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Potsdam-Mittelmark Aus Leinsamen wird flüssiges Gold
Lokales Potsdam-Mittelmark Aus Leinsamen wird flüssiges Gold
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16:53 25.03.2014
Gudrun-Aimée Spalke schüttet Leinsamen in ihre Mühle. Quelle: F. Bürstenbinder
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Rädel

Im ältesten Haus von Rädel dreht sich alles um eine der ältesten Kulturpflanzen der Menschheit – den Gemeinen Lein, auch Saat-Lein oder Flachs genannt. Im Gegensatz zum Faserlein setzt Gudrun-Aimée Spalke (52) ihre Hoffnung auf Öllein-Sorten. Ganze Säcke voller Samen aus kontrolliertem Anbau bilden den Rohstoff für eine kleine Produktionsanlage, in der das ganze Kapital der Existenzgründerin steckt – eine mobile Ölmühle.
Mit der über ein KfW-Förderdarlehen finanzierten Mühle wird immer dann gesundes Leinöl gepresst, wenn sich die Rädelerin zum Wochenmarkt nach Berlin aufmacht. Jeden Sonnabend steht Gudrun-Aimée Spalke auf dem Kranoldplatz in Lichterfelde und wirbt mit ihren Produkten für die Eigenmarke „Land Fein Kost Rädel“. Kein einfaches Geschäft. Sie musste noch bekannt werden. Doch wenn sie ihre mobile Ölmühle aufbaut, zieht ihr Stand schnell Neugierige an. Selbst kleinste Mengen kaltgepressten Öls lassen sich aus den Samen herstellen, die über einen Einfülltrichter der elektrischen Schneckenpresse zugeführt werden. Goldgelb in der Farbe und ganz frisch kann das zertifizierte Leinöl dann abgefüllt werden.
Erst im November vergangenen Jahres hat sich die gelernte Chemikerin mit der Herstellung und dem Vertrieb regionaler Produkte selbstständig gemacht. „Ich habe Spaß daran, Sachen zu entwickeln und mir Verpackungen auszudenken“, sagt die Existenzgründerin. Im Moment decken die Einnahmen noch nicht die Betriebskosten. In der sechsmonatigen Startphase hilft ein Gründungszuschuss die Fixkosten für die soziale Absicherung zu finanzieren. Gudrun-Aimée Spalke will ihre Warenpalette deshalb immer breiter aufstellen. „Außerdem bin ich mit vielen Leuten im Gespräch, um nach neuen Vertriebswegen zu suchen“, berichtet sie. Ein Online-Shop steht in den Startlöchern.
Bio-Leinöl ist ihr Hauptprodukt, doch auch Öl aus ägyptischem Schwarzkümmel wird in der Rädeler Hauptstraße gepresst. Sonnenblumenöl macht Gudrun-Aimée Spalke mit Chili scharf und eigenes Rapsöl soll bald folgen. Steht sie nicht an der Ölmühle, verarbeitet sie Säfte zu Fruchtaufstrich, wie Traube-Holunder oder Mate-Ingwer. Gleich daneben steht Dekorzucker, natürlich gefärbt mit Rote-Beete-Saft und Spinatpulver. Ebenso süß geht es bei der Herstellung von Dulce de leche zu, einem Brotaufstrich aus Milch, mit dem sich Pfannkuchen füllen oder Joghurt und Torten verfeinern lassen – jedes Glas hübsch verpackt.
„Die Hülle ist ein wichtiger Kaufanreiz. Alle Sachen werden so präsentiert, dass man sie verschenken kann“, erklärt die Rädeler Ölprinzessin. Gudrun-Aimée Spalke gehört zu den zahlreichen Frauen und Männern, die im vergangenen Jahr ein Existenzgründerseminar am Technologie- und Gründerzentrum Bad Belzig durchlaufen haben. „Das war eine gute Schule für mich. Dort wird man quasi gezwungen über seine Geschäftsidee nachzudenken. Und man muss es schaffen, andere Menschen davon zu überzeugen“, erinnert sich die Selbstständige. In der Gründungsphase wurde ihr die Bensdorfer Betriebsberaterin Barbara Mangelsdorf zur Seite gestellt, die schon viele Existenzgründer über die ersten Hürden geholfen hat. „Ohne Coach geht es nicht“, ist Gudrun-Aimée Spalke sicher. Den Erfolg muss sie sich jedoch allein organisieren.

Von Frank Bürstenbinder

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