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Potsdam-Mittelmark Anwohner: Feuerwehr soll nicht zum Turnplatz
Lokales Potsdam-Mittelmark Anwohner: Feuerwehr soll nicht zum Turnplatz
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02:15 03.12.2017
Die alte Feuerwache der Bad Belziger Wehr in der Niemöllerstraße. Quelle: Christiane Sommer
Bad Belzig

So viel vorweg: Grundsätzlich herrscht unter den Einwohnern Verständnis für einen Neubau der Bad Belziger Feuerwache. Gleichzeitig haben sich die etwa 70 Teilnehmer der von der Verwaltung anberaumten Anwohnerversammlung im Rathaus jedoch mehrheitlich gegen den Turnplatz als vorgeschlagenen Standort ausgesprochen.

Das Meinungsbild, das sich Bürgermeister Roland Leisegang (parteilos) von der öffentlichen Diskussion erhoffte, hätte somit nicht deutlicher ausfallen können. Alternativ hatten die Anwohner zahlreiche Vorschläge parat, wo sie sich den Bau einer Feuerwache vorstellen könnten.

Alternativ Fläche am Papendorfer vorgeschlagen

Fritz Beelitz äußerte zum Beispiel die Hoffnung, dass der Neubau doch noch auf dem Rollbergareal an der Brücker Landstraße erfolgt. „Unsere Familie ist seit drei Generationen in der Feuerwehr. Dieses Gelände wurde schon zu DDR-Zeiten für eine neue Feuerwache favorisiert“, sagte er. „Dort gehört sie hin und nicht auf den Turnplatz. In dieser Angelegenheit darf man nicht am Geld sparen.“

Andere Einwohner empfahlen Flächen am Papendorfer Weg, in der Puschkinstraße, im Gewerbegebiet und in Turnplatznähe am Mischfutterwerk. Aber es wurde diesbezüglich auch Kritik laut. „Es ist ihre Aufgabe nach alternativen Flächen zu suchen, nicht unsere“, beanstandete eine Einwohnerin den Verlauf der Gesprächsrunde.

Längerer Weg vom Gewerbegebiet

Von der Alarmierung der Einsatzkräfte bis zur Ausrückzeit dürfen nicht mehr als acht Minuten verstreichen.

Schon vier Minuten später soll die Feuerwehr im Idealfall an der Brandstelle eintreffen.

Insgesamt sollen vom Zeitpunkt der Brandentdeckung über den Notruf bei der Leitstelle bis zum Wirksamwerden der Einsatzmaßnahmen vor Ort nicht mehr als 17 Minuten vergehen.

Erfolgt der Neubau der Wache im Gewerbegebiet, ist diese Frist nach erfolgter Überprüfung durch die Feuerwehr nicht mehr einzuhalten.

Aktuell gewährleisten 62 Feuerwehrleute die Einsatzfähigkeit.

In 2017 wurde die Feuerwehr bereits 165 Mal alarmiert. Zum Vergleich: 2012 rückte die Wehr 107 Mal und 2007 116 Mal aus.

Während Leisegang versprach, alle Vorschläge unter dem Aspekt der Einhaltung der Alarmierungszeiten überprüfen zu lassen, gab Bauamtsleiter Christoph Grund zu bedenken, dass eigentlich schon im ersten Quartal des kommenden Jahres eine Entscheidung über den neuen Standort getroffen werden sollte und dass die neuerliche Suche nicht nur Zeit, sondern auch Geld koste.

Ortswehrführer Raphael Thon warb in der emotionsgeladenen und nicht immer sachlichen Debatte vergeblich um Verständnis. Sein Appell „Ein Neubau auf dem Turnplatz hat nichts mit Willkür zu tun. Es geht dabei auch um Ihr Leben und Ihre Gesundheit“, verhallte ungehört.

Bürgermeister will Gutachter für Standortsuche beauftragen

Nach knapp zwei Stunden beendete Leisegang, die Gesprächsrunde, die mehr Fragen als Antworten brachte. Auch deshalb liebäugelt der Verwaltungschef jetzt mit der Beauftragung eines externen Gutachters, der die ideale Fläche für den Neubau der Feuerwache im Stadtgebiet ausspäht.

Die Stadtverordneten werden nach Aussage des Bauamtsleiters im Januar und Februar über die Ergebnisse der angeregten Flächenüberprüfungen in Kenntnis gesetzt. Dann dürfte sicher auch das Thema Gutachter noch einmal zur Sprache kommen.

Suche nach geeigneter Fläche begann bereits vor zwei Jahren

Als 1934 der Grundstein für die Feuerwache in der Niemöllerstraße in Bad Belzig gelegt wurde, war der vom Magistrat gewählte Standort freilich noch ideal – in der Mitte der Stadt. Acht Jahrzehnte später hat sich die Situation jedoch verändert. Bad Belzig ist gewachsen – in die eine Richtung mehr, in die andere weniger. Der alte Standort ist daher nach Einschätzung der aktiven Feuerwehrleute mit Blick auf die Ausrückzeiten schon lange nicht mehr ideal – und noch dazu mittlerweile viel zu klein.

Daher haben Feuerwehr und städtische Verwaltung bereits vor zwei Jahren mit der Suche nach einer geeigneten Fläche begonnen, um den im Gefahrenabwehrbedarfsplan festgeschriebenen Neubau der Feuerwache umsetzen zu können. In diesem Zusammenhang wurde einzig der Turnplatz an der Brandenburger Straße für optimal befunden.

Von Christiane Sommer

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