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Potsdam-Mittelmark Auf dem Hof von Hans-Jürgen Krauß sind die Falken los
Lokales Potsdam-Mittelmark Auf dem Hof von Hans-Jürgen Krauß sind die Falken los
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15:21 12.07.2019
Auf den Hof von Hans-Jürgen Krauß in Görzke sind die Falken zurückgekehrt. Quelle: Josephine Mühln
Görzke

 Über zwei Gäste auf seinem Hof hat sich Hans-Jürgen Krauß aus Görzke in diesem Jahr ganz besonders gefreut. Das Falkenpaar, das bereits im vergangenen Frühling den eigens von Hans-Jürgen Krauß vorbereiteten Horst bezogen hatte, ist zurückgekehrt – und der Hof wurde einmal mehr zur Falken-Kinderstube.

Die Freude war groß bei Hans-Jürgen Krauß in Görzke, als das Falkenpaar vom vergangenen Jahr im Frühjahr wieder Einzug hielt. Fünf junge Vögel sind inzwischen geschlüpft und unternehmen bereits erste Flugversuche.

„Vor etwa zwei Monaten sind die fünf Falken geschlüpft“, erzählt der 73-Jährige. „Sobald sie flügge sind, müssen sich die Jungen ihr eigenes Revier suchen.“ Gerade würden sie gemeinsam mit ihren Eltern bereits die ersten Flugversuche unternehmen.

Sicher sei er sich nicht gewesen, dass die Falken tatsächlich den Weg zurück in den Hohen Fläming finden würden, erzählt Hans-Jürgen Krauß. „Im Frühjahr kam dann schließlich erst das Weibchen zurück, später das Männchen. Das ist schon Glückssache, denn den Winter über fliegen die Falken in den Süden und es lauern einige Gefahrenquellen – wie Falkenjäger oder Raubvögel als natürliche Feinde.“

Lebens- und Brutraum ist eingeschränkt

Und auch hier sei der Lebens- und vor allem Brutraum der Tiere mittlerweile immer stärker eingeschränkt, erzählt der vor allem als Double des Alten Fritz bekannte Görzker weiter. „Die Tiere sind einfache Brüter, die kein Nest bauen, sondern auf blankem Material brüten. Bei den meisten Häusern ist aber heutzutage alles zugemauert, so dass es keinen Freiraum mehr gibt, in dem die Falken brüten können.“

Früher hätten die Vögel beispielsweise auch Trafostationen genutzt, heute müssten sie teilweise auf alte Nester von Krähen ausweichen. Um seine Görzker Kinderstube zu schützen, habe das Paar auf Arbeitsteilung gesetzt, wie Hans-Jürgen Krauß in den vergangenen Wochen beobachten konnte. „Ein Vogel hat immer auf dem Dach gesessen und das Nest beobachtet. Sobald sich zum Beispiel eine Elster näherte, kam der Falke angesaust und hat sie vertrieben.“

Gattung umfasst 39 Arten

Die Gattung der Falken ist fast weltweit verbreitet und umfasst 39 Arten.

In Mitteleuropa kommen mit Turmfalken, Rotfußfalken, Baumfalken, Wanderfalken und Sakerfalken fünf Falkenarten als Brutvögel vor.

Die Tiere bauen keine Nester.

Die Brut findet in Nestern anderer Vogelarten oder in einfachen Mulden an Felswänden, Gebäuden oder auf Bäumen statt.

Dies unterscheidet sie von den Greifvögeln. Falken sind tagaktive Jäger.

Zur natürlichen Beute gehören je nach Größe und besonderer Anpassung der Art kleine Säugetiere, Vögel, Reptilien, Amphibien und größere Insekten.

Die Tiere seien aufgrund dieser Nesträuber stets auf der Hut gewesen und hätten Tag und Nacht Wache gehalten, erzählt der ehemalige Elektrotechniker weiter. Nun würden die Vögel noch bis etwa Anfang August auf seinem Hof bleiben, vermutet Hans-Jürgen Krauß. „Dann suchen sich die Kinder ein eigenes Revier, die Eltern bleiben etwas länger.“

Er sei schon seit Kindertagen an der Natur interessiert, sagt Hans-Jürgen Krauß über sich. „Meine Oma hat auf der Insel Hermannswerder einen Garten gehabt und später habe ich mich zum Beispiel in Malawi in Afrika für den Schutz von Elefanten eingesetzt.“

Hans-Jürgen Krauß. Quelle: Josephine Mühln

Da verwundert es nicht, dass der 73-Jährige sich im vergangenen Jahr, als die Falken zum ersten Mal auf seinen Hof gekommen sind, gleich im Internet schlau gemacht hat, wie man einen richtigen Falkenhorst baut. An der Hinterseite der Brutstätte hat er ein Guckloch gelassen, um die Vögel ab und an beobachten zu können – und um das Schauspiel mit der Kamera festhalten zu können, bis die Falken im nächsten Jahr vielleicht wieder den Weg in den Hohen Fläming finden.

>>> Lesen Sie auch: Der falsche Fritz aus Görzke dankt ab

Von Josephine Mühln

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