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Potsdam-Mittelmark Auf dem Land sind Häuser bis 100 000 Euro begehrt
Lokales Potsdam-Mittelmark Auf dem Land sind Häuser bis 100 000 Euro begehrt
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02:19 28.05.2018
Ländliche Idylle, wie hier in Saaringen, punktet mit günstigeren Immobilienpreisen. Quelle: Jacqueline Steiner
Mittelmark

Die Zahl der Grundstücksverkäufe in Potsdam-Mittelmark hat im vorigen Jahr mit 3796 Verträgen ein Allzeithoch erreicht. 682,2 Millionen Euro und damit 25 Millionen Euro mehr als 2016 sind dabei an Kaufpreis geflossen. Das gab am Freitag Wilk Mroß, der Vorsitzende des Gutachterausschusses für Grundstückswerte im Landkreis Potsdam-Mittelmark, bekannt. „Noch nie wurden so viele Vertragsvorgänge im Landkreis Potsdam-Mittelmark registriert“, so Mroß. Zugleich sprach er davon, dass „normale Verhältnisse“ auf dem Wohnungsmarkt erreicht worden seien, dass heißt, „der Grundstückspreis nähert sich dem in Westdeutschland an“. Die Unterschiede zwischen dem Berliner Umland und dem so genannten weiteren Metropolenraum, zu dem der Fläming, Groß Kreutz (Havel), Kloster Lehnin, Wusterwitz, Ziesar und Beetzsee gehören, ist dabei weiter enorm.

Im Speckgürtel hat eine Familie für ein freistehendes Haus, das nach 2001 gebaut wurde, im Schnitt 600 000 Euro gezahlt. Die Kaufpreisspanne lag zwischen 280 000 Euro und 1,65 Millionen Euro. 43 Prozent der Häuser, die im weiteren Metropolenraum einen Käufer fanden, lagen bei einem Preis bis 100 000 Euro. Für diese Summe gingen nur 0,2 Prozent der Häuser im Speckgürtel an einen neuen Eigentümer. Das hat damit zu tun, dass die meisten der verkauften Häuser im ländlichen Bereich bis 1948 gebaut worden sind, gefolgt von Gebäuden, die zwischen 1991 und 2000 errichtet worden sind. 35 Prozent der Häuser kosteten bis 200  000 Euro und 17 Prozent bis 300 000 Euro. Der maximale Kaufpreis im vorigen Jahr auf dem Land lag bei 390 000 Euro.

Gutachterausschuss für Grundstückswerte

Was macht ein Gutachterausschuss für Grundstückswerte? Auf keinen Fall die Preise festlegen. „Die Preise werden in diesem Land frei ausgehandelt zwischen Verkäufer und Käufer.“ Das betont Ausschusschef Wilk Mroß. Vielmehr wertet das Gremium alle Kaufverträge eines Jahres aus. Die Daten von Verkäufern und Käufern werden dafür anonymisiert. Einen solchen Gutachterausschuss gibt es in jedem Landkreis. Alle Notare müssen sämtliche Grundstückskaufverträge der Geschäftsstelle des Ausschusses in Teltow schicken. Diese Urkunden werden statistisch ausgewertet.

„Wir registrieren Grundstück und Kaufpreis. Wenn wir den Kaufvertrag gelesen haben, wird er physisch vernichtet“, so Mroß zum Thema Datenschutz.

Vor zwei Monaten wurden die Bodenrichtwerte für baureifes Bauland veröffentlicht. Der Grundstücksmarktbericht beschäftigt sich insbesondere mit bebauten Grundstücken und landwirtschaftlichen Flächen. Für 2018 prognostiziert Mroß weiter steigende Preise.

Dem Ausschuss gehören Gutachter von Finanzämtern, Ingenieure für Vermessungswesen und Kaufleute für Grundstückswirtschaft an. Das 102-Seiten starke Papier soll den Immobilienmarkt transparent machen und ein Service für Kaufinteressierte sein. Ein solches Gutachten ist gesetzlich vorgeschrieben.

Zu beziehen ist der Grundstücksmarktbericht gegen Gebühr in der Geschäftsstelle. GAA@potsdam-mittelmark.de, 03328 / 318 314.

Der Markt für Eigentumswohnungen spielt im Fläming und Altkreis Brandenburg so gut wie keine Rolle. Gerade einmal 15 Eigentumswohnungen wurden dort verkauft. 301 waren es dagegen im Speckgürtel. Im Fläming und rund um Brandenburg wurde zudem laut dem Grundstücksmarktbericht keine einzige Doppelhaushälfte und kein Reihenhaus, die nach 2001 gebaut worden, verkauft. Die im Ländlichen verkauften Doppelhaushälften stammen größtenteils aus der Vorkriegszeit.

Entwarnung gibt Wilk Mroß zum Thema Landgrabbing. Dieses Phänomen, bei dem international agierende Firmen und Investoren große Landflächen aufkaufen, drohe in Potsdam-Mittelmark nicht. Dafür sei der Boden zu mager. 394 Kaufverträge über landwirtschaftliche Flächen kamen 2017 zustande, davon 314 im Fläming und Altkreis Brandenburg. Alle Verträge wurden zwischen Privatpersonen geschlossen. Fast 1000 Hektar Land wechselte den Eigentümer, das sind 47 Prozent weniger als 2016 zuvor. 8,8 Millionen Euro wurden für die Äcker und Wiesen gezahlt. Für Ackerland lag die durchschnittliche Quadratmeterpreis bei 72 Cent., 2016 lag er bei 66 Cent. Der Bodenrichtwert für Grünland sank von 57 auf 52 Cent.

Waldbesitz kann laut Gutachter eine Last sein

Auch für forstwirtschaftliche Flächen sackte der Bodenrichtwert von 51 Cent pro Quadratmeter auf 49 Cent. „Waldbesitz ist eine Belastung, wenn es nicht im großen Stil ist. Wenn ein schwerer Sturm kommt, hat man enorme Kosten. Wohl auch deswegen ist der Kauf von Flächen zurückgegangen“, so Mroß. 410 Hektar Wald wechselten den Eigentümer. Das sind 22 Prozent weniger als 2016.

Im gesamten Landkreis wurden 3207 Hektar Fläche verkauft. Das sind acht Prozent mehr als 2016. 72 Prozent der verkauften Fläche waren Äcker, Grünland oder Forst.

Die meisten Kaufverträge insgesamt kamen mit 397 in Werder zustande, gefolgt von Teltow und Beelitz. In Kleinmachnow wurde für 118 Millionen Euro gekauft – so viel Geld floss nirgends sonst in Potsdam-Mittelmark.

Von Marion von Imhoff

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