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Potsdam-Mittelmark Andacht auf dem Tierfriedhof
Lokales Potsdam-Mittelmark Andacht auf dem Tierfriedhof
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17:39 11.07.2018
Karla Lemke besucht täglich ihren Liebling Alien im „Tierhimmel“ in Teltow. Quelle: Foto: Konstanze Kobel-Höller
Teltow

Uwe Fattmann sitzt auf einer Parkbank. An seinem Arbeitsplatz ist es idyllisch und friedlich. „Manchmal sagen Leute zu mir, dass ich ja einen schrecklichen Job habe, weil mir alle ihr Leid und ihre Trauer klagen und sich an meiner Schulter ausweinen. Aber mir macht meine Arbeit Freude.“ Fattmann arbeitet im „Tierhimmel“ in der Ruhlsdorfer Straße in Teltow. Hier finden treue tierische Begleiter der Menschen ihren letzten Platz, wenn sie unsere Welt verlassen haben. Öfter als einmal betont Fattmann, dass an diesem Ort Qualität, Würde und individuelle Betreuung wichtig sind.

Das beginnt schon ganz am Anfang nach dem Ende: „Wir holen das Tier innerhalb einer Stunde ab.“ Es wird in einen Weidenkorb gelegt und mit einer blauen Decke zugedeckt. Manchmal sei das Weggehen schwierig. Wie bei der Rentnerin, die binnen eines halben Jahres Sohn, Mann und dann die geliebte Katze verloren hatte. Damals hatte er jedenfalls lieber gewartet, bis die Tochter angekommen war.

Im Hygieneraum wird das Tier gewogen, gewaschen, gekämmt und geföhnt, bevor es wieder in einen Korb kommt. Diesmal mit einem weißen Leintuch zugedeckt. Jederzeit könne der Besitzer sich noch mal von seinem Liebling verabschieden. Wenn es Zeit für die Trauerfeier sei, werde die Katze, der Hund, der Hase, der Hamster oder auch schon mal ein Koikarpfen – im „Raum der Stille“ oder im Vorraum zum Krematorium aufgebahrt.

Meist würde die persönliche, stille Verabschiedung rund eine Viertelstunde dauern. Generell läuft alles so ab, wie vom Besitzer gewünscht: Musik, Gedichte, Ansprachen, auch Redner können dazu geholt werden. Pfarrer hat Fattmann indes noch keinen erlebt. Dafür schon einen Sektumtrunk mit Gesang oder den 30 Jahre alten Unternehmer, der bei der Verabschiedung von seinem Hasen komplett zusammenbrach. „Ob Businessfrau, berühmter Schauspieler oder Rentnerin mit Hartz IV – die Trauer ist überall gleich“, sagt Fattmann. „Die Jüngeren versuchen vielleicht nur länger, Haltung zu bewahren.“

Wer sich für einen Abschied im „Tierhimmel“ entscheidet, kann zwischen einer Bestattung seines Tieres auf dem rund 10 000 Quadratmeter großen Areal oder einer Einäscherung wählen. Bei den Gräbern gibt es nicht nur verschiedene Größen, sondern auch eine eigene Sektion, die Richtung Mekka zeigt. Um ihre Haustiere trauernde Kinder bekommen kostenfreie kleine „Hamstergräber“ in der Größe von 20 mal 20 Zentimetern, die sie bepflanzen und pflegen können.

Es gebe sogar Anfragen, ob hier auch Menschen bestattet werden könnten, weil sie gerne bei ihren Haustieren wären, so Fattmann. Das Unternehmen bemüht sich um eine Genehmigung dafür. Karla Lemke sitzt am Grab ihres Hundes Alien und gehört zu jenen, die sehnsüchtig auf eine solche Entscheidung warten. Im November ist ihr Liebling gestorben, an seinem 15. Geburtstag. Seither kommt sie jeden Tag zwei Mal an sein Grab. Manchmal sogar nachts. Sie bringt einen kleinen Hocker und ihren zweiten Hund, Scarlett, mit. Ihr Mann ist nur selten dabei. „Er kann nicht mehr sehen, wie ich immer weine, die ständige Heulerei ist ihm zu viel.“ Sie sieht spätestens dann keinen Sinn mehr im Leben, wenn ihr zweiter Hund sterben sollte. Ihr Grundstück habe sie schon verkauft, weil es sie zu sehr an ihren Hund erinnert habe. Die Möglichkeit, wenigstens im Tod über denselben Friedhof wieder mit ihren Lieblingen vereint zu sein, ist ihr Strohhalm, an dem sie sich festklammert. Bei einer Gedenkfeier soll auch der Song „Ich bin verliebt in einen Alien“ gesungen werden. Doch nicht von der „Kelly Family“. Die wollte sie schon im November engagieren, doch sie war zu teuer.

Bei der Einäscherung hat sich das Unternehmen auf die „Direktkremierung“ spezialisiert, bei der die Besitzer ihre Tiere begleiten, bis sich die Ofenklappe schließt. „Die Leute wollen oft dabei sein, um ihre Haustiere zu begleiten – und um sicher zu sein, dass diese auch wirklich alleine verbrannt werden.“ Der letzte Weg könne durch ein Fenster, per Bildschirm oder das Internet verfolgt werden. Als Erinnerung gibt es eine Foto-CD. Dass kein Tier verwechselt wird, stellt ein Stein mit Nummer sicher. Den bekommen die Besitzer – mit Zertifikat, Regenbogen-Gedicht und der Urne.

Von Konstanze Kobel-Höller

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