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Potsdam-Mittelmark Azubis nehmen ihre Werkstatt-Bühne ein
Lokales Potsdam-Mittelmark Azubis nehmen ihre Werkstatt-Bühne ein
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16:57 11.09.2017
Ausbilder Axel Nitschke (Mitte) zeigt den Lehrlingen an der Werkbank, wie sie mit dem Werkzeug umgehen müssen. Quelle: Luise Fröhlich
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Derwitz

Vier Lehrlinge haben in der vergangenen Woche ihre Ausbildung bei der Firma Breman im Gewerbegebiet Derwitz begonnen. So viele hatte das Installationstechnik-Unternehmen für Heizungs-, Lüftungs- und Sanitäranlagen noch nie in seiner 23-jährigen Geschichte. „Unsere Mitarbeiter kommen langsam in die Jahre, deshalb sind wir schon seit einiger Zeit dabei, Nachwuchs ranzuschaffen“, Fsagt Geschäftsführer Martin Breman. Ganz gezielt ist das Unternehmen dafür auf die Suche gegangen, hat sich bei Jobmessen vorgestellt oder mit der Arbeitsagentur oder der Handwerkskammer zusammengearbeitet. Attraktiv soll für die Azubis aber auch das neue Konzept sein, das die Firma für ihre Lehrlinge entwickelt hat.

Sechs Bewerber haben im Vorfeld ein Schülerpraktikum absolviert, das mit dem Klischee des Kaffeekochens nichts zu tun hatte. „Sie sind mit auf die Baustellen gefahren oder haben den Kundendienst begleitet, damit sie wirklich sehen, was das für ein Job ist“, erzählt Martin Breman. Auf den Baustellen durften die Jugendlichen dann auch kleinere Aufgaben übernehmen. Vier Bewerber kamen in die engere Wahl und haben vorige Woche ihren Ausbilder Axel Nitschke kennengelernt. Er ist allein dafür zuständig, die Azubis zu betreuen. Hauptsächlich halten sie sich in der ersten Zeit auf einer Bühne in der Lagerhalle auf – die sogenannte „Lehrwerkstatt“.

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Feilen stand zuerst auf dem Programm. Quelle: Luise Fröhlich

„In der ersten Woche haben sie das Unternehmen kennengelernt, wir hatten das Thema Arbeitsschutz und eine Einführung in den Umgang mit handgeführtem Werkzeug“, erzählt Axel Nitschke. An einer „Trainingswand“ können die Azubis speziell auf Zwischenprüfungen und orientiert an den überbetrieblichen Lehrlingsunterweisungen der Handwerkskammer vorbereitet werden. Abgesehen von den Grundkenntnissen stehe die Produktion dennoch an erster Stelle, so der Ausbilder. Das heißt, die Lehrlinge sind von Anfang an in die Firmenstruktur eingeplant. „Wenn draußen eine Hand gebraucht wird, helfen sie dort“, sagt Axel Nitschke. Erst ab dem zweiten Lehrjahr aber fahren sie mit auf die Baustellen. „Und vorher sollen sie die Möglichkeit haben, sich hier so gut wie möglich auf diese Zeit vorzubereiten. Denn auf der Baustelle ist immer Druck da“, erklärt Martin Breman.

An der „Trainingswand“ können beispielsweise Waschbecken angebracht werden. Quelle: Luise Fröhlich

Unter den neuen Lehrlingen sind zwei Schulabgänger und zwei, die bereits eine andere Ausbildung oder ein Studium probiert haben, sagt Verwaltungsmitarbeiterin Katrin Froede. Sie stammen aus Brandenburg/Havel, Werder, Potsdam und Dallgow-Döberitz. Letzterer wird von einem Shuttle-Service aus Elstal abgeholt, denn die lange Fahrt mit den Öffentlichen sei nicht zumutbar. „Man muss sich einfach von der Masse absetzen und auch mal Umwege auf sich nehmen, um Azubis zu gewinnen“, so Martin Breman. Die Firma bietet deshalb auch einen Zuschuss für die Fahrtkosten sowie finanzielle Unterstützung für den Erwerb des Führerscheins oder eines Autos an. Bei der Auswahl der Bewerber guckt der Geschäftsführer übrigens weniger auf die Noten als auf Aspekte wie Persönlichkeit und Motivation. Denn Motivation gehöre dazu, um es überhaupt drei Jahre durchzuhalten. Die Garantie auf Übernahme nach der Ausbildung ist groß. „Wir bilden ja für den eigenen Bedarf aus, also liegt es nur an dem Lehrling selbst“, sagt der Chef.

Insgesamt zählt das Unternehmen mit hundert Mitarbeitern, das seinen Hauptsitz in Derwitz und eine Außenstelle in Krefeld hat, zehn Azubis. Das Feedback des Nachwuchses nach der ersten Woche fiel positiv aus: „Wir haben viel gesehen, der Meister versucht, es uns so beizubringen, dass es Spaß macht“, sagt Hannes (21).

Bundesweit installiert die Firma Heizungen, Lüftungen und Sanitäranlagen in Wohnparks sowie Mehr- und Einfamilienhäusern. Langjährige Partner sind bekannte Bauträger wie Scanhaus, Semmelhaack oder Town&Country. Durchschnittlich ist Breman jährlich in 800 Wohneinheiten unterwegs. Der Hauptsitz befindet sich seit der Gründung in Derwitz unweit des Berliner Rings.

Von Luise Fröhlich

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