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Potsdam-Mittelmark Abwasser: Gebühren für mobile Entsorgung steigen
Lokales Potsdam-Mittelmark Abwasser: Gebühren für mobile Entsorgung steigen
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07:21 04.04.2018
Kerstin Baier ist Geschäftsführerin des Abwasserzweckverbandes "Planetal" (AZV)   
Kerstin Baier ist Geschäftsführerin des Abwasserzweckverbandes "Planetal" (AZV)    Quelle: Andreas Koska
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Brück

Der Abwasserzweckverband „Planetal“ (AZV) mit Sitz in Brück betreibt 60 Pumpwerke und hat ein Rohrnetz von 138 Kilometern Länge. Damit ist das Einzugsgebiet rund um Brück und Bad Belzig zu 95 Prozent erschlossen. Geschäftsführerin Kerstin Baier gibt Auskunft über anstehende Vorhaben und die Gebührenentwicklung.

Die Gebühren für die mobile Entsorgung steigen überall, wie sieht es beim AZV aus?

Kerstin Baier: Bei uns wird es voraussichtlich ebenfalls zu Erhöhungen kommen. Wir gehen davon aus, dass wir ab Mitte Juli die Gebühren anheben müssen. So könnte die Grundgebühr von derzeit 24 Euro auf 36 Euro steigen und die für die dezentrale Entsorgung von 5,95 Euro je Kubikmeter auf 7,55 Euro. Wir sind noch in der Kalkulation und die Verbandsversammlung muss endgültig entscheiden.

Warum gibt es diese Erhöhung und weshalb zu dem Zeitpunkt?

Den Zeitpunkt haben wir gewählt, da am 15. Juli in Borkheide die turnusmäßige Ablesung stattfindet und dann die Daten vorliegen. In Borkheide ist der Großteil der dezentralen Kunden zu Hause. Wir mussten die Entsorgung ausschreiben, da der Unternehmer Probleme hatte die Arbeit zu erledigen. Es fehlt einfach an Mitarbeitern für diese schwere und dann doch nicht besonders gut bezahlte Arbeit. Wir hatten immerhin das Glück, dass sich jemand an der Ausschreibung beteiligt hat, allerdings mit einem Aufschlag.

Wie sieht es bei der zentralen Entsorgung aus?

Hier gibt es vorerst keine Veränderungen. Hier bleibt es bei 2,60 Euro je Kubikmeter bei einer Grundgebühr von 36 Euro im Jahr. Es ist allerdings nicht auszuschließen, dass die Gebühr in den kommenden Jahren angepasst werden muss. Das liegt zum einen an den steigenden Kosten und zum anderen daran, dass die Anzahl der Flüchtlinge zurückgeht und dadurch die Umsätze sinken.

Golzow und Oberjünne haben einen Aufnahmeantrag an den Zweckverband gestellt, gibt es weitere Fusionsgespräche?

Wir hätten gern den gesamten Abwasserteil des Zweckverbandes TAZV „Freies Havelbruch“ mit Reckahn und Krahne übernommen. Das hätte uns zumindest Kosten gespart. Das ist jedoch seitens Kloster Lehnin nicht erwünscht. Jetzt wird ein Wertgutachten erstellt. Das kostet und wäre nicht unbedingt nötig gewesen. Bei einer Aufnahme müssen die Orte und Gemeinden wirtschaftlich und rechtlich stabil sein, wir wollen kein Risiko für unsere Kommunen eingehen. Es ist auf jedem Fall klar, dass es ein getrennter Tarifbereich bleiben wird. Dort liegt die Gebühr im Augenblick bei 5,33 Euro je Kubikmeter und einer Grundgebühr von 108 Euro im Jahr, also erheblich höher.

Gibt es weitere Gespräche?

Nachdem die Gemeinde Borkwalde die restlichen Anteile der Borkwalder Abwassergesellschaft übernommen hat, gibt es durchaus Überlegungen zu einem späteren Beitritt der Gemeinde zum AZV. Das ist allerdings noch nicht aktuell.

Wo wird in den nahen Zukunft investiert?

Zu einem wollen wir eine Garage auf dem Gelände des Klärwerks in Hackenhausen bauen, inklusive einer Photovoltaikanlage auf dem Dach. Einige Pumpwerke müssen erneuert werden, einige Leitungen und Kanäle werden um- und neu verlegt. In Borkheide ist geplant, in diesem Jahr den Mittelweg anzuschließen und in 2021 die Eichenallee. Das hängt aber vom Flächennutzungsplan ab. Dann dürften wir Borkheide weitestgehend erschlossen haben. Auf jeden Fall lässt sich sagen, dass wir auf finanziell gesunden Füßen stehen und optimistisch nach vorne schauen können. Eine Kreditaufnahme oder ein Umlagebedarf werden nicht notwendig sein.

Von Andreas Koska