Menü
Märkische Allgemeine | Ihre Zeitung aus Brandenburg
Anmelden
Bad Belzig 15 Jahre Entlastung und Hilfe für Familien
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig 15 Jahre Entlastung und Hilfe für Familien
Partner im Redaktionsnetzwerk Deutschland
12:34 25.05.2018
Denise (links) und Doreen Rohde aus Bad Belzig. Die Familie nutzt das Angebot des FED seit 2009.
Denise (links) und Doreen Rohde aus Bad Belzig. Die Familie nutzt das Angebot des FED seit 2009. Quelle: Josephine Mühln
Anzeige
Bad Belzig

Für Familie Rohde ist der Familienentlastende Dienst (FED) in Bad Belzig ein Segen. Seit April 2009 besucht Tochter Denise jede Woche den nachmittäglichen Freizeitclub. Besonders gut gefallen ihr die Hundetherapie, das gemeinsame Basteln und die Klanggruppe. Auch an den Ferienfahrten hat die junge Frau bereits teilgenommen. Am Donnerstag ist sie mit ihrer Familie in die Straße der Einheit gekommen, um das 15-jährige Bestehen des FED zu feiern.

Das Angebot ist Teil des Ambulanten Dienstes für Menschen mit Behinderung. Es will Familien mit behinderten Angehörigen unterstützen und im Alltag entlasten. Neben den täglichen Freizeitclubs mit wechselndem Programm wird beispielsweise auch eine Frühbetreuung für Kinder von berufstätigen Eltern sowie ein Mal im Monat eine Wochenendbetreuung mit Übernachtung beim FED angeboten.

Jana Queling, Leiterin des Ambulanten Dienstes, zu dem der FED gehört. Quelle: Josephine Mühln

„Für uns bedeutet das eine wesentliche Entlastung“, sagt Doreen Rohde. „Denise ist sehr gerne hier und genießt die Spielenachmittage – obwohl sie sonst nicht so gerne irgendwohin geht.“ Der Umgang mit den Kindern sei sehr gut, es werde auf jeden Einzelnen eingegangen. „Die Mitarbeiter übernehmen eine sehr anspruchsvolle Aufgabe, weil jedes Kind anders ist, aber es funktioniert super“, lobt Rohde.

Auch Heike Kretschmer findet nur positive Worte. „Das Angebot ist sehr, sehr super. Soziale Einrichtungen werden immer wichtiger – aber ihnen wird leider zu wenig Bedeutung beigemessen.“ Dabei sei Integration wichtig und müsse gefördert werden. „Hier ist auch von der Politik mehr Engagement gefragt“, sagt Kretschmer. „Soziale Kontakte sind wichtig und dafür ist das Angebot des FED gut.“

Immer mehr Klienten

Gestartet sei das Angebot 2003 mit fünf Einzelbetreuungen. Mittlerweile sei der Stamm auf über 60 angewachsen, sagt Jana Queling. Sie leitet die Einrichtung seit 2009. „Die Nachfrage ist stetig hoch, denn gerade auf dem Land fehlt es oft an weiterer Unterstützung. Neben geistig behinderten und verhaltensauffälligen Klienten betreuen wir schwerst mehrfachbehinderte Menschen.“

Als besondere Herausforderungen ihrer Arbeit nennt Jana Queling die Mitarbeitergewinnung und das stetige Wachstum. „Den vielen Anfragen gerecht zu werden, ist nicht immer einfach.“ Hilfe komme vom Landkreis und den ehrenamtlichen Betreuern – aktuell 45.

Weitere Räume müssen her

Wegen der hohen Nachfrage komme der FED räumlich an seine Grenzen. Die Wünsche für die kommenden 15 Jahre sind daher klar: „Das Angebot soll sich weiter so toll entwickeln. Auch eigene Räume wären perspektivisch natürlich toll“, sagt Queling. Für 2018 sei erstmal der Umbau des Bastelraums zu einem Bastel- und Werkraum geplant. Eine Werkbank konnte mit Spenden bereits finanziert werden.

Von Josephine Mühln