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Bad Belzig Mut für Neues: Markthalle und Mitfahrbank
Lokales Potsdam-Mittelmark Bad Belzig Mut für Neues: Markthalle und Mitfahrbank
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08:38 29.10.2019
Offen für Neues: Eine der Gesprächsrunden des Treffens „Fläming aktiv - gemeinsam gestalten" Quelle: René Gaffron
Wiesenburg

Eine Markthalle, am besten zentral in Bad Belzig gelegen, in der die Bauern aus dem Hohen Fläming anbieten können, was sie vor Ort erzeugen – das ist die ideale Wunschvorstellung. Es ist keine zu gewagte Annahme, dass auch hierzulande die Nachfrage nach regionalen Produkten steigen wird. Also wollen sich etwa zwei Hand voll Protagonisten – teilweise Erzeuger, teilweise Verbraucher –darum kümmern, ein entsprechendes Angebot auf die Beine zu stellen.

Bei der Mitmach-Konferenz „Fläming aktiv – gemeinsam gestalten“ bildeten sie einen der Arbeitskreise, die Aktivitäten für die Region diskutierten. Insgesamt waren mehr als 80 Teilnehmer der Einladung von Dorothee Bornath in die Wiesenburger Kunsthalle gefolgt. Nach vierjähriger Unterbrechung wurde die Offerte zum Austausch wieder unterbreitet. „Es ist sachlich und zielorientiert diskutiert worden“, lautet das erste Resümeé der Organisatorin.

Erst Bedarf analysieren

Auf dem Marktplatz der Initiativen konnte das jeweilige Anliegen platziert und nach Gleichgesinnten gesucht werden, die bei der Lösung mitwirken. Aber es können auch schon einige Erfahrungen genutzt werden. „So sollte auf jeden Fall erst einmal eine Abfrage der Kundenwünsche erfolgen“, empfiehlt Thomas Beutler, der selbst in Bad Belzig unter anderem eine Streuobstwiese hegt und pflegt. „Wir brauchen nicht anzubauen, was die Leute nicht wollen“, mahnt er. Außerdem sind –neben bürokratischen und finanziellen Hürden –weitere Herausforderungen zu meistern.

„Wenn es von einer Frucht eine Schwemme gibt, dann haben alle sehr viel davon“, berichtet Andrea Feinbier vom Hofladen des Lebens-Gutes Lübnitz. „Dann möchte ich nicht der Marktbetreiber sein, der am Ende alles, was er aufgekauft hat und nicht los wird, entsorgen muss.“ Gleichwohl überwiegt die Bereitschaft, die Problematik anzugehen und zu lösen.

Am Rande sorgten Wam Kat und seine Mitstreiter vom Fläming Kitchen für Speis und Trank. Quelle: René Gaffron

Es ist nur eines von rund einem Dutzend Themen, die am vergangen Wochenende querbeet erörtert wurden. Kinderbetreuung im benachbarten Familienzentrum sowie Spiesen und Getränke von Wam Kats Fläming Kitchen sorgten für entspannte Rahmenbedingungen für die Tagesveranstaltung.

Viele verschiedene Ideen

Einige Vorhaben sind kurzfristig zu realisieren: Florian Görner, Koordinator des Lokalen Aktionsplanes „Hoher Fläming“, stellt Argumentationshilfen bereit, um rechten Stammtischreden mehr Paroli bieten zu können. Für die Dorferneuerung gibt es Blaupausen aus Wiesenburg und Rabenstein/Fläming für Interessenten aus den Dörfern um Bad Belzig. Etwas langfristiger dürfte die von Daniel Diehl verfolgte Etablierung alternativer Lernorte dauern.

Neu im Vergleich zu den Fläming-aktiv-Treffen früherer Jahre ist, dass sich kaum noch neue Arbeitsgruppen gebildet werden. Dafür werden digitale Verabredungen getroffen. Die Fachleute von Coconat auf dem Gutshof Klein Glien und des Ko-Dorf-Vorhabens am Wiesenburger Bahnhof machen es mit ihrem Know-how möglich.

Mit Punkten wurden die besten Aktivitäten 2019 bestimmt: Zwei Bewerber lagen am Ende gleichauf. Quelle: René Gaffron

„Es ist erfreulich zu sehen, dass der Hohe Fläming derartigen Zuspruch findet und von jungen Leute offenbar als Ort mit Lebensqualität geschätzt wird“, sagt Christa Menz. Die Un-Ruheständlerin hat jahrelang in der Planungsbehörde der Kreisverwaltung Potsdam-Mittelmark entsprechende Strategien gefördert und bringt ihre Erfahrung nach wie vor ein.

Auswertung läuft schon

Die Dokumentation und Auswertung der aktuellen Ideenbörse werden Dorothee Bornath und Barbara Klembt vom Neuland-Gewinner-Projekt nun vornehmen.

Flip wird erstmals geteilt

Anlässlich des Treffens „Fläming aktiv – gemeinsam gestalten“ ist Inititiativpreis (Flip) verliehen worden. Er geht zu gleichen Teilen an den Deutschen Alpenverein, Sektion Hoher Fläming, und an Andreas Trunschke, Betreiber des Internetportals Flaeming 365.

Beide Siegerprojekte haben bei der Abstimmung 28,5 Klebepunkte der Teilnehmer erhalten.

Insgesamt hatte es acht Bewerbungen gegeben.

Auf Rang drei landete die Dorfbewegung Hoher Fläming. Dank Spenden aus der Region konnten zwei Mal 120 Euro und einmal 60 Euro für die Aktivisten ausgezahlt werden. Außerdem gab es noch Sachpreise.

Die eigentliche Trophäe bekommt ihren Platz in der Wiesenburger Kletterhalle.

Auf der Internetplattform wird ein Foto vom Gewinn künden.

Die Auszeichnung ist von dem Wahlkreisabgeordnete im Landtag Brandenburg, Günter Baaske (SPD), vorgenommen worden.

Eines der drängendsten Themen ist die Organisation von Mobilität auf dem Lande. So ist die Mobilitäts-App „Share1Car“ in Vorbereitung.Für das Mitfahrprojekt, das auf aktueller digitaler Mitwirkung basiert, werden noch Tester gesucht. Derweil soll in Lübnitz schon eine anderswo erfolgreich umgesetzte analoge Offerte kopiert und ausprobiert werden. Eine deutlich erkennbare Mitfahrbank wird dort aufgestellt. Wer auf dem Möbel im Ort Platz nimmt, bittet damit gut sichtbar, von anderen Autofahrern mitgenommen zu werden.

Von René Gaffron

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