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Potsdam-Mittelmark Altes Schulhaus kann gerettet werden
Lokales Potsdam-Mittelmark Altes Schulhaus kann gerettet werden
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09:52 18.11.2017
Sanierungsfall seit 20 Jahren: Nun gibt es Geld für die Rettung der alten Geschwister-Scholl-Grundschule am Busbahnhof.
Sanierungsfall seit 20 Jahren: Nun gibt es Geld für die Rettung der alten Geschwister-Scholl-Grundschule am Busbahnhof. Quelle: René Gaffron
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Bad Belzig

Unverhofft kommt oft: Die frühere Geschwister-Scholl-Grundschule wird saniert. Das mehr als 100 Jahre alte Gebäude am Busbahnhof in Bad Belzig soll für etwa 2,4 Millionen Euro als soziokulturelles Zentrum hergerichtet werden. Etwa 90 Prozent der Kosten können nun doch gefördert werden, sagt der landtragsabgeordnete Günter Baaske (SPD). Ihm zufolge kommt das Geld aus dem maßgeblich vom Bund gespeisten neuen Programm „Soziale Integration im Quartier“.

Die Stadtväter hatten im Sommer einen Aufruf des märkischen Infrastrukturministeriums befolgt und sich erneut um die Unterstützung des Vorhabens beworben. Allerdings mit beschränkten Hoffnungen. Denn zuletzt blieben Anträge ans Budget zur „Entwicklung der Sozialen Stadt“ und an den Leader-Fonds der Europäischen Union unberücksichtigt. Nunmehr soll das Miteinander von Jung und Alt, Einheimischen und Flüchtlingen in zentraler Lage von Bad Belzig noch besser etabliert werden, erklärt Günter Baaske zum Zweck der Förderung.

Neben der grundhaften Instandsetzung der Bausubstanz geht es um Gewährleistung von Brandschutz, Barrierefreiheit und anderes mehr. Bislang wurden gerade so die Standards erfüllt, um die Betriebserlaubnis für die Studiobühne zu erhalten. Dass sie als Probe- und Spielstätte des Jugendtheaters „Strumpfhose“ unter dem Dach erhalten bleiben soll, gilt als Konsens. Offen dagegen ist noch, ob der Verein für Arbeit und Leben im Domizil bleibt und – wie einst von Architektin Katrin Richel vorgeschlagen - die Bibliothek von der Burg Eisenhardt oder/und die Jugendsozialarbeiter des zur Disposition stehenden Freizeitzentrums „Pogo“ oder noch ganz andere Nutzer einziehen. Die Diskussion darüber kann aber wieder aufgenommen werden. Gleichwohl sich die Stadtväter eigentlich ihr Hauptaugenmerk auf die Entwicklung des Bildungsstandortes am Weitzgrunder Weg und den dringend nötigen Neubau des Feuerwehrgerätehauses richten wollten.

„Der fortschreitende Verfall des alten Schulhauses treibt mich natürlich besonders um“, sagt Günter Baaske. Der 60-Jährige hatte dort 1976 sein Abitur abgelegt. Nach der Wende lernten noch Erst- bis Sechstklässler in dem Haus, das Mitte der 90er-Jahre zu Gunsten des Neubaus leer gezogen wurde. Seither war das Schicksal offen. Am 6. Dezember will Ministerin Kathrin Schneider (SPD) den Förderbescheid an Bürgermeister Roland Leisegang (partelos) überreichen. „Ein schönes Geschenk zum Nikolaus“, findet Baaske.

Von René Gaffron