen Kreisbetriebes für Landtechnik mit gebrauchten Fahrzeugreifen gehandelt und sie vor allem zu Tausenden in mindestens vier Gebäuden gelagert. 2010, inzwischen mit neuem Eigentümer bei gleicher Nutzung und Betriebsführung, hatte das Landratsamt Bad Belzig eine Baugenehmigung für den Zweck erteilt. Die darin gestellten Bedingungen sind freilich nicht erfüllt worden, wie Ulf Schilling von der Aufsichtsbehörde in Teltow bestätigt.

Unter anderem war die von der Kommune geforderte Hinterlegung einer Kaution quasi nicht erfolgt, mit der die Beräumung des Grundstückes im Fall einer Pleite des Betreibers sicher gestellt werden sollte. Seit knapp drei Jahren ist der Fall eingetreten. Doch lediglich 1000 Euro wurden eingezahlt, hat Hartmut König inzwischen ermittelt. Für die Entsorgung von einer Tonne Reifen werden nach seinen Angaben etwa 160 Euro fällig, so dass bei einer angenommenen Menge von mehr als 100 Tonnen bereits dafür etwa 20.000 Euro fällig würden.

Mindestens genauso wie über das Gebahren des Reifenhändlers empören sich die Abgeordneten vor Ort über die Arbeitsweise der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark. Bernd Müller (SPD) echauffierte sich, dass Ulf Schilling sich nicht kurzfristig beispielsweise wegen Krankheit habe entschuldigen müssen, sondern langfristig abgesagt und nicht einmal einen Vertreter entsendet hatte. Der Wiesenburger Ortsvorsteher sieht das als Affront gegen die Kommune und schloss persönliche Konsequenzen für seine ehrenamtliche Tätigkeit nicht aus. „Zumal die Stellungnahme ein Witz ist“, wie er sagt.

Demnach hätten die Baukontrolleure mindestens bis Juli vorigen Jahres die Lagerhallen stets verschlossen vorgefunden, steht darin. „Das stimmt nicht“, weiß nicht nur Grit Pfeiffer (SPD). Und sie hat darauf aufmerksam gemacht, dass die Nutzung von Garagen und Verwaltungsgebäude auf der anderen Seite des Areals gerade dazu einlädt, die teilweise einsturzgefährdeten Bauten des Reifenlagers zu erkunden. Beim Sturm im Januar waren bereits große Dachflächen abgedeckt und über das Areal getrieben worden. Ein Flammen-Inferno wie einst auf der Fläming-Sortieranlage in Neuendorf (bei Rädigke) ist die größte Angst der Anwohner.

Helmut Uebe hat freilich darauf aufmerksam gemacht, dass es nicht die einzige Lagerstätte ist, die reichlich Gefahrenpotenzial habe. Den Eigentümer des einstigen Sozialgebäudes des Drahtwerkes, wo mitten im Ort Gasflaschen lagern sollen, hat die Bürokratie jedenfalls bislang ebenfalls nicht in die Schranken weisen und für Sicherheit sorgen können.

Von René Gaffron

Potsdam-Mittelmark Der 26-jährige Fran Requena reiste durch Europa und landete in Bergholz-Rehbrücke - Ein Spanier bei der Rehbrücker Feuerwehr
25.03.2015
Potsdam-Mittelmark Werderaner Lehrerin wieder aus der Stratosphäre zurück - Die Sterne aus nächster Nähe betrachtet
25.03.2015