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Potsdam-Mittelmark Schöne Aussicht mit zwei Brunnen
Lokales Potsdam-Mittelmark Schöne Aussicht mit zwei Brunnen
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00:33 19.12.2014
Torsten Werner von Schillerbau Berkau hat mit einem Kollegen die Mauern hochgezogen.
Torsten Werner von Schillerbau Berkau hat mit einem Kollegen die Mauern hochgezogen. Quelle: S. Specht
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Garrey

Wie berichtet, wurde im vorigen Jahr das ehemalige Garreyer Wasserwerk zu einer Aussichtsplattform umgebaut. Jahrzehnte hatte das 1912 erbaute Gebäude leer gestanden, ehe sich die Garreyer selbst daran machten, das Wasserwerk vor dem Verfall zu retten. Entstanden ist dabei eine touristische Attraktion mit Blick über den Fläming, einer Ausstellung im Innern und einem Streichelzoo davor, gelegen direkt an drei Wanderwegen. Schon damals fiel den Helfern auf, dass laut Zeichnungen zwei Brunnen existiert haben müssen. Zu sehen war davon allerdings lange Zeit nichts.

Bis sich vor einigen Wochen Burkhard Kahl und Andreas Grünthal mit einem kleinen Bagger daran machten, die obersten Erdschichten vorsichtig abzutragen. Schon nach wenigen Minuten wurde sie fündig und legten zwei Brunnen samt Verbindungsschacht, Eisenträgern, Resten der Mechanik und in einem der beiden Schächte einen großen Pleuel frei. Die Freiwilige Feuerwehr des Ortes half bei einem Arbeitseinsatz, den entfernter gelegenen Schacht freizulegen.

Museum inklusive

Die Aussichtsplattform am alten
Wasserwerk wurde am 31. August 2013 mit einem großen Dorffest eröffnet.
Innerhalb weniger Monate war
für rund 100.000 Euro eine Aussichtsplattform auf 163 Meter über Normal Null entstanden.
Im Gebäude gibt es ein Museum zur Geschichte der Wasserversorgung in Garrey, Zixdorf und Wüstemark.

Nun hat Torsten Werner von Schillerbau Berkau mit seinem Kollegen eine Woche lang die Mauern wieder bis einige Zentimeter über das Erdreich hochgezogen. „Das ist so ziemlich der Originalzustand“, erklärt Andreas Grünthal. Mit der Sicherung der Brunnen ist bis zum Jahreswechsel das Wichtigste erledigt. Im kommenden Frühjahr soll es weitergehen. Dann wollen die Feuerwehrleute auch den anderen Brunnen mit Schippen und Spaten freilegen. „Das ist der eigentlich interessante Brunnen“, findet Grünthal.

Denn obwohl der Schacht noch mit Schutt gefüllt ist, ragt bereits ein Stück des Pleuels heraus, mit dessen Hilfe das Wasser einst aus 90 Metern Tiefe ans Tageslicht befördert wurde. „Der hintere Schacht wurde nach dem Zweiten Weltkrieg wohl auf Strom umgestellt. Beim vorderen ist vermutlich noch ein großer Teil der älteren Mechanik vorhanden“, sagt der Garreyer Nico Wieland.

Nun soll noch ein Flachdach auf Brunnen und Verbindungsgraben gebaut werden. Über dem vorderen Schacht ermöglicht dann ein Gitter oder ein Plexiglas die Sicht in den Brunnen. Schilder sollen Besuchern verdeutlichen, wie die Technik vor 100 Jahren funktionierte und wie wichtig die Wasserversorgung für die Garreyer, Zixdorfer und Wüstemarker in über 150 Metern über Normalnull in früheren Jahrzehnten war. Finanziert wird das Vorhaben vom sehr aktiven Heimatverein des Ortes.

Von Stefan Specht

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